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Windkraft bewegt (Nr. 51) PDF Drucken
Für und Wider von Windkraftanlagen
Am Donnerstag, den 14. November lud der Verein wandlitzerneuerbar e.V. zu einem Vortrags- und Diskussionsabend zum Thema „Windkraft bewegt. Das Für und Wider von Windkraftanlagen“ in den Ratssaal des
Wandlitzer Rathauses ein.
Neben den Referenten Frank Vach (umweltplan projekt GmbH), Claudia Henze (Leiterin der Regionalen Planungsstelle Uckermark-Barnim) und Anne Wiesen (Regionales Energiekonzept Uckermark–Barnim) sowie Hans-Jürgen Klemm (Sprecher BI „Hände weg vom Liepnitzwald“) waren ungefähr 50 Teilnehmer anwesend.
Inhaltlich ging es um den Nutzen und die Probleme beim Errichten und Betreiben von WKA.
Es war insgesamt eine kontrovers geführte Diskussion. Die Mehrheit der Teilnehmer, die sich mit Fragen bzw. Meinungen positionierten, sprach sich gegen die Fortschreibung der Planung von Windeignungsgebieten in Wäldern aus.
Es war schon interessant, welche Meinungen im Einzelnen zum Tragen kamen:
So erklärte Claudia Henze, dass bei der Planung weder Nutzen noch Schaden Berücksichtigung fänden. Dass seit ein paar Jahren auch Waldflächen in die Planung einbezogen werden, läge daran, dass in der Uckermark die waldfreien Flächen mit Windrädern ausgereizt seien und die Zumutbarkeit zu hoch wäre, wenn nur waldfreie Flächen genutzt würden. Deshalb sei nun auch der Barnim mit seinen Waldflächen dran.
Auf die Frage nach Anpassung der Planung an den derzeitigen Stand der Koalitionsverhandlungen der Regierungsparteien nach der Bundestagswahl im September diesen Jahres bezüglich der Energiewende, antwortete sie, dass die Planung seit 2005 fortgeführt werde und dabei nicht jeder politische „Hopser“ mitgemacht werden könne. Allerdings werden die Vorgaben der Landesregierung Brandenburg aber doch sehr ernst genommen. Daher auch die Antwort auf die Frage, was passieren müsse, damit Wälder aus der Planung herausgenommen werden: „...wenn das Land die Vorgaben ändert…“.
Frank Vach äußerte als Dienstleister für die Windradkonzerne, dass es kein ethisches Problem mit der Windkraft gäbe. Er versuchte die Teilnehmer mit dem Argument zu beschwichtigen, dass es sofort nach der Aufstellung in Wäldern eine Wiederaufforstung gäbe. Er vergaß nur zu sagen, durch wen.
Zum Thema, welchen Nutzen die Kommunen von Windrädern haben, erklärte er am Beispiel der Klosterfelder Parkanlage, dass die Gewinne, die sie erwirtschaften, durch die Abschreibung mindestens in den ersten zehn Jahren aufgefressen werden und damit zunächst nichts an die Kommunen fließt. Ebenso werden diese keinen direkten Nutzen vom erzeugten Strom haben, weil der über die Stromanbieterkonzerne verteilt werde.
Auf die Frage nach einem möglichen Stopp oder Verlangsamung des weiteren Ausbaus mit WKA bis zur Klärung der Speichermöglichkeiten von Strom, meinte er nur, dass dies sicher ein zukunftsweisendes Problem sei. Allerdings, das wurde in der Diskussion betont, werden die Bürger belogen, wenn der Konzern Eon-Edis in einem Werbespot behauptet, bereits Speichermöglichkeiten parat zu haben. Keine Antwort kam auf die Frage, wie viel Geld im Verhältnis zum Ausbau der Windkraft in die weitere Erforschung der Speichermöglichkeiten fließt.
Hans-Jürgen Klemm verwies in seinen Ausführungen darauf, dass die Menschen in Brandenburg nach dem Verursacherprinzip bereits den höchsten Strompreis in Deutschland bezahlen. Da in Deutschland insgesamt europaweit der höchste Strompreis gilt, sind wir Brandenburger ebenso europaweit an der Spitze. So sei es auch nicht verwunderlich, dass bereits heute über 300.000 Haushalte ohne Strom auskommen müssen, weil sie den hohen Preis nicht bezahlen können. Die Tendenz wäre steigend. Er sprach somit von der Abschöpfung der Massen zugunsten einiger weniger Konzerne. Ergänzend verwies Rainer Ebeling von der BI auf den Umstand, dass derzeit im Bundesgebiet lediglich 1,2 Prozent der produzierten Windenergie verbraucht werden, was wiederum die Frage nach der Effizienz und den Grenzen des weiteren Windradausbaus aufwirft…
Weiterhin verwiesen Teilnehmerinnen auf den Liepnitzwald als größten CO2-Speicher in unserer Region. Würde er in Größenordnungen abgeholzt, erscheine das Gerede von CO2-Speicherproblemen nur als Farce.
Eine junge Frau berichtete über psychische und physische Beeinträchtigung durch die in der Nähe ihrer Datsche aufgestellten Windräder. Dem setzte die Gemeindevertreterin Dr. Marita Kalinowski sehr engagiert entgegen, dass es keine Studie gäbe, nach der gesundheitliche Schäden durch Windräder nachgewiesen worden seien. Straft sie damit nicht alle betroffenen Bürger Lügen? Ist etwa das angebliche Fehlen einer Studie ein Beweis für die gesundheitliche Unbedenklichkeit von WKA?
Wer sollte aber auch ein Interesse an einer solchen Studie haben und dann auch noch das Geld dafür aufbringen? Die Energiekonzerne wohl kaum!
Insgesamt machte die kontrovers geführte Diskussion deutlich, dass bezüglich dieser Form von erneuerbarer Energie viele Probleme ungelöst sind. Erkennbar ist, dass zugunsten von großen Energiekonzernen den Bürgern nicht nur Kosten, sondern auch unabsehbare Einschränkungen aufgebürdet wurden und werden. Aus der Sicht der Wandlitzer Bürger kann es deshalb nur heißen: „Hände weg vom Liepnitzwald“ und von allen anderen Wäldern ebenso.
Christa Schumann
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 10. Dezember 2013 )
 
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