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Ein Jahr voller Ereignisse (Nr. 70) PDF Drucken
Das Jahr 2017 steckt voller historischer und aktueller Ereignisse. Dabei spielt zweifelsohne der 500. Jahrestag der Reformation eine herausragende Rolle. Dieses Ereignis, das mit dem Anschlag der Thesen durch Martin Luther am 31. Oktober 1517 an der Schlosskirche in Wittenberg seinen Auftakt hatte, ist nicht nur für Mitglieder der Kirchen ein besonderes Datum. Die Reformation hat die politische Landschaft in Europa wesentlich geprägt und wirkt bis heute nach. Es gibt seitdem zwei große christliche Religionsgemeinschaften: Die Katholiken und die Protestanten. Im Namen der Religion wurden zahlreiche Kriege geführt. In ihrem Verhältnis zu den Herrschenden in dieser Welt waren sich aber die Kirchenoberen dann stets einig. Trotzdem gab es immer Menschen, die aus ihrer religiösen Überzeugung heraus Widerstand gegen Unmenschlichkeit und Hass, für Frieden und Gerechtigkeit leisteten. Etliche verloren dabei auch ihr Leben. Es gibt also viele Gründe, sich diesem Thema zuzuwenden.
Nicht minder bedeutsam waren die Auswirkungen der Oktoberrevolution in Russland, die vor 100 Jahren die Welt erschütterten. Der Sieg der Bolschewiki über die Zarenherrschaft und der Versuch, eine sozialistische Gesellschaft erstmalig in der Menschheitsgeschichte aufzubauen, hatten die Herrschenden der Welt damals außerordentlich erschreckt. Dieser Schrecken saß so tief, dass er bis heute anhält. Was haben die imperialistischen Großmächte nicht alles versucht, die Entwicklung in dem Riesenland aufzuhalten oder gar umzudrehen? Doch alle Attacken, selbst die mörderischsten Kriege, konnten die Sowjetunion nicht erschüttern. Auch wenn es in Russland gewaltige Veränderungen gab und heute der Aufbau eines sozialistischen Staates nicht auf der Tagesordnung steht – die Auswirkungen der Revolution haben die Welt grundlegend verändert. Das Kolonialsystem brach zusammen, in weiten Teilen der Welt gab und gibt es Bestrebungen, sich von imperialistischer Ausbeutung zu befreien. Trotz aller Anfeindungen, militärischer Bedrohung und sinnloser Embargos, Russland ist wieder auf dem Weg zu einer Weltmacht. Trotz aller Widrigkeiten und Mängel: Der Unterschied zum alten zaristischen Staat kann augenfälliger nicht sein.
In diesem Zusammenhang, wenngleich mit anderen Zielen und Vorzeichen, sei der Beginn der Eroberung des Weltraumes genannt. Am 4. Oktober 1957, vor gerade einmal 60 Jahren, startete der erste Satellit in eine Umlaufbahn um die Erde – es war der sowjetische Sputnik. Wo wären wir heute ohne zahlreiche Satelliten? Es gäbe weder Internet noch modernes Fernsehen, weder langfristige Wetterprognosen noch Navigationssysteme. Im Oktober 1957 wurde eine wissenschaftlich-technische Revolution ungeahnten Ausmaßes eingeleitet.
Neben diesen weltpolitisch bedeutsamen Ereignissen, auf die wir in diesem Jahr unser Augenmerk lenken wollen, gibt es auch innenpolitisch wichtige Ereignisse. Am 12. Februar wird ein neuer Bundespräsident gewählt. Darauf haben wir kaum Einfluss, der Kandidat steht ganz demokratisch so gut wie fest und wir werden die Wahl zur Kenntnis nehmen. Auch er wird nicht jedermanns Wunschkandidat sein, aber hoffentlich besser als der Wendehals, der bisher auf diesem Stuhl saß.
Dann finden am 24. September die Bundestagswahlen statt. Obwohl eine große Wahlmüdigkeit seit Jahren herrscht, stellen sich viele Menschen die Frage, wen man eigentlich wählen soll. Wer sich mit den Programmen und Absichten der verschiedenen Parteien beschäftigt, hat ganz sicher ein Problem. Eigentlich geht es um die politische Zukunft unseres Landes, aber man wird den Eindruck nicht los, es gehe um Posten, Bündnisse und faule Kompromisse. Zahlreiche neue Parteien und Bündnisse sind auf den Plan getreten. Wieder einmal, wie schon 1933, stehen wir vor der Gefahr, dass menschenverachtende Kräfte an die Macht streben. Unsere sogenannte Demokratie erweist sich als Hemmschuh, dem Einhalt zu gebieten. Letztlich wird die Macht von den Besitzenden ausgeübt. Darüber sollten wir in der verbleibenden Zeit noch sprechen.
Auch in unserer Gemeinde gibt es in diesem Jahr einige Höhepunkte. Allen voran sei der 775. Jahrestag der ersten urkundlichen Erwähnung von vier Orten genannt: Schönerlinde, Stolzenhagen, Klosterfelde und Wandlitz. Dazu werden viele Veranstaltungen vorbereitet.
Uns erwartet also ein spannendes Jahr voller Ereignisse. Wir wünschen uns und allen Lesern, dass wir diese friedvoll erleben und begehen können.
Die Redaktion
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 2. Februar 2017 )
 
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