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Sparen beim Energieverbrauch (Nr. 47) PDF Drucken
Was macht der Energieberater, wem kann er helfen und wobei?
In unserer Zeit ist manchmal schwer zu entscheiden, wen man mehr bedauern soll: Den Mieter, der überrascht wird von einer unerwarteten Mieterhöhung, oder den Hauseigentümer, der die nachhaltige Qualität und den Wert seiner Immobilie erhalten möchte. Und beide sind nicht zu beneiden, wenn es um den hohen Energieverbrauch und die ständigen Preiserhöhungen der Energieversorger geht. Wir sind alle betroffen, denn wir brauchen alle ein Zuhause zum Leben. Ob die Zukunft eine Besserung bereithält? Eher nein, wenn nicht jeder seine eigene Wohnzukunft schmiedet.
Die Politik hat klare Einsparziele für den Energieverbrauch der Immobilien vorgegeben. Er ist ein wichtiger Faktor der Klimastrategie der EU, da in den Gebäuden zwischen 30 und 40 Prozent der erzeugten Energie verbraucht wird. Um die gestellten Vorgaben zu erreichen, bedarf es vieler einzelner Maßnahmen rund um das Haus, und dafür wurde die Energieeinsparverordnung (EnEV 2009 und demnächst EnEV 2012) erlassen, mit Richtwerten für den Primärenergieverbrauch und den Transmissionswärmeverlust der Immobilien. Neubauten und Sanierungsmaßnahmen an Bestandsgebäuden müssen diese Richtwerte einhalten. Als Anreiz und Motivation kann der Bauherr ein vielfältiges Programm an Förderungen zu seinen Gunsten nutzen, welches verbilligte Darlehen und Tilgungszuschuss für ihn bereithält, je nach Energieeffizienz der Immobilie, die als Ergebnis der Maßnahmen erzielt wurde. Die Industriehersteller haben sich auch auf diesen Bedarf eingestellt und halten ein breites Angebot an Produkten bereit zum Neubau und für Gebäudesanierung, zur Dämmung der Außenwände, der Dächer und Fußböden, Isolierfenster und Türen, für moderne Heizanlagen mit hohem Wirkungsgrad und die Nutzung erneuerbarer Energiequellen.
Da ein Neubau oder eine energietechnische Sanierung, die für viele Jahre behagliches Wohnen und niedrige Energiekosten für seine Bewohner sichern soll, eine erhebliche Investition bedeutet, ist natürlich die optimale Auswahl der technischen Lösung und der Baukosten von sehr großer Bedeutung. Da der künftige Bauherr nur selten ein Bauexperte ist und sich im Dschungel der vielen Möglichkeiten und angebotenen Produkte allein nicht zurecht finden kann, wird er einen von den Interessen der Ausrüster, aber auch der Geldgeber unabhängigen Fachmann benötigen, der seine Bedürfnisse und Wünsche aufnimmt und entsprechend umsetzt. Dieser unabhängige Fachmann ist der Energieberater, der seinen Beratungsempfänger mit Rat und Tat, wie ein kundiger Lotse durch die rauen Gewässer des Bauvorhabens führt und unterstützt.
Der Energieberater hat eine bautechnische Ausbildung und durch spezielle Weiterbildungsmaßnahmen die Kompetenz für die Gebäude - Energieberatung erworben. Über eine Berechnung der Energiebilanz vor und nach der Sanierungsmaßnahme und Vergleich verschiedener Alternativen der Bauausführung, kann der Energieberater die technisch zielführende und finanziell wirtschaftlichste Variante dem Bauherrn empfehlen, unter Einbezug der aktuell gültigen Förderprogramme, als besten Kompromiss für das Preis / Leistungsverhältnis im Projekt. Das geschieht alles, wohlgemerkt, vor den Baumaßnahmen, mit Hilfe spezieller Softwareprogramme, die verschiedene technische Lösungen und deren Varianten simulieren, miteinander vergleichen und so die Vor- und Nachteile aufzeigen.
Der Energieberater erstellt eine Bestandsaufnahme des Beratungsobjektes aus Sicht der Energieeffizienz. Ziel ist festzustellen, durch welche Bauteile wie viel Wärme verloren geht und welche Verluste und Schadstoffemissionen durch den Betrieb der Heizungsanlage versursacht werden. Eventuell vorhandene Schäden und Schwachstellen des Gebäudes können so aufgezeigt und deren Auswirkung genau beurteilt werden.
Aufbauend auf diese „Ist-Zustands-Erfassung“ werden Energieeinsparmaßnahmen im Bereich des baulichen Wärmeschutzes und der technischen Gebäudeausrüstung analysiert und beschrieben, welche im konkreten Fall geeignet sein könnten. Die einzelnen Maßnahmen, oder Maßnahmenpakete werden aus wirtschaftlicher, bauphysikalischer und ökologischer Sicht bewertet und gegeneinander abgewogen. Als Ergebnis der Bewertungen werden konkrete Handlungsempfehlungen gegeben, welche Maßnahmen und Maßnahmenkombinationen für das konkrete Objekt die besten Ergebnisse erzielen würden und worauf bei der Durchführung besonders geachtet werden sollte. Im Rahmen mehrerer persönlicher Gespräche mit dem Bauherrn oder dem Hausbesitzer, als unerlässlicher Bestandteil des Prozesses Energieberatung, achtet der Energieberater besonders auf die Wünsche und Vorgaben des Beratungsempfängers. Anschließend werden die durch die empfohlenen Maßnahmen erzielbaren Energieeinsparungen dargestellt und Hinweise gegeben, welche Fördermöglichkeiten aus den derzeit verfügbaren Programmen der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und des BAFA (Bundesamt für Ausfuhrkontrolle) genutzt werden können.
Durch eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Beratungsempfänger und seinem Energieberater werden sinnvolle und technisch umsetzbare Sanierungsmaßnahmen vorgeschlagen und lang anhaltende Vermögens- und Bauschäden durch „falsche“ oder „falsch ausgeführte“ Maßnahmen vermieden. Vielmehr wird ein technisches Konzept für eine Minderung der Emissionen durch die Umsetzung von Energieeinsparmaßnahmen entwickelt, die eine nachhaltige positive Auswirkung über viele Jahre auf den Wohnkomfort und die Energiekosten der Bewohner haben werden.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass der Energieberater von allen die ein neues Haus bauen oder ihr Haus energetisch sanieren wollen, gebraucht wird. Für viele Menschen ist der Bau oder die Sanierung einer Immobilie die größte Investition in ihrem Leben. Durch diese finanziellen Belastungen ist der Eigenheimbesitzer oft über Jahrzehnte an sein Objekt gebunden. Die Praxis vieler erfolgreicher Bauprojekte hat gezeigt, dass der Bauherr mit Hilfe des Energieberaters die Hürden eines so komplexen Vorhabens aus technischer und finanzieller Sicht am besten bewältigen kann. Die Kosten einer Energieberatung und einer kompetenten Baubegleitung werden durch die Vorteile, die Abwendung vieler Risiken und der Zugang zu den staatlichen Förderprogrammen mehr als kompensiert.
Georg Rozinsky
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 3. April 2013 )
 
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