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Ein Projekt wurde angeschoben (Nr. 76) PDF Drucken
Zur Wiederinbetriebnahme des Stammastes der Heidekrautbahn I m Dezemberheft 2017 informierten wir über die Pläne der Landesregierung, Wandlitz als Wachstumsachse zu entwickeln. Am 27. November hatte die Landtagsabgeordnete Britta Müller (SPD) zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung in den Goldenen Löwen zum Thema „Mobilität und Verkehrsinfrastruktur in der Region“ eingeladen. Kompetente Gesprächspartnerin war die Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung Kathrin Schneider. Auch Detlef Bröcker von der NEB und Vertreter des Gemeinde und des Kreises hatten im Podium Platz genommen. Rund 200 Bürger waren zu der Veranstaltung erschienen, davon fast die Hälfte aus dem Kreis Oberhavel. Sie forderten auf Plakaten die Wiederinbetriebnahme des alten Stammastes der Heidekrautbahn nach Wilhelmsruh, um so Mühlenbeck und Schildow wieder an das Schienennetz anzuschließen. Angesichts der Tatsache, dass die Veranstaltung im Barnim stattfand, erschien die Teilnahme aus dem Nachbarkreis wie ein Hilferuf. Gibt es dort etwa keine politischen Kräfte, die die Interessen der Bürger aufnehmen und lösen wollen? Einer sitzt zumindest im Landtag an exponierter Stelle, ist aber offenbar mit anderen Themen beschäftigt.
In der Diskussion gab es dann doch einige interessante Aspekte. So fragte ein Bürger, ob denn die beiden rot/roten Regierungen in Berlin und Brandenburg nicht eine gemeinsame Lösung finden können. Wie würde es damit erst bestellt sein, wenn die politischen Differenzen größer wären?
Bezeichnend war auch die Frage eines Teilnehmers aus dem Nachbarkreis. Warum würden eigentlich Fahrradwege und andere Verkehrsanbindungen an den Kreisgrenzen enden? Dabei ist allen bekannt, dass dies von OHV aus sich so darstellt. Im Barnim wurden die geplanten Wege fertiggestellt.
Was die geplanten Verkehrsverbindungen in unserer Gemeinde betrifft, haben wir dazu im genannten Artikel Stellung genommen. Es gab dazu auf der Veranstaltung keine anderen Erkenntnisse.
Wenn auch noch etliche Jahre ins Land gehen werden, so sind zumindest die Weichen für den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs gestellt. Angesichts des geplanten Wachstums unserer Gemeinde gibt es auch keine Alternative dazu. Die Zuhörer im Goldenen Löwen hätten sich schon gewünscht, dass an der einen oder anderen Stelle durch die Ministerin konkretere Aussagen getroffen worden wären. Wer Gelegenheit hatte, sich zu der Problematik auch danach mit verschiedenen Bürgern zu unterhalten, stellt eine Unmenge an Zweifeln und Unwägbarkeiten fest, die sich auch an diesem Abend nicht ausräumen ließen.
Bereits im Vorfeld äußerten einige CDU-Ortsvereine, die Reaktivierung der Heidekrautbahn bleibe nur Wahlkampf- thema. Sie hätten Gelegenheit gehabt, sich auf der Veranstaltung am 27. November genauer zu informieren. Die Zweifel am Ausbau der Bahn reichen von baulichen Hürden (neue Bahnübergänge, inzwischen erfolgte Bebauung der alten Trasse) über bahntechnische Lösungen bis zu dem Dauerargument, Schönerlinde würde dann von der Bahn abgehängt. Wir sind keine Propheten. Fest steht, dass der Ausbau der Strecke genauso notwendig wie schwierig ist, dass er Geld kostet und manches Problem noch zu lösen sein wird. Entscheidend ist jedoch aktuell, dass dieser Ausbau in die Landesverkehrsplanung beider Länder einbezogen wurde. Das war bisher nicht so. Nun gilt es, den zeitlichen Horizont überschaubarer einzufordern, damit die Sache nicht im Unendlichen verschwindet. Und wir sollten im Gespräch bleiben, um auf die Absichtserklärungen Taten folgen zu lassen.
Horst Schumann
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 31. Januar 2018 )
 
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