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Mit Energie ans Energiekonzept (Nr. 68) PDF Drucken
Der Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde

Seit Anfang August diesen Jahres gibt es in unserer Gemeindeverwaltung einen neuen Mitarbeiter: Den Klimaschutzbeauftragten. Die neue Stelle wurde in Umsetzung des Energiekonzeptes der Gemeinde geschaffen.
Mit daniel-ramirezdem neuen Mitarbeiter Daniel Ramirez sprach Horst Schumann.

HK-J: Herr Ramirez, Ihr Familienname lässt die Vermutung zu, dass Sie ausländische Wurzeln haben?

Daniel Ramirez: Das ist richtig. Mein Vater ist Bolivianer und er lebt auch in Südamerika. Meine Mutter ist eine Deutsche. Ich bin in Berlin aufgewachsen, war aber schon mehrmals in Bolivien.

Wie wird man zum Energiebeauftragten?
Ich arbeite seit Jahren auf dem Gebiet der Energie- und Umwelttechnologien. Nach dem Abitur, ich bin 1972 geboren, habe ich Verfahrens- und Umwelttechnik studiert. Durch meine Aufenthalte in Südamerika habe ich eine spezifische Sicht auf Umweltprobleme bekommen. Ich war dann auf dem Gebiet der Projektierung und des Apparateeinsatzes tätig. Dabei spielten auch Verfahren der Mess-, Regel- und Steuertechnik eine Rolle. Ich habe mich mit Machbarkeitsstudien und Wirtschaftlichkeitsberechnungen beschäftigt. Ich habe also mit der ganzen Bandbreite der Umwelt- und Klimatechnik praktische Erfahrungen.

Aber damit bekommt man ja nicht automatisch eine Aufgabe in unserer Gemeinde.

Nein, natürlich nicht. Ich habe mich ganz normal für die neu ausgeschriebene Stelle beworben. Von den immerhin rund 50 Bewerbern fiel die Wahl dann auf mich.

Kannten Sie Wandlitz schon?
In gewisser Weise schon. Ich war ein paar Mal schon hier, habe hier Freunde. Ansonsten war mir Wandlitz nur als früherer Wohnsitz der Politprominenz der DDR ein Begriff. Als ich mich bewarb, hatte ich keine Ahnung von den Aufgaben einer Gemeinde und seiner Verwaltung. Es hatte mich dann doch überrascht, wie vielfältig und umfangreich die Probleme sind. Aber das ist eine gute Ausgangsbasis, um mein Wissen und meine Erfahrungen einbringen zu können. Ich finde es gut, dass die Gemeinde ein eigenes Energiekonzept hat, an dessen Realisierung ich mitarbeiten kann. Und ich möchte betonen, dass ich hier sehr freundschaftlich aufgenommen wurde.

Wo genau sind Sie in der Verwaltung zu Hause?
Ich bin Mitarbeiter im Bauamt. In meiner neuen Tätigkeit nehme ich an den Beratungen der AG Energie und des Energieausschusses A 6 teil. Hier bekomme ich den direkten Zugang zu den Problemen und kann mein Wissen und meine Erkenntnisse bei den Entscheidungen und Beschlüssen einbringen.

Womit werden Sie sich künftig vor allem befassen?
Da wird es um eine Bestandsaufnahme der Energiesituation in der Gemeinde gehen. Es liegen ja bereits Daten vor, die in den letzten Jahren erfasst wurden. Da gilt es, anzuknüpfen. Wenn man weiß, dass 78 Prozent der Energiekosten der Gemeinde durch die Straßenbeleuchtung verbraucht werden, wird die Dimension der Aufgabe klar. Es geht darum, eine genaue Übersicht über den Energieverbrauch zu ermitteln und dann Vorschläge zu unterbreiten und umzusetzen, wie man den Verbrauch senken kann.
Eine wichtige Aufgabe wird die Schulung der Hausmeister sein, um sie zur Energieeinsparung noch besser zu befähigen. Es wird auch um die Umsetzung der Elektromobilität gehen. Konzepte zur Installierung von Ladestationen für E-Bikes an verschiedenen Standorten liegen bereits vor. Die müssen jetzt umgesetzt werden. Notwendig ist auch, die „Energiefresser“ der Gemeinde zu erfassen und hier Lösungen zu finden. Ich denke da z.B. an die Grundschule Wandlitz.
Ein wesentlicher Schwerpunkt meiner Arbeit wird auch die Öffentlichkeitsarbeit sein. Wir wollen die Bürger über Einsparpotentiale informieren und ihnen helfen, individuelle Lösungen für ihr Problem zu finden. Das reicht von der energetischen Sanierung über moderne Heizverfahren bis zu Energiesparmaßnahmen.

Gibt es für die Bürger schon konkrete Angebote?
Ja. Am Sonnabend, den 15. Oktober 2016 führen wir im „Goldenen Löwen“ einen kommunalen Energietag durch, zu dem alle Bürger herzlich eingeladen sind. In der Zeit von 10 bis 13 Uhr werden wir einen „Energie-Marktplatz“ präsentieren, bei dem sich die Bürger über die Möglichkeiten für Energieeinsparung und –effizienz informieren können. Es werden verschiedene Anbieter von modernen Lösungen vor Ort sein, aber es wird keine Verkaufsmesse stattfinden. Im Mittelpunkt soll wirklich die Information stehen. Deshalb werden wir auch von der Barnimer Sparkasse unterstützt, bei der man sich über Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten informieren kann. Außerdem geht es um rechtliche Aspekte.
Für mich ist diese Veranstaltung ein erster Höhepunkt meiner neuen Arbeit und ich hoffe, möglichst viele Interessierte begrüßen zu können.

Ich bedanke mich für das Gespräch und wünsche viel Erfolg in ihrer neuen Aufgabe.
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 30. September 2016 )
 
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