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Der NWA – ein Dienstleistungsbetrieb? (Nr. 65) PDF Drucken
Danke an die Redaktion für die Gestaltung des Heidekraut Journal und die interessanten Beiträge. Einen kleinen (helfenden) Kritikpunkt habe ich dennoch. Mir scheint, dass das Heidekraut Journal im Laufe der Zeit allgemein etwas unkritischer im Umgang mit der Kommunalpolitik geworden ist. Vielleicht trügt diese Ansicht auch.
Es gab im Heidekraut Journal schon mehrere Beiträge über den NWA und insbesondere dessen Umgang mit der Altanschließerproblematik. Dazu wurde schon viel veröffentlicht und dieses Thema ist ja noch lange nicht zu Ende.
Mich beschäftigt die Frage, wann es dem NWA gelingt, endlich kundenorientiert zu arbeiten und sich als Dienstleistungsbetrieb zu verstehen.
Dienstleistung beinhaltet dienen und Leistung. Ein Teil der Leistung des NWA besteht in der mobilen Abwasserentsorgung. Der NWA besteht auch darauf, diese mobile Abwasserentsorgung durchzuführen. Ein vor Jahren geführter Rechtsstreit lief darauf hinaus, dass ich verpflichtet bin, dem NWA mein Abwasser zu übergeben. Oder anders gesagt, alles was in meiner Abwassergrube landet, gehört dem Abwasserzweckverband.
Nun ist es so, dass der NWA die Leistung der mobilen Entsorgung nicht selbst ausführt, sondern über Ausschreibungsverfahren dies an Subunternehmen vergibt. Trotzdem ist der NWA für diese Entsorgung verantwortlich und sollte Ansprechpartner für diese Problematik sein. Stattdessen verweist er seine Kunden an die alle paar Jahre wechselnden Subunternehmen.
Nun hat der Abwasserzweckverband seit Anfang 2016 mal wieder das Unternehmen für die mobile Entsorgung gewechselt. Mir ist unverständlich, warum dabei nicht auch die Daten für die Entsorgung an das neue Unternehmen übergeben wurden. Bei mir hat das Nichtwissen über den vom NWA veranlassten Wechsel des Entsorgungsunternehmens einen nicht notwendigen Arbeitseinsatz zur Rohrreinigung ausgelöst (inklusive chemischer Verunreinigung meines Abwassers). Da das Abwasser im Haus nach der Rohrreinigung immer noch nicht ablief, begutachtete ich meine Abwassergrube (Fassungsvermögen zehn Kubikmeter). Diese war nicht nur voll, sondern lief bereits über.
Bei dem darauf folgenden Telefonat mit dem NWA wurde ich darüber informiert, dass ein Wechsel des Entsorgungsunternehmens stattfand und ich mich mit diesem über die Entsorgungsmodalitäten und Termine hätte verständigen müssen. Warum kann so etwas nicht der NWA, dem ich mein Abwasser übergeben muss, organisieren?
Ich rief also beim neuen Entsorgungsunternehmen, der „Stolzenhagener Dienstleistungslogistik“ an, um auf meine prekäre Situation aufmerksam zu machen.
Die schickten innerhalb von zwei Stunden einen Kollegen vorbei, der mich von meinem (bzw. NWA eigenen) Abwasser befreite.
Der Kollege, der auch schon vorher das Abwasser abholte, berichtete, dass ihm noch 40 Prozent der ehemaligen Kunden fehlten. Also scheint das Informationsdefizit nicht nur mein Problem zu sein.
Der NWA sagt mir, dass der Anbieterwechsel und meine damit verbundene Informationspflicht in der Wasserzeitung des NWA veröffentlicht wurde. Na gut, ich habe das nicht gelesen. Vielleicht habe ich diese Zeitung auch nicht erhalten.
Ein Anschreiben des NWA hätte es vielleicht auch getan und mir viel Arbeit und Ärger erspart. Wenn es um die Pflichten der Kunden geht, bekomme ich auch schnell Post vom NWA.
Zu dem Ziel, ein „Dienstleistungsbetrieb NWA“, scheint es noch ein weiter Weg zu sein. Hierbei wünsche ich Herrn Kunde noch viel Erfolg.
Dirk Schelosky, Basdorf
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 29. März 2016 )
 
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