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Triathlon am Liepnitzsee (Nr. 43) PDF Drucken
Sportler gegen Windräder in unseren Wäldern

Am 17. Juni fand der 1. Liepnitztriathlon der Bernauer Lauffreunde statt. Start und Ziel waren das Waldbad am Liepnitzsee. 270 Teilnehmer starteten in drei Kategorien, wobei die dritte olympische Distanzen umfasste.
img_4523Etliche Besucher feuerten die Sportler an und schauten auch interessiert bei den Ständen herein. Auch die Bürgerinitiative "Hände weg vom Liepnitzwald" war mit einem Stand vertreten. Die Mitglieder der Initiative sprachen einige hundert Leute an und informierten über den Stand der Dinge bezüglich der geplanten Ausweisung von Windeignungsgebieten im Liepnitzwald sowie in Prenden und Lanke. Natürlich stand das sportliche Ereignis an diesem Tag im Mittelpunkt. Die Besucher und Sportler waren jedoch auch an Informationen sehr interessiert, die das landschaftlich sehr reizvolle Gebiet betreffen, in dem für die Sportarten – Laufen, Schwimmen und Radfahren – ideale Triathlonbedingungen gegeben sind. Viele Besucher hatten noch gar nichts davon gehört, dass eine über 500 Hektar große Fläche des Liepnitzwaldes für die Rodung und den Bau von Windrädern ausgewiesen werden soll. Nachfolgend werden die erforderlichen Leitungstrassen in die einmalige Endmoränenlandschaft gebaggert.
Die meisten unserer Gesprächspartner waren über diese Situation
4307-triathlon-43empört. „So ein Irrsinn! Bäume abholzen, um die Umwelt zu retten", meinte eine Sportbegeisterte, die nicht verstehen kann, wieso Landschaftsschutzgebiete plötzlich nicht mehr schützenswert sein sollen. „Seit 50 Jahren wurden Naturparks erschaffen und bewirtschaftet – jetzt diktatorisch „vom Tisch gewischt“, empörte sich ein anderer Besucher. Reha-Patienten der nahen Brandenburgklinik zeigten sich besonders betroffen.
Bundes- und Landesregierung beauftragten die Regionalplanungsstelle, zwei Prozent der Landesfläche für Windenergieerzeugung zu finden. Die geplante Fläche in der Gemeinde Wandlitz würde sechs Prozent betragen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz sieht das so vor. Das ganze Thema ist höchst umstritten: Da es für Atomenergie keine Endlagerlösung und für fossile Energie nur begrenzten Vorrat gibt, scheinen erneuerbare Energien aus z.B. Sonne, Wasser und Wind potentiell eine gute Alternative zu sein. Aber auch hier gibt es eben verschiedene Probleme, u.a. den sehr ausgeprägten Flächenbedarf bei Solar- und Windenergie. Irgendwo müssen energieerzeugende Anlagen ja nun mal stehen. Aber dafür darf man nicht den Wald, CO2-Speicher schlechthin, vernichten!
Es gibt natürlich auch Befürworter der Ausweisung von Windeignungsgebieten in Wäldern. Nicht nur private Waldbesitzer, auch Gemeinden können davon finanziell kurz- bis mittelfristig profitieren, wenn sie bereit sind, für Geld ihre Landschaft für Generationen zu vernichten.
Der Bürgerinitiative "Hände weg vom Liepnitzwald" ging es an diesem Sonntag vor allem darum, die Teilnehmer und zahlreichen Besucher des Triathlon auf die Problematik aufmerksam zu machen, dass der jahrhundertealte Buchenmischwald, in dem die Veranstaltung stattfand, schachbrettartig abgeholzt werden soll. Man muss nicht Sportenthusiast und Naturfreund sein, um gegen die ökologisch und ökonomisch unsinnige und bedrohliche Industriealisierung unseres Liepnitzwaldes Protest einzulegen. Vom ausliegenden Informationsmaterial machten alle regen Gebrauch und trugen sich auch in die Mailingliste ein, so dass sie nun über aktuelle Ereignisse unseren Wald betreffend informiert werden.
Demnächst macht die Regionalplanungsstelle die überarbeitete Planvorlage bekannt, welche die letztjährigen angemeldeten Bürgerbedenken, welche noch nicht beantwortet sind, enthalten soll. Dann gilt es am Ball zu bleiben und die Interessen der Bürger – vor allem die Erhaltung unserer Wälder – zu vertreten. Der politisch gesteuerten Windlobby gilt es Paroli zu bieten, auch wenn Herr Rösler empfiehlt, nachdem die Brandenburgischen Schutzgebiete bereits vereinnahmt werden, auch in Brüssel den Status der europäischen Schutzzonen zu lockern. „Da müssen wir ran!“ Mehr Infos findet man unter www.pro-liepnitzwald.de.
Gea - Bürgerinitiative „Hände weg vom Liepnitzwald“
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 3. August 2012 )
 
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