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RUHLSDORF (Nr. 77) PDF Drucken
Zwischen Prenden und Zerpenschleuse liegt Ruhlsdorf, ein Ortsteil der Gemeinde Marienwerder, den wir diesmal als Nachbarort vorstellen. Ruhlsdorf ist ein kleiner Ort mit gerade mal 450 Einwohnern. Was ihn aber 700-jahre-ruhlsdorfganz groß macht, ist seine wunderschöne kirche-ruhlsdorfNaturkulisse, die gezeichnet ist von scheinbar unendlichen Feldern, dicht bewachsenen Misch- und Kiefernwäldern und vor allem den glasklaren Kiesseen.
Das Winkelangerdorf wird erstmalig im Jahr 1315 mit der Bezeichnung Ruhlenstorpp erwähnt, woraus sich schließen lässt, dass die ersten Siedler Torfstecher waren. Über Jahrhunderte hinweg lebten die Menschen dann hauptsächlich von Ackerbau und Viehzucht, und erst nach dem 30jährigen Krieg, unter der Herrschaft Friedrich des Großen, erlebte das Dorf im 17. Jh. einen enormen Entwicklungsschub.
Um 1775 erhält der Ort seine Kirche mit einer bis heute einzigartigen Einzeigeruhr und ein weiteres Jahrhundert später beginnt sich die für das Dorf typische Struktur der charakteristischen Dreiseitenhöfen durchzusetzen, die bis heute erhalten blieb.
Als 1901 die Heidekrautbahn startet, profitiert auch Ruhlsdorf davon. Erwähnt seien Handel, Handwerk und Elektrifizierung.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verändert dann der Kiesabbau die Landschaft Ruhlsdorfs. Die erste Kiesgrube wurde 1925/26 eröffnet, und die zweite folgte 1930, mit deren Kies die „Neue Reichskanzlei“ in Berlin gebaut wurde. Mit weiteren Kiesgruben entstanden so der Mariensee, der Blaue See, der Ruhlesee, der Bernsteinsee und der Kranichsee. Mit dem Kiesabbau ist nicht nur ein wichtiger Wirtschaftszweig in der Region entstanden, er bildete auch die Grundlage für den wachsenden Tourismus. Bereits in der DDR erfolgte unter dem Slogan „Wachsende Wasser“ die erste touristische Vermarktung. Es entstand die Bungalowsiedlung „An den Sandenden“ und anlässlich der X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin das heutige Feriendorf „Dorado“ am Blauen See.
Stieg die Einwohnerzahl nach dem 2. Weltkrieg durch die Aussiedler kurzzeitig auf 723 an, wanderten nach der Wende 1990 viele Bewohner wieder ab. Im Jahr 2000 hatte Ruhlsdorf nur noch 334 Einwohner. Die politischen Veränderungen ermöglichten aber auch Investitionen in die Infrastruktur. So wurden 1992 Straßen und Bürgersteige erneuert, die Wasserversorgung modernisiert und alle Haushalte mit Telefonanschlüssen versorgt. Das brachte wieder Menschen in den Ort, und schon 2004 musste ein neues Siedlungsgebiet erschlossen werden.
Es hatte sich aber nicht nur rumgesprochen, dass man in Ruhlsdorf inmitten der Natur und nicht weit entfernt von Bernau, Eberswalde und Berlin gut leben kann. Auch die Eberswalder, Bernauer, Berliner und viele andere haben das Kleinod kurz vor ihrer Haustür entdeckt. Campingplatz, Wasserskianlage, weiße Strände, gastfreundliche Ruhlsdorfer und die herrliche Natur haben den Ort zu einem unverwechselbaren Ausflugsziel werden lassen.
Und nicht nur Einheimische und Besucher fühlen sich in Ruhlsdorf wohl. Ständige Gäste sind auch Kraniche und Wildgänse, die hier ideale Bedingungen finden und, wenn sie zu Hunderten kommen, ein prächtiges Spektakel darstellen.
Als Spektakel könnten auch die vielen lebensgroßen Puppen bezeichnet werden, die auf den Bänken vor den Häusern sitzen und Einheimische und Gäste immer wieder zum Lachen bringen. Sehens- und erlebenswert ist auch das Ruhlsdorfer Museum. Mit elf liebevoll und detailgetreu eingerichteten Stuben, u.a. einer Wäsche-, Handwerker-, Schul-, Schlaf-, Küchen- und Wohnstube, bringt es das Leben von einst ganz nah.
Der Ortsbeirat und allen voran die Ortsvorsteherin Annett Klingsporn lassen sich stets etwas einfallen, damit der Ort sich verbessert und verschönert und damit auch das Leben der Menschen. So hat Ruhlsdorf den vom Landkreis Barnim ausgerufenen Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gewonnen und ist bis zum nächsten Wettbewerb in drei Jahren das schönste Dorf im Barnimer Land. Die Ruhlsdorfer wären aber nicht echte Ruhlsdorfer, wenn sie sich auf den Lorbeeren aus dem Vorjahr ausruhen würden. So bereitet sich das kleine Dorf bereits aktiv auf die Teilnahme am 10. Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ in diesem Jahr vor, bei dem Ruhlsdorf den Landkreis Barnim vertreten wird.
Wir drücken unserem Nachbarort dazu ganz fest die Daumen.
Kefrin Simon
Quelle: www.ruhlsdorf700.de
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 5. April 2018 )
 
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