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Hilfe für Katzen und Menschen? (Nr. 52) PDF Drucken
In Wandlitz, nahe der Bahn befindet sich seit langer Zeit ein Grundstück, das verwildert war. Bisher wurde es von einem obdachlosen Mann mit vielen Katzen bewohnt. Wir kennen ihn hier alle. Er begegnet uns im Ort. Wir wissen nicht, warum er so lebt, aber für ihn und die Katzen war es ein „zu Hause“. Die Katzen wurden von Einwohnern gefüttert und vom Tierheim Ladeburg zum größten Teil kastriert. Dies war der Gemeinde seit Jahren bekannt. Trotzdem wurde dieses Grundstück zur Versteigerung angeboten. Leider hat kaum jemand davon erfahren. Auf Nachfragen wurde mehreren Interessenten, die es kaufen wollten, mitgeteilt, dass kein Eigentümer ermittelt werden kann. Im Juli dieses Jahres wurde es ohne vorherige Räumung versteigert. Der neue Eigentümer als auch die Gemeinde hätten zunächst dafür sorgen müssen, dass der Mann und die Tiere untergebracht werden. Unter Umgehung aller rechtlichen Vorschriften für neue Eigentümer auch bei Versteigerungen, nämlich einen Räumungstitel beim Amtsgericht zu erwirken und einen Gerichtsvollzieher mit der Räumung zu beauftragen, hat der neue Eigentümer den Mann und die Tiere auf die Strasse gejagt und die Notunterkunft abgerissen. Auch da hat die Gemeinde nicht reagiert und die Katzen nicht einfangen lassen, obwohl es einen Vertrag mit dem Tierheim Ladeburg gibt, der solche Fälle absichern soll. Die Tiere saßen monatelang auf den Schienen vor dem Grundstück. Auch Herr P. schlief hin und wieder vor dem Eingang. Ein Kater wurde leider überfahren. Durch die Umleitung der B 109 wäre es den anderen wohl genauso ergangen.
Die Situation schien aussichtslos. Herzlichen Dank an Jörg und Katja, aus der Karl-Liebknecht-Straße, die mutig und entschlossen waren, die Sache nicht einfach so hinzunehmen. Sie haben mit viel Zeit und wochenlanger Geduld alle Katzen eingefangen und mitgenommen. Wo der Mann heute lebt, wissen wir nicht. Hoffentlich muss er den Winter nicht im Freien verbringen.
Liebe Mitarbeiter der Gemeinde, Sie können sich also entspannt zurücklehnen, verfallen Sie erneut in Ihre Schockstarre, Ihre Arbeit wurde erledigt. Mit dem Gefühl, jemanden der Ihre Hilfe brauchte, im Stich gelassen zu haben, damit müssen Sie selbst fertig werden.
Martina Zenke
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 30. Januar 2014 )
 
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