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Traditionelle Neujahrswanderung im Liepnitzwald (Nr. 70) PDF Drucken
Die Erhaltung des Waldes erfordert unser Mitwirken
Seit bekannt wurde, dass man bei der Planung für Windräder auch nicht vor den Naherholungswäldern am Liepnitzsee und darüber hinaus Halt machen will, tritt eine Bürgerinitiative dagegen aktiv auf. Seit über fünf Jahren führt die Bürgerinitiative „Hände weg vom Liepnitzwald“ immer im Januar eine Waldwanderung gegen die Pläne der Landesregierung durch, in diesem einmaligen Biotop Windräder zu errichten. Das geschah bisher durchaus mit Erfolg. Ein großer Teil der geplanten Fläche wurde zwischenzeitlich aus den Planungen herausgenommen. Aber noch immer sind 263 Hektar Wald zugunsten eines künftigen Industriestandortes gefährdet.
Der Wald, um den es dabei geht, besteht heute zu etwa 80 Prozent aus Laubbäumen. Er ist als Erholungsort für die Menschen und als Rückzugsgebiet für Tiere sehr wichtig. Die noch geplante Ausweisung als Windeignungsfläche gefährdet den ökologischen Bestand des Waldes und seine Erholungsfunktion, weil der Wald in seiner Gesamtheit zerschnitten und seine Struktur beschädigt würde.
Mit dieser Erkenntnis haben sich am 15. Januar 2017 zirka 250 Bewohner aus Wandlitz, Bernau, Ahrensfelde, der Uckermark und auch über Ländergrenzen bis nach Muldenstein (Sachsen-Anhalt) zusammen gefunden, um für d
en Erhalt des Liepnitzwaldes einzutreten. Die zahlenmäßige Beteiligung von Bürgern und Gästen übertraf die vorangegangenen Veranstaltungen. Dies ist vor allem dem engagierten Einsatz von Hans-Jürgen Klemm und weiterer Mitglieder der Bürgerinitiative zu verdanken.
Die Bürgermeisterin der Gemeinde Wandlitz Jana Radant erläuterte in ihren Begrüßungsworten den Schutz des Waldes und den Zusammenschluss der Stadt Bernau, der Gemeinden Ahrensfelde und Wandlitz zur Einleitung einer Normenkontrollklage gegen die bestehende Regionalplanung, mit dem Ziel, dass zu erwartende Anfragen für Windkraft-Anlagen in dem Waldgebiet abgelehnt werden.
Noch steht die Stadt Berlin als Waldflächeneigentümer zur Erholungsortsaufgabe und lehnt Landverkäufe an Investoren ab. Die Frage ist nur, wie lange noch? Nach der Wahl des neuen Senats ist noch nicht einschätzba
r, wie sich die neuen Entscheidungsträger in dieser Frage positionieren werden. Wir sollten rechtzeitig über Maßnahmen zum zivilen Widerstand nachdenken.
Die Waldwanderung
imgp5034-bbegann wie immer am Hotel „Jägerheim“ in Ützdorf und führte über den neuen Radweg unter der Autobahn A11 hindurch. Dann ging es rechts nach oben in den Wald. Die Wanderung führte bis zur Fläche, auf der Windkraftanlagen planerisch vorgesehen sind. Die Wanderer konnten sich davon überzeugen, dass hier entgegen der Behauptungen der Regionalen Planungskommission in Eberswalde kein minderwertiger Kiefernbestand existiert sondern vielmehr Buchen prägend sind. Aber selbst Kiefernwald ist durchaus nicht minderwertig, was das ökologische Gleichgewicht betrifft. Die Wanderer konnten vor Ort wahrnehmen, wie der Wald in seiner Fläche zerschnitten werden soll, damit dort Indrckwegustrieanlagen installiert werden können. Die notwendigen Straßen und Zufahrten, Elektroleitungen und die Gefährdungen für Mensch und Tier sind nicht akzeptierbar. Gerade in den letzten Wochen sind über vier Windkraftanlagen in der Bundesrepublik auch durch Sturm und Defekte zerstört worden. Die dann unseren Wald überragenden Windkraftanlagen wären gleichfalls potenzielle Ansatzpunkte für Wind- und Sturmereignisse mit nicht kalkulierbaren Auswirkungen.
Der lange geplante Radweg führt bis nach Lanke und bietet mit seinem am Liepnitzsee auf beiden Seiten des Sees führenden Wegen attraktive Radwanderungen nach Wandlitz und weiteren Orten. Es ist einfach nicht hinnehmbar, dass dieses landschaftliche Kleinod einer irrsinnigen und schon heute nutzlosen Energiestrategie geopfert werden soll, die uns bisher nur Mehrkosten ohne jeden Nutzen gebracht hat. Schon jetzt besteht ein Überangebot an Windenergie, gepaart mit Energiemangel bei Windstille. Man muss sich fragen, in wessen Interesse die Planungen vorangetrieben werden? Im Interesse der Natur, der Umwelt, des Klimaschutzes und vor allem im Interesse der Menschen ganz sicher nicht. Jana Randant fasste dieses Problem unter Beifall mit den Worten zusammen, dass hier geschehen soll, was eigentlich mit der Energiewende verhindert werden sollte - die Zerstörung der Natur.
Die Waldwanderung war ein Erfolg für die Initiative gegen Windräder im Wald, aber auch für die Gesundheit der Beteiligten. Die mehrstündige Wanderung war interessant, aber auch sehr erholsam zur Freude aller Beteiligten. Wir werden uns weiter für die Erhaltung des Liepnitzwaldes einsetzen.
Wolfgang Weidler
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 3. Februar 2017 )
 
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