Startseite arrow Gemeinde Wandlitz arrow Aus den Orten arrow Kranzniederlegung in Klosterfelde (Nr. 60)
Kranzniederlegung in Klosterfelde (Nr. 60) PDF Drucken
Es ist inzwischen zu einer guten Tradition geworden, am 8. Mai am Ehrenmal für die gefallenen sowjetischen Soldaten in Klosterfelde sich zu treffen und Blumen niederzulegen. Das war auch in diesem Jahr so. Diesmal kamen mehr Bürger unserer Gemeinde, vielleicht auch deshalb, weil sich der Jahrestag der Befreiung vom Faschismus zum 70. Mal jährte. Bürgermeisterin Jana Radant sprach zu den Anwesenden und würdigte die Opfer. Auch der Ortsvorsteher Klaus Pawlowski nahm, wie bereits in den vergangenen Jahren an der Zeremonie teil. Schüler der 9. Klasse aus Klosterfelde trugen ihre Gedanken zu den Ereignissen vor so langer Zeit vor. Es macht uns, den Älteren, Mut und Hoffnung, dass die Erinnerung an das Grauen des 2. Weltkrieges, an die Millionen Toten, an die Verbrechen deutscher Soldaten, an das unsägliche Leid von Menschen in aller Welt, auch in unserem Land, niemals vergessen werden. Der 8. Mai wurde in Brandenburg als Gedenktag deklariert. Das gibt uns den Ansporn, auch künftig die Erinnerungen und das Andenken wach zu halten: Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!
Das ist gerade aktuell von außerordentlicher Bedeutung. Kriege sind keine Naturkatastrophen, sie werden nicht von einzelnen „Verrückten“ inszeniert. Kriege dienten und dienen nur einem Ziel: Machtausübung der Herrschenden. Auch der 2. Weltkrieg wurde im Interesse von Großindustriellen, Bankiers und Profitiers entfacht. Sie blieben immer die Gewinner, egal wie der Krieg ausging. Opfer waren die Millionen einfachen Menschen, die auf den Schlachtfeldern für Gott, Vaterland, Führer oder sonst etwas verheizt wurden. An den Ursachen für Kriege hat sich heute nichts geändert.
Als 1990 die Bürger der DDR zu Bundesbürgern wurden – ohne dass man sie danach gefragt hatte – war die Hoffnung groß, dass nun nach einem jahrzehntelangen kalten Krieg wir alle uns ein friedliches Leben aufbauen können. Doch schon wieder starben deutsche Soldaten, und weitere sollen folgen. Wir sagen NEIN zu einem erneuten militärischen Konflikt, zu einem geplanten Stellvertreterkrieg gegen Russland. Wir wollen nicht und wir werden nicht erneut zu den Waffen greifen, um die Interessen unbelehrbarer Verbrecher zu erfüllen. Wir wollen, dass niemals mehr eine Mutter ihren Sohn beweint.
In Klosterfelde steht auch, unweit des Ehrenmals für die sowjetischen Soldaten, ein Denkmal für die gefallenen Soldaten des 1. und 2. Weltkrieges, die in Klosterfeld beheimatet waren. Auch Ihnen gebührt ein würdevolles Andenken, sie starben für fremde Interessen, oft vielleicht sogar guten Glaubens. Ob jedoch die Ehrung für sie auch am 8. Mai erfolgen muss, scheint fragwürdig. Es gibt z.B. den Volkstrauertag, der sich bestimmt dafür besser eignen würde. Wir sollten darüber reden.
Horst Schumann
 
< zurück   weiter >
Valid XHTML & CSS - Design by ah-68 - Copyright © 2007 by Firma