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Diagnose Krebs - Zurück ins Leben (Nr. 59) PDF Drucken
jutta-krge-webGespräch mit Jutta Krüger (63) aus Schönwalde über ihre Erfahrungen mit der Krebsberatungsstelle in Wandlitz als Betroffene
 

Mir sitzt eine optimistische Frau gegenüber, die Freude am Leben hat und der man ihre Erkrankung kaum ansieht. Allein die kurzen Haare deuten auf den schweren Weg hin, den sie mit Chemo- und Strahlentherapie hinter sich hat.

Vorgeschichte: Diagnose und Behandlung
Jutta Krüger erhielt vor einem guten Jahr die Diagnose Brustkrebs. Allerdings war allein der Weg zu dieser Diagnose beschwerlich, da der Tumor versteckt hinter ihrer Brust saß und mit der Mammographie kaum zu erkennen war. Dadurch verging wertvolle Zeit, die sie durch eine sofort durchgeführte Computerthomographie für ihre Gesundheit gewonnen hätte. Sie fragt sich heute noch, warum eine CT bei einer solchen Vermutung nicht bei allen Frauen gemacht wird. Das könnte ihnen auch viel Schmerz bei den folgenden routinemäßigen diagnostischen Torturen ersparen.
Im Gespräch mit anderen Patienten während der ärztlichen Betreuung im akuten Zustand erfuhr sie zusätzlich, dass nach neueren Erkenntnissen im gleichen Klinikum bei diesen vor der OP eine Chemotherapie durchgeführt wurde, um eine eventuelle Ausbreitung einzugrenzen und der Bildung von Metasthasen vorzubeugen. Das schien ihr plausibel und es kam die Frage auf, warum das bei ihr nicht auch so erfolgte. Warum behandelt man die Patientinnen so unterschiedlich?
Diese Frage wurde noch verstärkt, als sie kürzlich bei einem Vorgespräch für den folgenden Brustaufbau im Brustzentrum im Behring-Krankenhaus in Zehlendorf – es gehört dem gleichen Klinikverbund an, wie das behandelnde Klinikum – erfuhr, dass es sinnvoll sei, vor einer geplanten OP die Frauen über eine optimale Behandlung zu beraten.
Sie rät daher jeder Frau, der ein solches Schicksal widerfährt, sich dorthin zu wenden, um die weiteren Schritte abzustimmen, um Ihnen dadurch viel Leid und unnötige Schmerzen zu ersparen.
Diagnose, Behandlung und Probleme, die durch Folgediagnosen auf Jutta Krüger einströmten, hatten die aufgeweckte und künstlerisch begabte Frau verändert. Sie zog sich zunehmend zurück und war fast dabei, sich ihrer Verzweiflung zu ergeben, als ein Konflikt mit einem ihr nahestehenden Familienmitglied eskalierte. Brustkrebs, zwei Operationen, Metasthasen in der Leber und ein familiärer Schock – was soll ein Mensch noch alles aushalten?
Da schlug ihr die Psychoonkologin im Klinikum vor, sich an Elvira Muffler in der Krebsberatungsstelle in Wandlitz zu wenden.

Hilfe durch Krebsberatungsstelle
Jutta Krüger war skeptisch, wandte sich dann aber an die Krebsberatung. Seit sie regelmäßig an den Gesprächen mit Elvira Muffler (zunächst einmal in der Woche, jetzt einmal in 14 Tagen) teilnimmt merkt sie, dass sie langsam eine neue Sicht auf Ihre Probleme erhält. Sie kann sich jetzt aktiv mit Ihrer Situation auseinander setzen. Sie sagt selbst, dass sie nie geglaubt hätte, welche Auswirkungen die menschliche Psyche auf den Körper haben kann, und dass psychisches Leid auch dazu beitragen kann, eine Krankheit zum Ausbruch zu bringen oder sie zu befördern.
Elvira Muffler hat ihr geholfen den Teufelskreis ihrer Probleme zu durchbrechen und sich ihnen aktiv zu stellen. Das war nur möglich, weil ihre Krankheit in den Gesprächen nicht losgelöst, sondern in alle sie bewegenden Probleme eingebettet war. Sie gibt den Teilnehmerinnen Hilfe zur Selbsthilfe, um wieder ins Leben zurück zu finden und daran Freude zu haben.
Jutta Krüger freut sich nun auf kommende Gesundheitswanderungen, die ebenfalls im Angebot der Krebsberatungsstelle sind. Sie denkt nun auch schon wieder daran, langsam mit Sport anzufangen. Nur der Reha-Kur in Boltenhagen schaut sie noch etwas skeptisch entgegen.
Sie möchte auch wieder mit dem Basteln anfangen, um ihrem Mann am Stand auf dem Schmachtenhagener Bauermarkt zur Seite stehen zu können. Allerdings macht die Antikörpertherapie ihren Händen sehr zu schaffen.
Ihr ausdrücklicher Wunsch ist es, dass die Krebsberatungsstelle, die immer noch ausschließlich auf Spendengelder angewiesen ist, sich zu einer festen Institution in unserer Gemeinde entwickelt. Es ist ebenfalls aus der Sicht der Betroffenen nicht zu verstehen, warum die Krankenkassen diese wertvolle Arbeit nicht unterstützen und sich der Staat auch an dieser Stelle aus der Verantwortung zieht.
Ich wünsche ihr viel Kraft bei der weiteren erfolgreichen Bewältigung aller sie beeinträchtigenden Probleme. Ich wünsche ihr und allen Betroffenen einen bleibenden Sieg über Krankheiten und Probleme, damit das Leben wieder Freude macht.
Dazu würden auch grundsätzlich tolerantes und achtungsvolles Miteinander aller Mitmenschen beitragen, denn das Leben ist zu kurz, um es durch Ärger und Krankheit zu belasten.
Christa Schumann

Weitere Informationen und Kontakt:
www.krebsberatung-berlin-brandenburg.de, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Telefon: 033397 273802

Spendenkonto Krebsberatung Berlin-Brandenburg e.V. bei der Sparkasse Barnim IBAN: DE08 1705 2000 3000 0442 55 SWIFT-BIC: WELADED1GZE

Die Spenden an die Krebsberatung Berlin-Brandenburg können steuerlich geltend gemacht werden.
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 5. April 2015 )
 
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