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Planung der Eignungsgebiete für Windkraftwerke wird fortgesetzt (Nr. 46) PDF Drucken
Am 10. Dezember 2012 fand in Schwedt die 25. Regionalversammlung Uckermark-Barnim statt. Kernpunkt war die Fortschreibung des Planes der Windeignungsgebiete (WEG) in der Region.
Im Februar des selben Jahres
wurde der Beschluss gefasst, einen Mindestabstand (Tabuzone) von 1.000 Meter zur Wohnbebauung einzuführen. Zwischenzeitlich gab es einen Gegenvorschlag mit einer Tabuzone von nur 800 und einer Restriktionszone von 200 Meter, in der, wenn ein Bebauungsplan existiert, Windkraftanlagen möglich wären und repowert werden können.
Man verwies auf die Durchsetzung der Energiestrategie des Landes Brandenburg.
Bereits in der Bürgerfragestunde wurde klar, dass viele Bürger eine 800-Meter-Tabuzone für viel zu gering halten. Auch hatten sich bereits neun Bürgermeister und Amtsleiter aus Barnim (unter anderem aus Bernau, Wandlitz, Biesenthal, Joachimsthal) gegen die Änderung des Beschlusses vom Februar 2012 gewandt. Die Antwort auf die Frage, ob Kommunen Gewerbesteuern aus Windkraftanlagen einnehmen, lautete: es gibt bisher kaum welche, die solche Einnahmen verbuchen können. Der Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen/CDU erläuterte vehement, dass eine Tabuzone von 1.000 Meter beibehalten werden sollte. Auch der Bestandsschutz bestehender Anlagen wäre nicht gefährdet. Dr. Jana Radant aus Wandlitz sprach davon, dass wir es den Bürgern schuldig sind, für die Gesundheit der Menschen zu sorgen und mindestens 1.000 Meter Abstand einhalten sollten. Wenn es dadurch im Barnim nicht möglich ist, zirka zwei Prozent der Gesamtfläche für WEG auszuweisen, so sollte man die besondere Naturausstattung des Barnim bedenken. Der Bernauer Bürgermeister Hubert Handke erklärte, die 1.000 Meter seien ein wichtiges Kriterium, das beibehalten werden sollte. Er ist der Ansicht, dass die Planungshoheit der Gemeinden bereits weit zurückgedrängt ist.
Von der Planungsgemeinschaft und dem Präsidium der Versammlung unter Leitung des Barnimer Landrats, Bodo Ihrke wurden alle Einwände abgewehrt. Nun wird mit 800 plus 200 Meter Restriktionszone weiter geplant.
Die Befürworter dieser Lösung reden zwar auch vom Gesundheitsschutz, doch in der Praxis wird die Gesundheit der Anwohner gefährdet. Auch die Mitwirkung der Gemeinden wird wiederholt hervorgehoben, doch eine „Verhinderungsplanung“ darf es nicht geben. Wo soll dann der Spielraum der Gemeinden sein?
Wir sind der Ansicht, dass die Entscheidung der Regionalversammlung an den Bürgern vorbeigeht. Denn die künftigen Windkraftanlagen werden bis zu 220 Meter hoch sein!
Nach Definition der WHO hat Gesundheit auch etwas mit Wohlbefinden zu tun. Genau dieses Wohlbefinden wird durch Riesenhaftigkeit und Nähe der geplanten Anlagen gestört. Die Bürger reagieren mit Beklemmung und dem Gefühl der Hilflosigkeit. Wie sollen wir Ruhe finden neben großen industriellen Anlagen?
Nur mal zum Vergleich: In Sachsen-Anhalt gelten 1.500 Meter zu Wohnsiedlungen und 5.000 Meter zu Kurkliniken. In England wurden generell 3.000 Meter Abstand festgesetzt. In Brandenburg dagegen soll etwas durchgesetzt werden, das dem Willen eines Großteils der Bürger widerspricht.
F. Trinks, Bürgerinitiative „Hände weg vom Liepnitzwald“
R. Ebeling, Bürgerinitiative „Keine neuen Windräder für Crussow“
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 30. Januar 2013 )
 
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