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Der Bestatter des Jahrhundertvertrages! (Nr. 54) PDF Drucken
Die Stadt Berlin hatte in weiser Voraussicht für seine Bevölkerung liepnitzsee-knftig-webWaldflächen im Umland von Berlin als „Erholungswald“ seit Ende des 19. Jahrhunderts erworben. Diese noch bestehenden Besitzrechte für große Flächen, unter anderem um den Liepnitzsee, wurden Bestandteil des „Jahrhundertvertrages“ der Berliner Forsten und sind im „Brandenburger Waldgesetz“ verankert. Diese Flächen liegen auch im Landschaftsschutzgebiet „Wandlitz-Biesenthal-Prendener- Seengebiet“, in dem sie seit 1965 unter Schutz gestellt wurden. Teilflächen wurden im Jahr 2004 unter Naturschutz gestellt. Die Flächen sind Bestandteil von Großschutzgebieten und wurden nachhaltig gepflegt und erhalten.
Für die Gemeinde Wandlitz, Gemarkung Lanke wurde das Windeignungsgebiet Wandlitz im Ergebnis der raumordnerischen Steuerung der Windenergienutzung in der Planungsregion Uckermark- Barnim festgelegt. Für diese Planungsregion existiert ein als Satzung in Kraft getretener sachlicher Teilregionalplan „Windnutzung, Rohstoffsicherung und -gewinnung“ in der Bekanntmachung vom 6. August 2004. Dieser sachliche Teilregionalplan wird derzeitig fortgeschrieben.
Für den Regionalplanentwurf 2013 des sachlichen Teilregionalplanes „Windnutzung, Rohstoffsicherung und -gewinnung“ findet vom 1. April bis 30. Juni 2014 ein öffentliches Beteiligungsverfahren statt. In dieser Zeit können Hinweise und Einsprüche bei der regionalen Planungsbehörde- Landrat Ihrke- eingebracht werden. Der Landrat des Landkreises Barnim, Bodo Ihrke hat nun eine Broschüre mit dem Titel „Landkreis Barnim- Reich an Natur, Einladung zum Entdecken, Verstehen und Handeln“, Jahrgang 2014 veröffentlicht.

liepnitzsee-luftaufnahme-web In der Broschüre wird auf Seite 89 der „Planungsraum für Windräder am Liepnitzsee bei Wandlitz“ dargestellt. Der Landrat hat somit das zurzeit noch laufende öffentliche Beteiligungsverfahren bereits abgeschlossen und das Ergebnis vorweggenommen. In der Einführung zu dieser Broschüre wird hervorgehoben: „Dass das selbstverständlich Wert für uns hat, merken wir oft erst, wenn es verloren zu drohen gilt“. Bodo Ihrke stellt dafür, bewusst oder unbewusst, die Weichen.
Was über ein Jahrhundert hinaus gepflegt und erhalten wurde, ist nun auf dem besten Weg, durch industrielle Windkraftanlagen in dieser auf Gewinn orientierten Gesellschaftsordnung der Zerstörung überlassen zu werden. Die Wege in die Wälder, die Stromtrassen mit Zu- und Ableitung der Elektroenergie vernichten den Wald und reduzieren für die Tierwelt den Lebensraum. Der Vogelschutz und die Fledermäuse werden in diesem Lebensraum beeinträchtigt. Dagegen muss es Widerstand geben. Reihen Sie sich mit einem persönlichen Schreiben unter Nennung von Widerspruchsgründen an den Landrat für die Erhaltung unseres Waldes als Erholungsort ein. Wir wollen nicht, dass eines Tages unser Erholungswald so aussieht, wie auf der Fotomontage dargestellt.
Wolfgang Weidler
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 6. Juni 2014 )
 
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