Startseite arrow Geschichte arrow Wem nützt „Hände weg vom Liepnitzwald“? (Nr. 41)
Wem nützt „Hände weg vom Liepnitzwald“? (Nr. 41) PDF Drucken
Auch ich fand die Idee des Regionalplanentwurfes, 300 Meter vom Liepnitzsee Windräder zu errichten, nicht gut. Mehr Abstand zum Seeufer sowie genaue Betrachtung von Flora und Fauna sind beim Planen der Windräder entlang der A11 notwendig. Der Regionalplanentwurf 2011 wird wegen 6.000 Einwänden von Bürgern und Institutionen nicht realisiert. Das hat die Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim am 07. Februar 2012 so beschlossen. Die Planungsparameter für unsere Gemeinde wurden stark verändert. Genaueres kann man auf www.uckermark-barnim lesen. Das neue Planungsverfahren wird nun wieder bis 2013 dauern. Dann können nochmals Einwände gegen den Planentwurf erhoben werden.
Ist also alles gut? In einem,auch wahlkampftaktisch aufgeheiztem Klima wurde manches nicht bedacht, was des Bedenkens wert ist.
Es würden selbst nach altem Plan mit Zuwegungen und Bauten nur zirka 100 der 1.065 Hektar Windeignungsgebiet tatsächlich gefällt. Ich habe mindestens so viel Kiefernnutzwald in den beiden Windeignungsgebieten gefunden, die mancher Förster gern gegen Laubwald eintauschen würde. Die Standorte der wenigen falsch platzierten Windräder könnten leicht verändert werden. Dazu braucht es aber keiner Bürgerinitiativen, sondern sachlicher Stellungnahmen.
Die neue dezentrale Technik wird jetzt oder in 20 bis 30 Jahren sowieso kommen. Spätestens dann, wenn wir auch die letzte Kohle verbrannt haben. Ich fürchte mehr als ein paar Windräder die weitere Entvölkerung von Brandenburger Dörfern für Tagebaue und den Neubau von Kohlekraftwerken.
Allein der Tagebau Jänschwalde „frisst“ 6.015 Hektar Natur für 3.000 Megawatt. Wie viel Leben da wohl mehr starben als auf 100 Hektar Wald für 500 Megawatt?
Gegen die von der Brandenburger Regierung vorgelegte „Energiestrategie 2030“ kämpfen viele Bürgerinitiativen und Verbände an, denn sie will Braunkohle als Brückentechnologie. Gegen neue Mondlandschaften lohnt es sich zu kämpfen. Denn das schützt Natur und stört noch dazu die übermächtigen Konzerne, die uns hohe Strompreise abfordern, um angeblich die Ökotechnologien zu fördern.
Geldfragen sind immer interessant: Sind Windenergieinvestoren in der Gemeinde nicht auch Steuerzahler? Kann unsere Gemeinde selbst Windräder aufstellen und dann preiswerten Ökostrom an uns verkaufen? Ein Energiekonzept für die Gemeinde wird gerade erarbeitet, auch diese Fragen bedenkt es.
Ich bin für Bürgerinitiativen, die Brandenburgs Menschen und Natur etwas bringen. „Hände weg vom Liepnitzwald“ zählt aus meiner Sicht nicht dazu. Sie ist eher Maschinenstürmerei. Sie hilft den Besitzern der alten Technologien beim weiteren Geldscheffeln und bremst notwendige Erneuerungen.
Thomas Reuter,
Stellvertretender Regionalrat
bei der Regionalen Planungs gesellschaft Barnim-Uckermark
 
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