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Refugees Welcome (Nr. 65) PDF Drucken
So nannte Mathis Oberhof sein Buch über eine gelungene Integration, der Integration von Flüchtlingen in Wandlitz. Er selbst hat großen Anteil daran, dass tatsächlich in unserer Gemeinde die Integration von Flüchtlingen mathisbesser gelingt, als das in anderen Orten der Fall ist.
Dabei gab es auch bei uns nicht ungeteilt Zustimmung, als bekannt wurde, dass auch wir Asylbewerber bei uns aufnehmen sollten. Die Reaktionen reichten von besorgten Bürgern oder solchen, die ihre Bedenken vorschoben bis hin zu hasserfüllter Ablehnung. Mathis Oberhof war es, der auf der emotional hochgeladenen Veranstaltung im „Goldenen Löwen“ am 5. November 2012 das Wort ergriff und sich für die Aufnahme der Flüchtlinge bei uns aussprach. Das HK-J druckte damals seinen Beitrag im vollen Wortlaut ab.
Und jetzt trafen wir uns wieder in der Kulturbühne, am 15. Februar. Diesmal kamen viel mehr Besucher, darunter auch rund 80 Asylbewerber. Angekündigt war eine Buchlesung, doch die Veranstaltung an diesem Abend war viel mehr als das. Bereits vor Beginn konnten die Gäste sich am Buffet bedienen, das unter anderem von unseren ausländischen Mitbewohnern gestaltet worden war und teilweise recht exotisch anmutete. Nicht alle Interessenten fanden Einlass im großen Saal, der an seine Kapazitätsgrenzen stieß. Doch diesmal war niemand erschienen, um zu krakeelen. Die Stimmung war eher fröhlich, die Gäste interessiert und das Programm wurde mit Begeisterung aufgenommen. Jana Radant und der Ministerpräsident des Landes, Dietmar Woidke, fanden Begrüßungsworte. Anwesend waren auch weitere Landtagsabgeordnete. Befremdlich nahm der aufmerksame Gast wahr, dass kein Politiker der Linken den Weg zu der Veranstaltung fand.
Mathis Oberhof las immer wieder Abschnitte aus seinem Buch vor, die er für besonders auss
agekräftig hielt. Seine innere Anteilnahme an verschiedenen Ereignissen oder Schicksalen betroffener Menschen konnte er manchmal nur mühsam unterdrücken. Ergänzt wurden die Texte mit Fotos und kurzen Filmausschnitten, die die Arbeit des Runden Tisches genauso dokumentierten, wie die erfolgreichen Veranstaltungen gegen die Aktivitäten rechter Störenfriede. Viele Beiträge wurden durch Musaab Haboush ins Arabische übersetzt.
Mitglieder der Kantorei Wandlitz traten auf, der Wandlitzer Künstler Michael Hansen spielte unter anderem auf der Panflöte und zuletzt sang Walid Habash, der aus Aleppo stammt, gemeinsam mit Desirée Kosel Lieder von der Sehnsucht nach seiner Heimat, nach Freiheit und Frieden und Liebe.

  Noch ein paar Worte zum Buch: Neben persönlichen Erlebnissen mit den Ankömmlingen in Wandlitz beschreibt Mathis Oberhof auch sehr anschaulich diimgp4561-be zu lösenden Probleme mit Mitarbeitern der Verwaltung und Politikern. Er bringt so ein imgp4591-bnachvollziehbares Beispiel dafür, wie eine Bürgerkommune funktionieren könnte. „Wertschätzung ist der wichtigste Ansporn für ehrenamtliche Tätigkeit“, schreibt er. Und an anderer Stelle: „In fast jeder Versammlung gibt es Dauerredner, Selbstdarsteller und Konflikte, die nicht die Sachebene betreffen.“
„Wer die Arbeit macht, trägt auch die Verantwortung“, war eine Schlussfolgerung für die Arbeit des Runden Tisches. Es lohnt sich also, das Buch auch dann zu lesen, wenn man nicht unmittelbar
mit der Betreuung von Flüchtlingen befasst ist.
Oberhofs Buch ist aber auch mehr als nur Beschreibung, Erzählung und Bewertung. In ihm finden sich zahlreiche Tipps und Hinweise, an wen man sich wenden kann und was man beachten muss, wenn man sich um Flüchtlinge kümmern möchte. Es ist also ein hilfreicher Ratgeber für alle, die sich mit dem Thema befassen.
Mathis Oberhof hat im Bunde mit Gleichgesinnten und zahlreichen Helfern nicht nur aktive Hilfe bei der Aufnahme und Betreuung von Asylbewerbern geleistet. Hier wurde ein Beispiel geschaffen, wie man dieses inzwischen brennende Problem meistern kann. Er hat damit die Gemeinde Wandlitz in eine Vorreiterrolle gebracht, an der sich viele andere orientieren können und dies inzwischen auch tun.
Vor Beginn der Veranstaltung wies Mathis Oberhof auf das gelungene international
e Buffet hin. Wenn wir anderen Ortes feststellen mussten, dass es bislang in unserer Gemeinde an außergewöhnlichen gastronomischen Angeboten fehlt, dann soll abschließend die Anregung nicht untergehen, diese einzigartige Möglichkeit zu nutzen, Kulinarisches aus Arabien und Afrika zu entdecken. Die Fachleute dafür sind vorhanden, das Interesse ist gegeben. Vielleicht lässt sich das Ganze dann auch noch mit kulturellen und künstlerischen Beiträgen würzen.
Horst Schumann
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 29. März 2016 )
 
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