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Die Geschichte vom Klapperstorch (Nr. 42) PDF Drucken
Immer wieder erfreuen wir uns daran, wenn Störche ausgerechnet unser Dorf ansteuern, um hier zu nisten und ihre Jungen aufzuziehen. Das hat irgendwie etwas zu tun mit dem Fortbestand der Natur, mit Zukunft. Und noch größer ist die Freude, wenn die Störche dann auch im nächsten und übernächsten Jahr wieder an ihren Nistplatz zurückkehren.
Doch es drohen Gefahren: Auf dem Weg in die Winterquartiere sind zahlreiche Hindernisse zu überwinden. Nun sollen weitere hinzu kommen – Windräder an allen möglichen und unmöglichen Orten. Auch unsere Waldgebiete am Liepnitzsee und bei Prenden wurden auserkoren, hier neue, noch größere Windräder aufzustellen, um den wachsenden Bedarf an erneuerbarer Energie zu decken. Einen Bedarf, den es bei uns so gar nicht gibt. Also müssen auch neue Hochspannungsleitungen verlegt werden, und weil die überirdisch billiger sind, will man auf Erdleitungen lieber verzichten. Wachstum muss her. Die Wirtschaft braucht Zuwachs, jedes Jahr aufs Neue. Wozu eigentlich? Damit die Leute immer neue teure Geräte kaufen? Und ihre alten am besten in den Wald nebenan entsorgen.
Es gibt schon jetzt eine Überproduktion an Lebensmitteln. Und trotzdem hungern Millionen Menschen auf dieser Welt. Es fehlt an sauberem Trinkwasser. Seine Bereitstellung ist technisch kein Problem. Es müsste nur jemand bezahlen. Stattdessen werden Waffen gekauft, und natürlich verkauft. Das ist allemal lohnender, als Lebensmittel über die Meere zu schippern oder Bewässerungssysteme zu bauen.
Über die Flughafenpleite in Schönefeld wurde schon viel diskutiert. Man darf gespannt bleiben wer dafür geopfert wird. Im November 2011 konfrontierte das ZDF Ministerpräsident Platzeck mit den Plänen für die Aufstellung von Windrädern am Liepnitzsee. Bezugnehmend auf den Flughafen erklärte er sinngemäß, dass niemand Fluglärm möchte, aber alle fliegen wollen. Damit wollte er Verständnis für auch unpopuläre Maßnahmen wie die Abholzung von Wäldern begründen. Die Reporterin wies ihn daraufhin, dass es hier nicht um irgendwelche Bäume sondern um uralte Buchenwälder gehe. Er versprach daraufhin, sich das vor Ort anzusehen. War er schon da? Vermutlich hat ihn die Arbeit auf dem Flugplatz zu sehr in Anspruch genommen. Politiker sollten endlich aufhören, in gewohnter Manier die Bürger für dumm zu verkaufen und ihnen Märchen zu erzählen.
Wir glauben nicht an den Klapperstorch. Aber wir würden uns freuen, die beiden Störche und ihre Nachkommen auch in den nächsten Jahren in Stolzenhagen und an anderen Orten zu begrüßen. Es wäre ein Zeichen, dass für die Zukunft noch Hoffnung besteht.
Horst Schumann
 
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