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Das Wandlitzer Gymnasium (Nr. 51) PDF Drucken
eine Bildungseinrichtung für junge Menschen

Margarete und Walter Sander besuchten das Wandlitzer Gymnasium und sprachen mit dem Schulleiter Hartmut Arndt. In dem Gespräch ging es um die Entwicklung des Gymnasiums, den gegenwärtigen Stand
der baulichen Einrichtungen, die Ausbildung von Schülern und allgemeine Schulproblemen.

Herr Arndt, das Gymnasium hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung genommen, wie man als Außenstehender erkennen kann. Gebäude wurden saniert und neue werden gebaut. Man hat den Eindruck, dass die Zahl der Schüler gestiegen ist. Wie viele Schüler und Lehrer sind z.Zt. am Gymnasium?
Hartmut Arndt:
Ich bin seit 1983 in dieser Schule und habe die gesamte Entwicklung von der Erweiterte Oberschule (EOS) bis zum Gymnasium mit begleitet. Im Jahre 1989 hatten wir 896 Schüler und 56 Lehrer. Diese Zahl ging in den folgenden Jahren bis auf 300 Schüler zurück. Die Wendezeit 1989 hat Spuren hinterlassen. Während dieser Zeit gab es andere Dinge zu tun als an den Nachwuchs zu denken, was sich bei der Kinderzahl bemerkbar machte. In den Jahren 1996 / 1997 wurden z.B. in Wandlitz und Stolzenhagen insgesamt drei Kinder je Jahrgang geboren. Das wirkte sich auch auf die gesamten Schulen aus. 1992 wurde die „Erich-Weinert-Oberschule“ umbenannt und heißt seitdem „Gymnasium Wandlitz“. Das Gymnasium ist kreisgeleitet und untersteht dem Landkreis Barnim als Schulträger. Gegenwärtig haben wir 610 Schülerinnen und Schüler, die von 56 Lehrer und Lehrerinnen unterrichtet werden. Der Unterricht wird in drei Parallelklassen (3-zügig) durchgeführt. Dauerhaft ist das Gymnasium für eine 4-zügige Schule ausgelegt. Es gibt keine Leistungsbeschränkungen bezüglich der Aufnahme von Schülern. Es ist festzustellen, dass bei vielen jungen Menschen die Entwicklung erst in den späteren Jahren einsetzt und sie dann mit guten bzw. sehr guten Leistungen das Abitur abschließen. Heute gehen zirka 60 Prozent der Schüler von der Grundschule nach der sechsten Klasse zum Gymnasium. In Bayern werden Schüler nach der fünften Klasse ins Gymnasium aufgenommen und schließen mit dem Abitur die 12. Klasse ab. Bei den Pisa Ergebnissen lagen die Schüler aus Bayern im Vergleich zu den anderen Bundesländern an der Spitze.

Welche Baumaßnahmen wurden bisher durchgeführt und welche sind noch geplant?
Bis zum April 2010 war die Grundschule im Gymnasium Wandlitz untergebracht. Es fehlten Räumlichkeiten. In der Brandenburg Klinik (Waldsiedlung) wurde ein Gebäude mit acht Unterrichtsräumen und die damalige Multifunktionshalle / Sporthalle angemietet. Die Schüler wurden mit Bussen hin und zurück befördert. Für die Lehrkräfte war es sehr kompliziert und zeitaufwendig, zwischen den beiden Standorten in den zur Verfügung stehenden Unterrichtspausen zu wechseln. Nachdem in Basdorf die Gesamtschule geschlossen wurde, stellte die Gemeinde Wandlitz für das Gymnasium Räumlichkeiten zur Verfügung. Mit der Fertigstellung der neuen Grundschule erweiterte sich das Raumangebot für das Gymnasium. Nachdem zwischen Gemeinde und Landkreis ein Nießbrauchvertrag abgeschlossen wurde – Grund und Boden sowie das Gebäude sind Eigentum der Gemeinde – konnte der Landkreis die Sanierung und die An- und Umbauarbeiten des Gymnasiums durchführen. Wenn man heute das Äußere der Gebäude, die Klassen- und Seminarräume betrachtet, so sind sie in einem sehr guten Zustand. Derzeit wird der Anbau längs der Straße „Am Langen Grund“ mit drei Räumen sowie Sanitäreinrichtungen und einem direkten Zugang zum Hauptgebäude fertiggestellt. Das Gebäude neben den Parkplatz wird im nächsten Jahr saniert. Die gesamten Baumaßnahmen sind erforderlich, da der Schulentwicklungsplan festlegt, dass das Gymnasium dauerhaft 4-zügig auszurichten ist.

Wie weit reicht das Einzugsgebiet der Schüler des Gymnasiums?
Das Einzugsgebiet bezieht sich in erster Linie auf die Gemeinde Wandlitz mit seinen neun Ortsteilen. Darüber hinaus kommen Schüler aus den umliegenden Orten, so z.B. aus Ruhlsdorf, Biesenthal, Wensickendorf und Zühlsdorf . Aber es kommen auch Schüler aus anderen Orten, wie Bernau, Schönow, Zepernick und Großschönebeck. Ebenso gibt es auch Schüler, die z.B. von Wandlitz nach Bernau in das „Barnim Gymnasium“ fahren. Das liegt möglicherweise daran, dass dieses Gymnasium naturwissenschaftlich ausgerichtet ist. Das Wandlitzer Gymnasium ist demgegenüber mehr Sprach- und Kunstorientiert aufgestellt. Unser Gymnasium ist eines der fünf Gymnasien im Barnim. Es liegt in der Entscheidung der Eltern, wo sie ihre Kinder einschulen. Die Landkreise als Schulträger sind verpflichtet die Kosten für den Transport der Schüler zu übernehmen. Das betrifft z.B. die Schüler aus Wensickendorf, Zühlsdorf und anderen Orten. In diesem Fall ist der Landkreis Oberhavel für den Transport zuständig.

Welche Arbeitsgemeinschaften und Aktivitäten gibt es am Gymnasium?

Viele Schüler gehen nach der Schule ihren speziellen Interessen nach. Sie sind in Sportvereinen, wie Fußball, Tennis, Kampfsport, Volleyball organisiert. Darüber hinaus finden die Jugendlichen ausreichend Möglichkeiten zur sinnvollen Freizeitgestaltung in bestehenden Arbeitsgemeinschaften (AG) des Gymnasiums. So beschäftigt sich eine AG mit der Gestaltung der WEB-Seite des Gymnasiums und betreut sie. Eine andere bringt die Schülerzeitung „News Eule“ heraus, die viermal im Jahr erscheint. Die neue Ausgabe vom 21. Oktober 2013 liegt mir gerade auf dem Tisch. Es gibt einen Chor und eine Laienspielgruppe, die auch öffentlich auftreten. Die Arbeitsgruppen werden von Lehrkräften aktiv unterstützt.

Sie erwähnten, dass das Gymnasium auch zu ausländischen Schulen Kontakte hat. Wie ist der gegenwärtige Stand und welche Erfahrungen haben sie gemacht?

Am Anfang gab es Verbindungen zwischen den Partnerstädten und Gemeinden in anderen Ländern. So bestand eine enge Zusammenarbeit zwischen Wandlitz und der französischen Stadt La Ferrière und der polnischen Stadt Trzebiatów. In der Vergangenheit haben wir an einem von der Europäischen Union ins Leben gerufenen Programm mit dem Namen Comenius teilgenommen. Das abgestimmte Programm steht immer unter einem bestimmten Thema und wird von mindestens drei Schulen aus verschiedenen Ländern bearbeitet und von der EU finanziell unterstützt. Die Ergebnisse des Projektes müssen jährlich in Brüssel abgerechnet werden. Das erste Projekt, das über drei Jahre ging, befasste sich mit der Toleranz zwischen Menschen. Das haben wir mit den Gymnasien der Stadt Vire in Frankreich bearbeitet. Ein weiteres Projekt stand unter der Thema Natur und Umwelt, das mit dem Gymnasium der Stadt Karlstadt in Schweden bearbeitet wurde. Die Schülergruppen untersuchten die Wasserqualitäten verschiedener Oberflächengewässer, z.B. vom Wandlitzsee. Das Wandlitzer Gymnasium arbeitete weiter an einem Schulentwicklungsprojekt mit. An diesem Projekt waren Spanien, Schweden, Nordirland, Portugal, Griechenland und Österreich beteiligt. Die Beteiligten - meist Schulleiter und Lehrer - trafen sich regelmäßig. Es entstanden teilweise persönliche Kontakte, die bis heute bestehen. Des Weiteren pflegen wir seit vielen Jahren einen engen Schüleraustausch mit der französischen Gemeinde Vire in der Normandie. Schüler der Klassen 9 bis 11 unseres Gymnasiums besuchten im letzten Jahr Frankreich. In diesem Jahr waren Schüler dieser Schule zu einem Gegenbesuch in Wandlitz. Sie wurden von Gasteltern betreut. In dem einwöchentlichen Aufenthalt hatten sie die Gelegenheit, Wandlitz kennen zu lernen und eine Fahrt nach Berlin und Potsdam durchzuführen.

Wandlitz hat Asylbewerber aufgenommen. Welche Verbindung hat das Gymnasium zu den Asylbewerbern?
Unsere Schülerinnen und Schüler unterstützen die Asylbewerber und helfen ihnen bei der Erlernung der deutschen Sprache. Gespräche werden soweit wie möglich auch in der einen oder anderen Fremdsprache geführt. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Am Gymnasium sind bisher noch keine Schülerinnen oder Schüler angemeldet. Die Kinder sind nicht im entsprechenden Alter, um das Gymnasium zu besuchen.

Die Kulturhoheit und damit die Schulbildung sind den 16 Ländern zugeordnet. Wie beurteilen Sie die Unterschiede in den Bundesländern?

Von Nachteil ist, dass es kein einheitliches Schulsystem gibt. Jedes Bundesland hat seine eigenen Richtlinien. Das wird besonders deutlich bei den unterschiedlichen Schulsystemen, z.B. in Bayern dreigliedrig (Hauptschule-Realschule-Gymnasium) und in Brandenburg/Berlin zweigliedrig (Hauptschule-Gymnasium). Dabei treten besonders Probleme bei einem Ortswechsel der Eltern auf, die von einem Bundesland in ein anderes ziehen. Aber das ist nicht das Einzige. So betrifft das auch die uneinheitliche Abiturprüfung und das unterschiedliche Lehrangebot in den Bundesländern. Berlin und Brandenburg haben dazu bereits einige Maßnahmen getroffen. Das betrifft u.a. das gemeinsame Abitur. Die Kultusministerkonferenz, die von den Ländern besetzt ist, bemüht sich ebenfalls Verbesserungen für eine bessere Bildungspolitik zu erreichen. Bei einer Vereinheitlichung der Prozesse darf man allerdings die Vielfalt nicht vermissen. Es ist noch vieles zu tun!

Gelegentlich hört man Hinweise über Drogenkonsum der Jugendlichen. Spielt das im Gymnasium auch eine Rolle?
Im Gymnasium haben wir damit keine Probleme. Was in der Freizeit passiert, darüber sind wir nicht informiert. Wir unternehmen alles um Schüler von den Drogen abzuhalten. Gefahren sehen wir bei den künstlichen Drogen, die hauptsächlich über die tschechische Grenze eingeführt werden. Damit sind wir in Brandenburg auf Grund der Entfernung nicht direkt konfrontiert. Bekanntlich ist der Drogenkonsum bei den Schülern erkennbar, da meist veränderte Verhaltensweisen sichtbar werden. Wir nehmen das Problem sehr ernst. Bei Auffälligkeiten nehmen wir mit den Eltern Verbindung auf und informieren sie. Es gibt eine Zusammenarbeit mit der ÖPB (Öffentliche Polizei Beratung) in Bernau. Ein Vertreter kommt mit seinem Drogenkoffer und unterrichtet Schüler und Eltern über Gefahren und Auswirkungen bei der Einnahme von Drogen. Mit der Elternsprecherin des Landeskriminalamtes in Oranienburg stehen wir auch im engen Kontakt, die unsere Lehrkräfte in bestimmten Abständen schult. Die nächste Veranstaltung ist am 6. Dezember vorgesehen.

Herr Arndt, welche Wünsche als Schulleiter des Gymnasiums haben Sie für die Zukunft?

Unsere Schule zeichnet sich durch eine vertrauensvolle und freundliche Lernatmosphäre aus und steht für ein gewaltfreies Miteinander. Das soll so bleiben. Ein gutes Klima zwischen den Lehrerkollegium und Schülern ist mir sehr wichtig. Unsere Schüler finden immer Ansprechpartner, auch in Konfliktsituationen (Vertrauenslehrer, Mediatoren).

Wir danken Ihnen für das Interview und wünschen Ihnen sowie dem Lehrerkollegium weiterhin alles Gute.
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 10. Dezember 2013 )
 
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