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GLOSSE – Gefahrenabwehr
Dem Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Wandlitz war aufgetragen, einen „Gefahrenabwehrbedarfsplan“ (schönes 26-buchstabenlanges Wort) für die Großkommune erstellen zu lassen.
Gerade eine Gemeinde wie die hiesige mit ihrer höchst anfälligen 30 Kilometer langen und wer weiß wie breiten Ausdehnung könnte so etwas dringend nötig haben, eine Einsicht, welche wohl durch eine übergeordnete Behörde des Landes oder durch Paten aus dem Rheinland kräftig angeregt wurde. Der wissbegierige Zeitgenosse kann nur Vermutungen darüber anstellen, wie solch ein erwaltungspolitischer Vorgang zustande kommt. Oder er denkt sich seinen Teil (über die Funktionsweise von Demokratie, die gläserne Verwaltung, das Mittun der Bürger und dergleichen mehr). Um nun herauszubekommen, wie welche Gefahren von der Gemeinde abgewendet werden könnten, also welch ein Bedarf dafür besteht, ist laut Amtsblatt, amtlicher Teil, „umgehend“ eine Firma aus dem schönen Tal der Wupper im Rheinland beauftragt worden – wohl ohne Ausschreibung. Andere Gemeinden im hiesigen Land sind offenbar noch viel weiter zurück und verfügen über keinen solchen Plan oder entsprechende Erfahrungen darüber, was früher „Zivilverteidigung“ hieß, also ein Element von Gefahrenabwehr und Katastrophenschutz etc. gewesen ist. Auch im Innenministerium scheint es Erkenntnisse zu diesem brisanten Thema überhaupt nicht zu geben. So nimmt man dann gleich eine Firma aus Wuppertal in die (wie teure?) Pflicht. Wäre es da nicht zeitgemäßer gewesen, dem Globalisierungstrend folgend gleich ins Ausland zu gehen, nach Australien oder Kanada oder die USA, wo es ja ein Heimatschutzministerium zur Gefahrenabwehr gibt, das doch sicherlich über reichhaltiges zweckentsprechendes Material verfügt? Nun heißt es in der 27-Worte-Mitteilung des Amtsblatts für die Gemeinde Wandlitz Nr. 5/2006, Seite 3: „...stimmt der Beauftragung zu“, was bedeutet, dass abgenickt wurde, was längst schon im Gemeindeamt oder sonst wo vielleicht ohne jede Debatte entschieden war. So verantwortungsvoll kann Ausschussarbeit in der Gemeinde sein.
Argus 
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 13. August 2006 )
 
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