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„Haus am Wandlitzsee“ (Nr. 60) PDF Drucken
– Das neue Zuhause unserer Angehörigen
Als wir im Sommer 2014 vor der Entscheidung standen, unsere Angehörigen in einem Pflegeheim unterbringen zu müssen, waren wir sehr froh, dass das „Haus am Wandlitzsee“ eröffnete. Als die ersten Bewohner einzogen, waren die Bauarbeiten gerade beendet, dennoch strahlte das Haus eine Atmosphäre von Gemütlichkeit und Individualität aus. Das Heim verfügt ausschließlich über Einzelzimmer, die jeder mit seinen vertrauten Möbeln einrichten kann. Es gibt Gemeinschaftsräume, Kaminzimmer, einen Speisesaal mit Terrasse zum See, in der oberen Etage auch einen gemeinschaftlichen Balkon für die Bewohner, der dank des Einsatzes der Pflegekräfte bei schönem Wetter von allen genutzt wird. Ein großer Vorzug: in einer eigenen Küche werden alle Mahlzeiten frisch zubereitet, der Speiseplan ist abwechslungsreich. Morgens und abends gibt es neben einer reichen Auswahl an Käse, Schinken, Wurst, Obst der Saison immer eine „Überraschung“: mal eine Spargelsuppe, Rührei, Kartoffelsalat mit Würstchen. Die beiden Köche haben vorher in der Gastronomie gearbeitet und verstehen es, sich auf den Geschmack der Älteren phantasievoll einzustellen.
Das Konzept der Heimleitung: den Bewohnern mit Handicap einen selbstbestimmten Lebensabend zu ermöglichen. Jeder wird ermuntert, Dinge, die er noch selbst verrichten kann, auch zu tun. Es gibt mehrfach am Tag Beschäftigungsangebote je nach Schwere der Erkrankung: Töpferkurse, Malzirkel, gemeinsames Singen, Reden, Spaziergänge und Gymnastik. Ein beliebter Termin sind die regelmäßigen Besuche von Therapiehunden, die die Bewohner immer wieder faszinieren.
Wer Erfahrung mit demenzkranken Angehörigen hat, wird um die Schwierigkeit wissen, ihren ganz unterschiedlichen Ansprüchen zu genügen. Er wird auch wissen, dass Demenzkranke sich schon nach kürzester Zeit nicht mehr an Besuche, Spaziergänge oder an die letzte Mahlzeit erinnern können. Sie sind oft unglücklich mit ihrer Situation. Niemand möchte sein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden aufgeben, und viele der Demenzkranken bemerken die Defizite zu ihrem früheren Leben, wo sie alles allein tun konnten, was u.a. auch Depressionen zur Folge haben kann.
Aber jeder, der schwer pflegebedürftige Angehörigen in seiner Nähe hat, weiß wieviel Kraft und Geduld im Umgang mit den Kranken nötig ist. Nicht nur die Beschäftigung und Körperpflege, auch die Sicherheit fordern 24 Stunden Aufmerksamkeit am Tag, etwas, das viele, vor allem Berufstätige, im täglichen Leben nicht leisten können. Menschen, die professionell dieser geistig und körperlich anstrengenden Arbeit nachgehen, verdienen einfach mehr gesellschaftliche Wertschätzung.
Das „Haus am Wandlitzsee“ ist eine der kleinsten Pflegeeinrichtungen in Deutschland. So hat sich sehr schnell zwischen den Bewohnern und dem Pflegepersonal eine Vertrautheit eingestellt. Die Pflegekräfte kennen die Bedürfnisse und Eigenheiten der Einzelnen gut und gehen ihnen liebevoll nach. Wenn einige Bewohner die Nacht zum Tag machen und um 3 Uhr morgens nach einer Mahlzeit verlangen, gibt es selbstverständlich eine Suppe oder ein belegtes Brot, auch nach Küchenschluss. Wenn eine Dame nur mit einem gekochten Ei zum Abendbrot „gelockt“ werden möchte, bekommt sie es natürlich. Zu dieser Vertrautheit gehört aber auch der respektvolle Umgang mit den Älteren. Hier wird niemand als „Opi“ oder mit „Du“ angeredet, oder ihm ein Gefühl der Abwertung, Abhängigkeit oder Unmündigkeit gegeben.
Da wir das „Haus am Wandlitzsee“ von täglichen Besuchen unserer Angehörigen zu unterschiedlichen Zeiten sehr gut zu kennen glauben, waren wir sehr irritiert, dass es in letzter Zeit anonyme Beschwerden gab: das Essen, die Sauberkeit und die Pflege betreffend. In keinem Punkt können wir das nachvollziehen. Bei der Bewohnerversammlung Anfang Mai wurden von den Anwesenden keiner der Kritikpunkte unterstützt. Im Gegenteil, viele nutzten die Gelegenheit, dem Pflegepersonal, den Köchen, der Heimleitung, den ehrenamtlichen Helfern ihren Dank für die zuverlässige und liebevolle Betreuung auszusprechen. Wenn es dennoch mal Unzufriedenheit geben sollte, wäre es nur sinnvoll und fair, dass nicht anonym anzuzeigen, sondern sich direkt an die Heimleitung zu wenden.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich die Pflegleitung für die Lösung von individuellen Problemen der Bewohner überaus engagiert und am offenen Gespräch mit den Angehörigen sehr interessiert ist. Offenheit ist für alle Betroffenen nur von Vorteil, denn nur so gibt es eine Lösung. Anonyme Anzeigen und Gerüchte (von möglicherweise nicht einmal Beteiligten) helfen niemand weiter.
Nach fast einem Jahr sind wir dankbar, dass unsere Angehörigen gerade in dieser Pflegeeinrichtung ein Zuhause gefunden haben.
Evelyn Wernicke & Gabriele Conrad, Wandlitz
 
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