Startseite arrow Leserbriefe arrow Konstruktiv oder destruktiv? (Nr. 68)
Konstruktiv oder destruktiv? (Nr. 68) PDF Drucken
Da hat sich in Heft 67, der von mir wegen seiner Flüchtlingshilfe sehr geschätzte Herr Oberhof zu Wort gemeldet und beklagt, dass es kritische Auseinandersetzungen zu der Ausstellung im Barnim-Panorama und dem dazu erschienenen Buch gegeben hat. Meiner Meinung nach werden hier die Tatsachen verdreht.
Ich konnte noch nie in den „kommunalpolitischen Texten“ lesen, „die Wessis sollten ihren Mund halten, sie könnten doch die Entwicklung in der DDR nicht aus eigenem Erleben beurteilen.“
Mal abgesehen davon, dass sie das wirklich nicht konnten, Herr Oberhof legte uns gerade einen Beweis dafür vor, scheint mir diese Betrachtung doch sehr einseitig zu sein. Es war doch der Umstand, dass eben keine Zeitzeugen zu Wort kamen ein Kritikpunkt. Man kann Geschichte nicht nur aus Zeitungsberichten oder irgendwelchen Akten erklären.
Als Beweis für die offene Meinungsäußerung nach seiner Sicht führt er die Filmemacher Heynowski und Scheumann an. Ihr Film „Der lachende Mann“ über Müller, einem der übelsten Söldner, einem Deutschen, hatte damals viel Aufsehen erregt. „Zwar mussten sie sich manche Kritik gefallen lassen“, sagt Herr Oberhof. Was die beiden DDR–Bürger damals taten, nennt sich investigativer Journalismus. Dass dieser nicht nur Freunde findet, konnte auch Günter Wallraff wiederholt spüren. Der Film wurde in 37 Länder verkauft. In der BRD war seine Aufführung verboten. Soviel zur Meinungsfreiheit.
Wenn einem nichts mehr einfällt, kommt das Argument, mit dieser Art von Meinungs-Bildung diene man nur den Rechtspopulisten. Ja, Herr Oberhof, Meinungsstreit muss sein. Aber zunächst kann jeder seine Meinung sagen.
So können Sie anderen und auch mir nicht diktieren, was richtig oder falsch ist.
Katrin Frey, Wandlitz
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 29. September 2016 )
 
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