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Gesichter in Wandlitz - Maria Brandt (Nr. 75) PDF Drucken
Ortsvorsteherin von Schönwalde
Schönwalde ist ein schönes Dorf und dass es immer schöner und für die Einwohner attraktiver wird, liegt unter anderem auch an seiner Ortsvorsteherin.

maria-brandtFrau Brandt, wie machen Sie das?
Erstmal mache ich das nicht alleine. Dazu gehören immer mehrere. Sicherlich muss einer den Hut aufhaben. Aber der Hut alleine reicht auch nicht. Man muss mit Spaß, Lust und Interesse dabei sein, Engagement und Durchsetzungsvermögen zeigen, viel Geduld mitbringen und ab und zu auch ein dickes Fell haben.
 
Es ist nicht zu übersehen, was sich in Ihrer Amtszeit alles getan hat. Sind Frauen die besseren Kommunalpolitiker?
Schönwalde wird seit mehreren Generationen von Frauen regiert. Der Gründer von Schönwalde, König Friedrich II. von Preußen, verspottete Frauen an der Macht einst als „Herrschaft der Unterröcke“ und „Weiberwirtschaft“. Er würde aber ganz schön staunen, könnte er die heutige Weiberwirtschaft sehen, denn wir alle zusammen haben viel erreicht.

Ihnen ist zu verdanken, dass Schönwalde einen „ALDI“ bekam, dass der Kindergarten in der heutigen alten Schule untergebracht wurde und dass eine Sporthalle gebaut wurde. Aber das ist längst noch nicht alles.
Unsere Einwohnerzahl hat sich von 1.211 im Jahr 1993 auf aktuell rund 2.380 erhöht. Neue Wohnsiedlungen sind entstanden und werden weiter entstehen. Noch in diesem Jahr wird das Projekt „Zukunftswohnen“ seine ersten Bewohner haben, denn der erste Bauabschnitt ist fertig. Anfangs nur als Eigentumswohnungen konzipiert, haben wir es durchgesetzt, dass auch altersgerechte Wohnungen und Wohnungen für Wohngemeinschaften und Mietwohnungen angeboten werden. Mit diesem Projekt, und darauf bin ich sehr stolz, behalten wir unsere älteren Schönwalder. Viele können Haus und Hof nicht mehr bewirtschaften und geben alles an die Kinder weiter. So bleiben die Alten und kommen Neue und mit ihnen wieder viele Kinder.

Für die brauchen Sie dann aber auch wieder mehr Platz
Den haben wir bereits. Die 82 Kitaplätze in der alten Schule reichen schon lange nicht mehr und auch ein Anbau wäre mittlerweile zu klein. Die Kinder bekommen jetzt die obere Etage, und mein Besprechungsraum und die Bibliothek werden in Kirchennähe in einem neuen Gemeindezentrum Platz finden und damit für die Menschen viel besser erreichbar sein.

Was führte Sie einst nach Schönwalde und in die Kommunalpolitik?

Ich komme ursprünglich aus Magdeburg. Während meines Studiums in Berlin habe ich meinen Mann kennengelernt, der in Basdorf zu Hause war. Wir heirateten, wohnten zuerst in Basdorf und sind dann nach Schönwalde gezogen. Eigentlich hat mich die Wohnungssuche zur Kommunalpolitik gebracht. Mein Mann arbeitete und ich bin mit unserer Tochter oft umhergefahren, habe so viele Leute kennengelernt und mich nach und nach für die Arbeit in der Gemeinde interessiert. Das war nichts Neues für mich, denn bereits in Berlin war ich auf diesem Gebiet aktiv. Da ich gelernte Verkehrsbauzeichnerin bin, Tief- und Straßenbau studierte und eine Ausbildung zum Heizungs- Lüftungs- und Sanitäringenieur absolviert habe, interessierte ich mich für die Arbeit im Bauausschuss der Gemeinde und wurde bald dessen Vorsitzende.

Ihre Bürgermeisterkandidatur war dann ein kleiner Geniestreich von Ihnen
Mir hat es einfach nicht gefallen, dass da 1993, also kurz nach der Wende, ein Herr aus den alten Bundesländern auftauchte, der sich hier überhaupt nicht auskannte aber der Meinung war, wir hätten seine Hilfe dringend nötig. Ich wollte ihm zeigen, dass wir Ossis nicht auf den Kopf gefallen sind und wir Schönwalder nicht alles falsch gemacht haben. Also kandidierte ich auch. Und ich gewann! Seitdem engagiere ich mich für mein Dorf. Ich habe es nie bereut und es macht mir nach wie vor Spaß und Freude, mich für meinen Ort einzusetzen. Und ich habe immer noch jede Menge Pläne.

Gibt es auch Dinge, über die Sie sich richtig ärgern können?
Natürlich! Zum Beispiel, wenn um den heißen Brei geredet wird, anstatt das Kind beim Namen zu nennen und konstruktiv nach Lösungen zu suchen; wenn immer erst losgeschimpft wird, anstatt mal nachzudenken; wenn die Leute nicht mehr vor ihrer eigenen Haustür kehren und Müll und Unordnung Einzug halten.

Es kann nicht oft genug erwähnt werden, dass auch die Arbeit eines Ortsvorstehers ehrenamtlich ist. Wie bringen Sie Politik, Beruf und Familie unter einen Hut?
Meine Kinder sind bereits aus dem Haus und mein Mann ist gar nicht so böse, wenn er mal seine Ruhe hat, während ich unterwegs bin. Das passt also alles. Hinzu kommt, dass ich mein eigenes Ingenieurbüro habe und mir die Zeit selbst einteilen kann. Wenn ich bald etwas kürzertreten werde, fange ich damit in meiner Firma an. Ich hätte dann mehr Zeit für die Gemeindearbeit und vielleicht auch für andere Sachen.

Stimmt es, dass Sie sportlich sehr aktiv waren?
Das stimmt, vor allen Dingen im Judo. Ich war Kindertrainerin, Schiedsrichterin, trainierte auch zeitweilig Kinder im Polizeisportverein in Basdorf und bin Trägerin des braunen Gürtels. Aber die Zeiten sind vorbei.

Ihre Zeit als Ortsvorsteherin aber noch lange nicht…
Solange wie ich kann und gebraucht werde, mache ich weiter. Aber ich klammer nicht an meinem Amt und bin bereits dabei, für Nachwuchs in der Gemeindearbeit zu sorgen. Ich würde sehr gern die Liebe und Euphorie für Schönwalde weitergeben an jemanden, der gemeinsam mit uns neue Ideen entwickeln und umsetzen möchte.

Dann wünsche ich Ihnen weiterhin gutes Gelingen und bedanke mich für das Gespräch.
Kefrin Simon
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 30. November 2017 )
 
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