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Kampf dem Terror (Nr. 58) PDF Drucken
Die jüngsten Terroranschläge von Paris haben viele Menschen erschüttert. Es gab zahlreiche große Demonstrationen, Kundgebungen und Gedenkveranstaltungen. Auch uns hat das nicht kalt gelassen. Unvorstellbar, dass plötzlich Leute in eine Zusammenkunft stürmen und alle Anwesenden erschießen, einfach so. Weil denen unsere Meinung nicht passt.
Doch ganz so einfach wollen wir es uns auch nicht machen. Da stehen Politiker aller möglichen Länder Arm in Arm und zeigen tiefe Betroffenheit. Man möchte fast mit weinen. Gleichzeitig beobachten wir sehr aufmerksam einen Prozess, der seit dem 6. Mai 2013 in München gegen die sogenannte Gruppe „NSU“ stattfindet. Ein Ende dieses Prozesses ist nicht in Sicht. Zeugen – Mitarbeiter des Verfassungsschutzes, des MAD, V-Leute – können sich nicht mehr erinnern, verweigern auch mal die Aussage oder erscheinen gar nicht erst, weil sie plötzlich bei einem Autounfall ums Leben kamen. Wenn man die stets süffisant grinsenden Verteidiger im Fernsehen vorgeführt bekommt, kann einem schon mal ganz schlecht werden. Ein Terrorprozess, bei dem es um den Tod von zehn Menschen geht. Hier geht alles streng nach rechtsstaatlichen Prinzipien, eine Einmischung durch die Politik verbietet sich daher.
Dann lesen wir in der Zeitung, dass die USA erneut vorgebliche Terroristen des IS oder von Al-Qaida mit einer unbemannten Drohne getötet haben. Ohne jegliche Beweisführung, ohne öffentliches Mandat und ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Das ist auch Terrorismus, staatlich sanktionierter.
Das Töten von Menschen wird nicht dadurch humaner, wenn es im Auftrag von Regierungen erfolgt. Wenn unsere Politiker sich über den Terrorangriff in Paris besorgt äußern, dann sollten sie nicht den Terror in Saudi-Arabien, zwischen Israel und Palästina und hier in Deutschland aus dem Auge verlieren.
Wir sind für Meinungsfreiheit. Gibt es in Frankreich keine anderen Themen, die man satirisch aufgreifen könnte, ohne sich über andere Religionen lustig zu machen?
 
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