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Löwen-Movies im Kulturzentrum Goldener Löwe (Nr. 45) PDF Drucken
Mathis Oberhof ist vor zwei Jahren nach Basdorf gezogen. Schon drei Jahre vorher hat er sich - damals in der Nachbargemeinde Mühlenbecker Land wohnend - einen Lebenstraum erfüllt. Er gründete ein kommunales Kino, das spezialisiert war auf Filme, die Mut machen, von denen man glücklich nach Hause geht, ohne dass es Kitsch ist.
36 Monate lang zeigte das Mühlenkino monatlich einen Titel. Hochwertige Filmkunst, mitreißende Filmmusik, dramatische Handlung – alles, was einen gelungenen Abend mit Kino für Herz, Hirn und Verstand garantierten sollte.
Nun entstand das Konzept für LÖWEN-MOVIES. Starke Filme. Jeden Monat.
Mathis Oberhof stellte der Redaktion des Heidekraut Journals auf einer Redaktionssitzung die geplanten Veranstaltungen vor.

HK-J: Herr Oberhof, sollen sie jetzt die bisherigen Programmlücken im „Goldenen Löwen“ füllen?
Mathis Oberhof: Die in der Frage enthaltene Feststellung kann ich nicht nachprüfen oder bewerten. Ich freue mich, dass ich viel Unterstützung bekam. Der Mühlenkinoverein spendiert seine professionelle Soundanlage, damit die Film-Musik richtig unter die Haut geht. Wir haben Ideen, wie wir den sehr großen Saal für die Filmvorführungen intimer gestalten. Mit speziellen Verdunkelungs-Mitteln werden wir für eine echte Kino-Dunkelheit sorgen. Die Filme sind allerdings der wichtigste Werbeträger der Löwen-Movies. Der Auftaktfilm „ME TOO- Wer will schon normal“ (Bild), erzählt von den Hindernissen eines am Down-Syndrom erkrankten Hochschul-Absolventen, von der sogenannten normalen Welt akzeptiert zu werden. Der Streifen hat fast programmatischen Charakter. Zu Beginn sagt der Hauptdarsteller Daniel in einer Vorlesung: „Eine Gesellschaft, die ihre Minderheiten ausgrenzt, ist eine amputierte Gesellschaft.“ Wandlitz neues kommunales Kino: Get up! Stand up! Film ab! Das ist es, was wir mit den Filmen verändern wollen: Wir wollen zusammenführen: alt und jung, Ossis und Wessis, Alt-Eingesessene und Zuzügler, Menschen ohne und mit Migrations-Hintergrund.

Apropos „LÖWEN-MOVIES“:
Muss eigentlich heute alles englisch bezeichnet werden? Die bisherigen Filme im Löwen knüpften mit dem Begriff „Landfilme“ doch an eine gute DDR-Tradition an, als auf den Dörfern gute Filme zu Pfennigbeträgen zu sehen waren.
Zunächst: Landfilm, davon hab ich viel gehört, das muss eine tolle Sache gewesen sein. Der Begriff KOMMUNALES KINO meint etwas Ähnliches. Film-Kunst und Unterhaltung auch jenseits der riesigen kommerziellen Film-Paläste bezahlbar in die Provinz tragen. Bei uns wird ein Unkostenbeitrag von 4,00 Euro fällig. Sprachliche Begriffe sind Geschmacksache. Früher haben sich viele Menschen in der DDR auch an russische Begriffe und Abkürzungen wie Subbotnik, Politbüro, Datsche oder Agitprop schmerzfrei gewöhnt. Heute dagegen sind in Werbung und Jugendsprache einer globalisierten Welt Anglizismen gang und gäbe. Für meine drei Söhne, die alle erheblich besser englisch sprechen als ihr Vater, sind sie kein Fremdkörper sondern selbstverständlicher Sprachbestandteil. Ich weiß, dass ältere Menschen mitunter Angst vor dem Verlust der deutschen Sprache haben. Ich bin mir sicher, dass die Generation 50+ durch die Qualität der Filme angezogen wird. Die Jüngeren aber müssen wir erst noch überzeugen. Z.B. davon, dass (wie manche oder mancher vielleicht meint) „in so einem Kaff wie Wandlitz, auch filmisch, echt was losgeht“. Löwen-Movies eben. „Starke Filme. Jeden Monat.“

Sie haben die Idee des KinoPLUS erwähnt, planen sie nach den Filmen auch Diskussionen?
Das haben wir zu Beginn im Mühlenbecker Land versucht, dass war nicht klug. Wenn ein Film unter die Haut geht, wenn ich gelacht habe, dass mir das Zwerchfell weh tut, aber auch erschüttert war von Verrat, Untreue, Unglück oder Aggression, dann will ich, dass das Kinolicht ganz langsam angeht. Ich will in Ruhe noch ein Glas Rotwein oder ein kühles Bier trinken. Ja, ich will reden, aber in kleinem Kreis, nicht mit Präsidiumstisch. So wollen wir es bei den Löwen-Movies anbieten. Wobei wir uns noch manches einfallen lassen müssen, damit nach dem Film eine wirkliche Bar-Atmosphäre aufkommt, die zum Verweilen lockt.
 
Dann bedanken wir uns für das Gespräch und wünschen Ihnen viel Erfolg und viele zufriedene Besucher.
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 29. November 2012 )
 
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