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Armut hat viele Gesichter (Nr. 66) PDF Drucken
Am 10. Mai 2016 fand nun bereits zum dritten Mal ein Aktionstag mit Wandlitzer Schülern zu sozialen und politischen Fragen statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von Gabriele Breest-Grohnwald, imgp4666-b-webJugendkoordinatorin der Gemeinde Wandlitz, der Lehrerin Dorothea Eckert vom Wandlitzer Gymnasium und der Arbeitsgemeinschaft LOB (Leben ohne Barrieren). Das Besondere an dieser Veranstaltung war, dass Schüler aus allen Wandlitzer Schulen – den Grundschulen Basdorf, Wandlitz, Klosterfelde, der Hauptschule und dem Gymnasium – an diesem Workshop beteiligt waren. Rund 50 Schüler näherten sich dem Thema in verschiedenen Arbeitsgruppen. Sie besuchten eine Suppenküche in Pankow, kleideten sich für kleines Geld in den Hoffnungstaler Anstalten Lobetal ein, beschäftigten sich mit Nahrungsmittelproduktion und -verschwendung und mit solchen Themen wie Straßenkinder und Altersarmut. Beim letztgenannten Problemkreis traten Mitglieder der LOB auf und berichteten, wie sie mit wenig Geld ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen. Augenfällig war dabei, dass sie alle seit Geburt mehr oder weniger behindert sind, also ohne etwaiges eigenes Verschulden am Rand der Gesellschaft leben. Für sie ist es wichtig, selbstbestimmt am Leben teilzunehmen, entsprechend ihrer Möglichkeiten zu arbeiten und sich in der Öffentlichkeit frei bewegen zu können. Das ist heute auch bei uns noch immer nicht selbstverständlich. Interessiert hörten die jungen Leute den Ausführungen von Norbert Weich zu. Er ist Leiter der Bernauer Tafel und konnte auf Fakten aus dem Alltag zurückgreifen. „In Deutschland dürfte es eigentlich keine Not geben“, erklärte er. Trotzdem leben etwa vier Millionen Menschen in Armut. Es gibt 970 Tafeln und weitere 2.000 Ausgabestellen, bei denen bedürftige Menschen für wenig Geld Lebensmittel beziehen können. Auch im Kreis Barnim leben über 10.000 Menschen in Armut. Das Problem ist, dass niemand davor gefeit ist, in Armut zu geraten. Im Prinzip kann das jeden treffen.
Insgesamt konnte der Betrachter eine interessante, abwechslungsreiche und berührende Veranstaltung erleben. Beeindruckend war, wie die Schüler mit großer Aufmerksamkeit und Ernsthaftigkeit sich an den Diskussionen beteiligten.
Horst Schumann
Letzte Aktualisierung ( Montag, 30. Mai 2016 )
 
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