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Stille Post in Basdorf (Nr. 64) PDF Drucken
In den letzten Wochen hat sich in Windeseile die Nachricht herumgesprochen, dass zum 1. April des Jahres die Poststelle in Basdorf geschlossen werden soll. (Siehe auch Leserbrief auf Seite 11)
Wurde
die Nachricht ursprünglich richtig verkündet, hat sie sich durch die rasante Verbreitung derart abgewandelt, dass letztendlich herauskam, die Poststelle in Basdorf würde ersatzlos geschlossen werden. Dem ist jedoch nicht so. Die Poststelle bleibt nach wie vor bestehen, eingestellt werden ab dem 1. April 2016 alle bisher möglichen Finanzdienstleistungen wie beispielsweise Überweisungen, Einzahlungen, Auszahlungen und Sparbuchangelegenheiten.
Der Partnervertrag zwischen Kerstin Schwarz von der Postfiliale Basdorf und der Deutschen Post AG wurde mit Schreiben vom 23. September 2015 fristgemäß zum 1. April 2016 gekündigt. Diese Kündigung erfolgte seitens der Deutschen Post AG ohne Angabe von Gründen, wozu sie auch nicht verpflichtet ist.
Für viele Einwohner aus Basdorf, aber auch aus Zühlsdorf und anderen umliegenden Ortsteilen fällt damit eine Dienstleistung weg, für die sie nun bedeutend weitere Wege einplanen müssen. Das ist vor allem für Menschen, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, eine nicht unbedeutende Belastung, denn die nächsten Filialen mit Finanzdienstleistungen befinden sich in Wandlitz und Mühlenbeck.
So ist es verständlich, dass viele Einwohnerinnen und Einwohner ihr Unverständnis und ihre Verärgerung über die Entscheidung der Deutschen Post AG zum Ausdruck brachten. Es wurde auf diesen Unmut reagiert und eine Unterschriftenaktion organisiert, eine Kundenzählung durchgeführt, Kontakt zum örtlichen Seniorenbeirat aufgenommen und sowohl mit dem Ortsvorsteher als auch mit der Bürgermeisterin gesprochen. Beide versicherten, sich der Sache anzunehmen.
Das Heidekraut Journal fragte inzwischen bei der Deutschen Post DHL Group nach, warum die Finanzdienstleistung in der Basdorfer Postfiliale eingestellt wird. Tina Birke, Pressesprecherin für Brandenburg und Sachsen begründete die Entscheidung damit, dass sich in unserer Filiale „aufgrund der geringen Nutzung die Aufrechterhaltung des Angebots von Bankdienstleistungen mit den damit verbundenen Kosten zum Beispiel für die Bargeldversorgung wirtschaftlich nicht mehr rechtfertigen“ lässt. Auch die Deutsche Post und die Postbank, so erläutert sie, seien darauf angewiesen, wirtschaftlich zu arbeiten. Weiter erklärt die Pressesprecherin, dass immer mehr Kunden das Online- bzw. Telefon-Banking der Postbank nutzen, was dazu führte, dass sich die Zahl der online und telefonisch geführten Konten mehr als verdoppelt hat. Das wiederum hat zur Folge, dass es in kleineren Filialen wie der unsrigen nicht mehr rentabel genug für die Deutsche Post AG ist, ihre Finanzdienstleistungen anzubieten.
Es sind täglich 20 bis 30 Kunden, die wegen Geldangelegenheiten die Postbankfiliale in Basdorf aufsuchen. Demgegenüber stehen die Unterschriften von mehr als 3.000 Bürgerinnen und Bürger, die sich mit ihrer Unterschrift mit den Postbankkunden solidarisch erklärten oder der Nachricht Glauben geschenkt haben, dass die Postfiliale an sich geschlossen wird. Viele haben damit aber auch ihre Sorge zum Ausdruck gebracht, dass dem Wegfall der Finanzdienstleistungen bald die Schließung der Poststelle folgen könnte. Die Liste wird zusammen mit einer Erklärung und einer Bitte, die Kündigung zu überprüfen, in den nächsten Tagen der zuständigen Gebietsleitung übergeben.
Die Pressestelle und die Gebietsleitung Berlin-Nord wurden durch Nachfragen des HK-J bereits über die für unseren Ortsteil nicht gerade vorteilhafte Entscheidung unterrichtet.
Kefrin Simon
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 2. Februar 2016 )
 
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