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Ein Gasthaus mit Geschichte (Nr. 75) PDF Drucken
In der Zeit, als der Bürgermeister Karl Jünemann den Bahnhof Wandlitzsee und das Postamt an der Prenzlauer Chaussee Ecke Akazienallee bauen ließ, beschäftigte sich Anfang der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts die landhausFriedenauer Terrain Gesellschaft mit der Parzellierung des frisch erworbenen Waldgeländes nördlich des Wandlitzsees, westlich der heutigen L100. 1927 erschien erstmalig ein Bäckermeister Albert Maukisch als Eigentümer des Grundstückes im Grundbuch, damals Feldbuch. Dieser stammte aus Schlachtensee und wohnte in der Eitel-Friedrichstraße 11. In den dreißiger Jahren erwarb der Klempnermeister W. Jung das Anwesen und errichtete auf dem 3.600 Quadratmeter großen Areal eine pompöse Villa mit sieben großen Zimmern, zwei Loggien, einem Wintergarten, zwei Dielen und einer Portierwohnung aus Küche und Zimmer. Die moderne Ausstattung beinhaltete überall elektrisches Licht, Zentralheizung und teilweise Warmwasserversorgung. 1945 erfolgte vor dem Einmarsch der Roten Armee in Wandlitz der Ausmarsch der Klempnerfamilie Jung in den Schwarzwald. Die Befreier benutzten das leer stehende Gebäude als erste Kommandantur für Wandlitz. Unter dem neuen Putz am Gebäude konnte man noch russische Buchstaben erkennen. Interessant ist, dass das Nachbargrundstück gegenüber in der Koblenzer Straße 1927 einem gewissen Erich Piechocki, dem Vater des heutigen Inhabers vom Landhaus Wandlitzsee Helmut Piechocki gehörte. Helmut verbrachte seine Kindheit hier und spielte viel mit den sowjetischen Soldaten. Nachdem die Sowjetischen Soldaten das Gebäude verließen, wurde es von der Gemeindeverwaltung in zwei Wohneinheiten vermietet. Mieter kamen. Mieter gingen. Und so gingen auch die Jahre und Jahrzehnte dahin. 1998 verkaufte die inzwischen verstorbene Frau Klempnermeister Jung das marode Zweifamilienhaus an besagten Helmut Piechocki. Dieser investierte in Um-, An- und Ausbau. Nach zwölf Monaten intensiver Bauarbeit konnte das Landhaus Wandlitzsee am 23. Oktober 1999 pünktlich um elf Uhr feierlich eröffnen. Ungeduldige interessierte Gäste fragten schon Tage zuvor nach. Ein Traum ging für den Wirt in Erfüllung.
Seit Gründung gehört die unermüdliche Katrin Fuchs zum heutigen Stammpersonal. Seit fast zwanzig Jahren lebt das Landhaus mit und von der deutschen Küche. Während in der Vergangenheit durch mediterrane und asiatische Einflüsse die deutsche Küche etwas ins Hintertreffen geriet, erfreut sie sich neuerdings steigender Nachfrage. So gab es in der achtzehnjährigen Geschichte des Landhauses viele Höhepunkte, aber auch einige zu überwindende Rückschläge. Wenn durch schwere Krankheit das Personal schlagartig ausfällt und kein Ersatz in Sicht ist, dann ist geschäftliche Geschicklichkeit und Kreativität gefragt, um den Mangel zu überwinden. Umso größer war die Freude, wenn das Problem gelöst werden konnte. So kann das Restaurant auf eine große Stammkundengemeinde verweisen. Auch das wöchentlich thematisch wechselnde Buffet wie zum Beispiel Fisch, Wild oder Geflügel erfreut sich großer Beliebtheit. Legendär sind die Lifekonzerte im Frühling zum Vatertag und im Sommer. Interessierte müssen Monate vorher bestellen, wenn sie einen begehrten Platz haben wollen. Aber auch im Winter wirkt der Gänsebraten wie ein Magnet auf die Gäste. Lassen sie sich magnetisieren im gutbürgerlichen Ambiente des Landhaus Wandlitzsee. Helmut Piechocki empfängt sie gern.
Wolfgang Kirschner
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 30. November 2017 )
 
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