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Meinungsstreit muss sein (Nr. 68) PDF Drucken
Herr Oberhof bemerkt da sehr richtig, dass es da mehrere Auffassungen zu einem Thema geben kann. Allerdings wird diese These in dem Augenblick ad absurdum geführt, wenn er diesen Pluralismus auf
die Ausstellung im Barnim Panorama und die in diesem Zusammenhangt angebotene und beworbene Begleitliteratur bezieht.
Denn hier geht es ja um die wahrheitsgemäße Präsentation von Fakten, um Darstellungen, die für sich den hehren Anspruch der Wissenschaftlichkeit, der Erstmaligkeit und der „historisch-kritischen Position“ reklamieren. Und da sollte es eben auch bei oder gerade wegen des „historisch-kritischen“ Blickwinkels um Korrektheit, um Wahrheit und Wahrhaftigkeit gehen.
Ein US-Amerikaner sagte mal in Bezug auf Pressearbeit: „Die Nachricht ist heilig, der Kommentar ist frei“.
Insofern geht es eben nicht um Meinungsunterschiede Ost-West hinsichtlich der Interpretation irgendwelcher Dinge. Dazu gibt es ja die „freie“ Presse, die da auch manchmal überreichlich davon Gebrauch macht. Auch Herr Oberhof kann sich ja da durch eigenes Nachlesen schlauer machen und seine Meinung unterlegen..
Es geht bei einer Präsentation wie im „Niederbarnim Panorama“ – jedenfalls wenn ich der wissenschaftlichen Definition auf S. 5 einer kleinen Broschüre folgen will, um die Grenze zwischen wissenschaftlich exakter Arbeit - hier Feldforschung (und diese wurde ja weitestgehend abgelehnt) und um das Hineinquetschen aller möglichen passenden und unpassenden richtigen und falschen Darstellungen. Und das ist so oft nachweisbar, dass es den Rahmen dieses Journales sprengt. Ein guter Verleger beschäftigt ja deshalb auch gutbezahlte Lektoren und eigenverantwortliche Herausgeber ganzer Serien von Literatur. Deren Arbeit kann er auch weiterhin selbst bezahlen. Ich beschränke mich nur auf einige Dinge aus einer sehr langen Liste. Die Verletzung dieser Prinzipien kann dann im Extremfall durchaus auch als Kolonialpolitik empfunden werden. Dokumentation und eigene Meinung sollten jedenfalls deutlich getrennt dargestellt werden.
Die Grenzen zwischen allgemeiner Überheblichkeit, unbewusster und bewusster Falschdarstellung verlaufen nicht zwischen Ost und West, Nord oder Süd. Sie sind abhängig vom Bildungsstand und der durchlaufenen Sozialisierung.
Sie trennen wissenschaftliche Exaktheit von schlichter Unwissenheit und Lüge.
Dazu gehört auch diese „Faustdicke Darstellung“ zu Margot Honecker in der MOZ vom 15. April 2016 – einen Tag, nach dem die Gemeindevertretung durch das Kulturamt in allgemeinen Worten über die Ausstellung informiert wurde.
Dazu auch Eicke von Reppkows (wird verschieden geschrieben - war ja vor Luther üblich) – Sachsenspiegel, das wichtigste Rechtshandbuch nicht nur in „Ostelbien":
Eines Mannes Rede ist keines Mannes Rede - hören sollst du beede, hören sollst du beede. Er hat das bewusst zweimal aufgenommen/gefordert!
Und wer sich eben nur auf seine eigene Unfehlbarkeit, einen irgendwo und irgendwie behaupteten oder erhaltenen Ruf verlässt, ist dann im Praxistest wirklich verlassen. Besonders wenn er Zeitzeugen ablehnt, oder diese ihn ablehnen!
Hätten doch die Ausstellungsmacher und Autoren noch mal / oder erstmalig bei Stefan Heym nachgeschlagen oder –gelesen. Seine Rede am 04. November 1989 auf dem Alex oder die Eröffnungsrede des Alterspräsidenten zum 13. Deutschen Bundestag von 1994 sind doch keine Verschlusssachen der Gauck-Behörde. Das Internet macht es doch jedermann möglich.
Paul Bergner
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 29. September 2016 )
 
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