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Besuch beim König (Nr. 48) PDF Drucken
Sagen und Geschichten aus dem Barnim
Es war im Jahre 1726, als in Klosterfelde auf dem Friedhof eine Leichenhalle gebaut und auch eingeweiht wurde. Die Kosten für dieses Bauvorhaben hatte die Gemeinde in
Schulden gestürzt. Da waren die fälligen Steuern der Bürger an den Staat nicht gerade förderlich. Also wurde eine Ortsversammlung einberufen und beraten was zu tun sei. Nach langer Diskussion beschlossen die Einwohner, zwei Gesandte zum König nach Potsdam zu schicken, um auf ihre Misere aufmerksam zu machen. Für diese Aufgabe wurden die alteingesessenen Bauern Rücker und Seeger gewählt. Sie sollten sich auf den Weg machen, um beim König mit einem Gesuch um Steuererlass zu bitten. Sie kamen tatsächlich nach Potsdam, sie kamen auch ins Schloss und wurden sogar zur Audienz vorgelassen. Da standen sie vor ihrem König, Friedrich Wilhelm I., dem Vater von Friedrich II., dessen Geburtstag 2012 gebührend gefeiert wurde.
Sie waren dabei sehr aufgeregt und hatten vor Staunen vergessen, Hut und Mütze abzunehmen. Der „Soldatenkönig“ hörte sich ihr Anliegen an und ließ dann einen Brief verfassen. Diesen übergab er ihnen mit der Maßgabe, ihn erst in Klosterfelde zu öffnen. Doch Rücker und Seeger vergingen vor Neugier und brachen das Siegel bereits auf dem Rückweg. Dann lasen sie den Vers, den ihnen der König mitgegeben hatte.
„Wär ich auch allzeit wohlgemut
und stehts ein guter Schütz.
So schöß ich Seeger durch den Hut
und Rücker durch die Mütz.“

Offenbar hatten die beiden Deputierten der Gemeinde Klosterfelde beim König einen guten Tag erwischt. Das Bittgesuch soll erfolgreich gewesen sein.
Noch heute sind in Klosterfelde und den umliegenden Orten Familien mit dem Namen Rücker und Seeger ansässig.
Nach einer Erzählung von Rudolf Bügel
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 30. Mai 2013 )
 
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