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Wensickendorf (Nr. 74) PDF Drucken
Nachdem wir in den letzten Ausgaben des HK-J nacheinander alle neun Orte unserer Gemeinde Wandlitz vorgestellt haben, wenden wir uns nun unseren Nachbargemeinden und -dörfern zu.
Wir beginnen unsere
Reise mit dem kleinen Ort „Wensickendorf“, der nordwestlich unmittelbar an kirche-wensickendorfStolzenhagen angrenzt, sich aber bereits im Nachbarkreis Oberhavel befindet.
1350 wurde dieser Ort erstmals schriftlich erwähnt und galt als altes Siedlungsgebiet. Der Name ist slawischen Ursprungs und leitet sich von einem Mann namens Wenziko ab. Daraus entwickelte sich Wensikendorp, bis der Ort seinen heutigen Namen erhielt.
1438 entstand am Dorfanger die bemerkenswerte und schöne Dorfkirche aus Feldsteinen. Noch heute ist sie ein Blickfang für jeden Durchreisenden. 1450 erwarb das Adelsgeschlecht von Armin das Dorf. Verwaltungstechnisch gehörte es teilweise zum Amt Biesenthal. 1572 kaufte der Große Kurfürst das Dorf. Seit 1651 gehört es zum Amt Oranienburg. Auch heute noch ist es ein Ortsteil der Stadt Oranienburg.
hotel-classic-wensickendorfEin weiteres historisches Bauwerk in unmittelbarer Nähe ist das Landhotel Classic. Seine Historie geht bis ins 16. Jahrhundert zurück und wen der Werdegang bis zum heutigen Hotel interessiert, sollte sich bei einem Besuch im Hotel oder Restaurant ganz in Ruhe das große Wandbild im Eingang ansehen. Das Haus hat sich auf die Ausrichtung von Hochzeitsfeiern spezialisiert.
1901 entstand der kleine Bahnhof mit dem Anschluss an die Heidekrautbahn, die von Basdorf aus den westlichen Strang bis hierher nutzt.
Früher war Wensickendorf ein typisches Bauerndorf. Es wurde von Land- und Forstwirtschaft geprägt. Fährt man durch den Ort kann man sich daran erfreuen, dass es den dörflichen Charakter behalten hat, obwohl die Landwirtschaft seit zirka 1990 eher rückläufig ist. Wald- und Wiesenflächen wurden zum Bauland, die Nachfrage nach Wohnflächen und auch Erholungsgebieten wurde größer. Mit den Jahren nahmen auch kleinere Gewerbe im Ort zu, von denen es aktuell rund 100 vor allem im Dienstleistungsgewerbe gibt. Wensickendorf zählt zum so genannten Speckgürtel rund um Berlin. Es ist über die Autobahn, die B273, die auch den Beinamen Deutsche Tonstraße trägt, oder mit der Heidekrautbahn gut zu erreichen.
Bekannt wurde der Ort unter anderem durch die so genannte „Künstlerkolonie“ am Rahmersee. Sie entstand um zirka 1920, wo sich Schauspieler, Schriftsteller und Künstler der damaligen Zeit niederließen. Ein bekannter Name ist hier sicher der Schriftsteller Carl Zuckmayer, vom dem das berühmte Stück „Der Hauptmann von Köpenick“ stammt.
Wensickendorf hat heute über 1.000 Einwohner, das sind fast doppelt so viele wie vor 100 Jahren. Mit der Gemeinde Wandlitz gibt es durchaus enge Kontakte. Einerseits nutzen viele Einwohner die nahe gelegenen Einkaufsmöglichkeiten in unserer Gemeinde. Seit mehreren Jahren gibt es das gemeinsame Bestreben, einen Radweg von Stolzenhagen nach Wensickendorf zu errichten, um die Strecke für Radfahrer sicherer zu machen. Versprochen wurde er bereits, er müsste nur noch gebaut werden.
Einen Besuch ist dieser Nachbarort allemal wert.
Ute Schröder
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 4. Oktober 2017 )
 
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