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Das dicke Ende kommt (Nr. 78) PDF Drucken
Windkraftanlagen halten nicht ewig 171 neue Windenergieanlagen wurden im Land Brandenburg im Jahr 2017 errichtet. Damit gibt es im Land nunmehr 3.734 Anlagen, die dritthöchste Zahl in 
Deutschland nach Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Deutschlandweit sind es mittlerweile fast 29.000 Windanlagen, die 2017 rund 16 Prozent der Stromproduktion ausmachten. Nach jahrelangem Aufwärtstrend könnte nun ein Rückgang der Produktion erfolgen, weil viele Anlagen abgeschaltet werden. Warum?
Das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz, das im Jahr 2000 in Kraft trat, garantiert Windenergieanlagen-Betreibern während 20 Jahren kostendeckende Tarife für den Strom, den sie ins Netz einspeisen. Ab 2020 läuft diese Subventionierung jährlich für Tausende Windräder aus. Die Betreiber müssen dann ihren Strom auf dem freien Markt anbieten, wo die Preise im Keller sind. Die Verkaufserlöse werden in vielen Fällen den Weiterbetrieb der Anlagen nicht decken. Hinzu kommt, dass viele Anlagen nach 20 Betriebsjahren wartungsintensiver sind und teilweise kostspielige Reparaturen fällig werden.
2020 läuft die Förderung für 5.700 Windenergieanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 4.500 MW (Megawatt) aus. Der Bundesverband WindEnergie schätzt, dass bis 2023 rund 14.000 MW installierte Leistung die Förderung verlieren, was mehr als ein Viertel der deutschen Windenergie-Kapazität an Land ist. Wie viele Anlagen stillgelegt werden müssen, hängt vom künftigen Strompreis ab.
Wohin nun mit den abgeschalteten Windenergieanlagen?
Wenn die alten Anlagen nicht mehr mit Gewinn in andere Weltgegenden wie Osteuropa, Russland oder Nordafrika verkauft werden können, bleibt nur der Rückbau. Der ist mit Erteilung der Baugenehmigung an die Investoren mit dem Baugesetzbuch vorgeschrieben. Windanlagen müssen vollständig rückgebaut werden und das Recycling ist eine riesige technische und finanzielle Herausforderung.
Während Stahlteile und Kupferleitungen sehr gut verwertbar sind, stellen die Rotorblätter ein Riesenproblem dar. Die derzeitige Suche nach technisch und ökonomisch tragfähigen Wiederverwertungsmöglichkeiten hat nur eine Verbrennung in der Zementindustrie als sinnvoll ergeben. Selbst die ist noch problematisch, da die feinkörnigen Verbrennungsrückstände des Rotormaterials die Filter zusetzen.
Die vollständige Abtragung der Betonfundamente ist erforderlich, da sie oft mehrere geologische Horizonte durchstoßen, bedenkliche Vermischungen von vorher getrennten Grundwasserleitern verursachen und Landrückgabe gefordert ist. Es handelt sich bei großen Windrädern um mehr als 3.000 Tonnen Stahlbeton, die nicht selten über 20 Meter tief in die Erde reichen. Da entstehen schnell Kosten von mehreren Hunderttausend Euro.
Vor diesem Hintergrund erscheinen die Rückbaukosten von 30.000 Euro pro MW installierter Leistung, von denen der Bundesverband WindEnergie ausgeht, zu gering bemessen.
Aber selbst auf diese Kosten dürften Windenergieanlagen-Betreiber, zu denen auch Gemeinden, Windenergiegenossenschaften, Windkraftinvestoren und Privatpersonen gehören, nicht vorbereitet sein.
Daher besteht die große Gefahr, dass die Allgemeinheit und damit der Steuerzahler auf den Kosten für die Beseitigung des Windanlagenschrotts und -mülls sitzen bleibt.
Dem muss vorgebeugt werden.
Alle Bauämter im Land Brandenburg, die Baugenehmigungen für Windenergieanlagen erteilt haben, sind aufgefordert den Nachweis zu führen, dass die erteilten Baugenehmigungen vollinhaltlich erfüllt werden. Dazu müssen die Windenergieanlagen-Eigner nachweisen, dass sie aus ihren Gewinnen für den Rückbau ihrer Anlagen die notwendigen Rückstellungen tatsächlich auch gebildet haben.
Dr. Helmut Pöltelt,Landespolitischer Sprecher Energieversorgung der BVB/FREIE WÄHLER
Letzte Aktualisierung ( Montag, 28. Mai 2018 )
 
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