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Ein Kampfbegriff (Nr. 58) PDF Drucken
Ich lese das HK-J, seit wir vor sechs Jahren nach Schönwalde gezogen sind. Es hat sich lange Zeit durch eine tatsächlich überparteiliche, auf Bürger-Interessen fixierte Berichterstattung ausgezeichnet. Dass es in manchen Artikeln (auch persönliche) Seitenhiebe gab, die den Grenzen des Anstands bedenklich nahe kamen, habe ich in Kauf genommen.
Die „Fröhlichen Weihnachten“ auf Seite 1 der Jahresendausgabe, nicht namentlich gezeichnet und daher der Redaktion und dem verantwortlichen Redakteur Horst Schumann zuzurechnen, überschreiten diese Grenze allerdings deutlich. Man kann zu Bodo Ramelow stehen wie man will, zur „Unrechts“-Debatte in Thüringen und zur Aufarbeitungsnotwendigkeit der DDR-Geschichte. Aber einen christlich-sozialisierten Gewerkschafter als „rotlackierten V-Mann“ zu bezeichnen ist keine Geschmacklosigkeit, sondern bewusste politische Diffamierung. Horst Schumann weiß natürlich, dass der Begriff „rotlackiert“ historisch besetzt ist. Die „rotlackierten Faschisten“ waren der Kampfbegriff der Sozialfaschismus-These in der Komintern und der KPD. Nach ihr stellte die Sozialdemokratie den „linken Flügel des Faschismus“ dar und war daher vorrangig zu bekämpfen.
Wohin diese bewusste Verweigerung der Einheit der Arbeiterklasse führte, wissen wir alle.
Jens-Peter Heuer, Schönwalde
(Kommentar unter dem Titel: "Rotlackierte Fingernägel")
 
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