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Gasthaus „Am Gorinsee“ (Nr. 79) PDF Drucken
– Tradition und Moderne
Zwischen Schönwalde und Schönow befindet sich seit der letzten Eiszeit der Gorinsee mit einer 24 Hektar großen Fläche und einer Tiefe von drei Metern. Auf Grund seiner malerischen Lage wird er von
worde-gorinden Menschen gern besucht. Hier kann man verweilen, spazieren gehen und ins Nasse springen. Nach so viel Erholung, Sonnenbad und nasser Erfrischung kommt Hunger und Durst auf. Da kann man den kulinarischen Leckereien des Gasthaus am Gorinsee nicht wirklich widerstehen.
Zu DDR-Zeiten war hier am See eine KOSUM-Gaststätte, es gab einen Steg und auch einen Bademeister. Eigentümer des See und der Ländereien ist das Land Berlin. Drei Jahre nach der Angliederung der DDR an die BRD erwarb Erich Einecke das 5.000 Quadratmeter umfassende Areal um das Gasthaus am Gorinsee. Da er ein leidenschaftlicher Jäger war und immer noch ist, versorgte er das Lokal mit frischem Wild. Das schmeckte man auch. Schnell wurde das Lokal nicht nur unter Wildliebhabern bekannt. Seine beliebtesten Jagdtrophäen hängen an der legendären Traditionswand. Noch heute treffen sich die Jäger vom Schützenverein in dieser gemütlichen Ecke zu ihren Versammlungen. Auf Grund der großen Nachfrage gründete und betrieb er auch eine Wildfleischerei, welche neben verschiedenen Fleischsorten auch Wildwurstprodukte für die heimische Küche anbot. Nach fünfundzwanzig Jahren erfolgreicher Arbeit hat sich auch Erich Einecke den Ruhestand verdient. Er suchte einen Nachfolger und wurde im Frühjahr 2018 fündig. Die erfolgs- sowie ideenreiche als auch kreative Denise Worde wurde neue Pächterin.
Denise Worde träumte schon als junger Mensch von der Gastronomie. Sie absolvierte als Sechzehnjährige eine gastronomische Ausbildung und spezialisierte sich später zur Expertin für Gründung und Eröffnung von Restaurants. So war sie in den achtziger Jahren bei der Gestaltung der Gaststättenszene im Nikolaiviertel in Berlin-Mitte beteiligt. Das Traditionsrestaurant Borchardt in der Französischen Straße 47, welches seit 1853 existiert, wurde 1992 nach Renovierung des Gebäudes neu eröffnet. Frau Worde schaffte den Spagat zwischen Tradition und Moderne. Das Café am Weißensee in Berlin und das Restaurant Hackescher Hof erstrahlten in neuem Glanz nach baulichen Veränderungen unter ihrer Führung. 2010 eröffnete sie in Berlin-Buch am Schlosspark das Lokal „Zum Speicher“ mit der Kulturlokation „Feste Scheune“. Da der Besitzer Eigenbedarf geltend machte, musste sie sich nach einem neuen Objekt umsehen. So kam sie zum Gasthaus am Gorinsee. geweihe
Vor drei Monaten eröffnete der Gaststättenbetrieb und Denise Worde ist voller Ideen und Tatendrang. Der Zuspruch von den Gästen und dem alten übernommenen Personal gibt ihr die Kraft und die Rückenstärkung. Mit der Fleischerei und den Jägern als Lieferanten hat sie kürzeste Wege vom lebenden Wildschwein bis zum Braten auf dem Teller. Und genau das schmeckt man. Noch ökologischer geht es nicht. Keinerlei Geschmacksverstärker, Lebensmittelfarbe und der Gleichen werden verwendet. Einfach Fleischgeschmack pur. Moderne heißt für sie mehr Frische, mehr Rohkost, mehr Salate, mehr lokale Saisonprodukte und neu Kombinationen. Ihr Blick geht aber weiter. Sie möchte nicht nur die Speisekarte modernisieren. Auch die Gästekapazität wurde erweitert. So können nun zirka 100 Gäste unter freiem Himmel auf der Terrasse die Speisen und den Gorinsee genießen. Durch einen verglasten Anbau steigerte sich die Kapazität der Gäste im überdachten Bereich auf 180. Ein Erfolgsgeheimnis von ihr war schon immer das Verbinden von Kultur und Kunst mit der Gastronomie. So hatte sie schon einige Veranstaltungen, welche sich zur Serienreife entwickeln könnten. Buchlesungen, Jazzabende und Kleintheateraufführungen sind angedacht. Aber auch Sommer- und andere Partys werden durchgeführt. Auch die traditionellen Hochzeit-, Familien- und Jugendweihefeiern finden hier einen neuen Rahmen. Wer viel mit Jägern und Kräutern und Salaten zu tun hat, ist selbstverständlich auch ein Freund der Natur und setzt sich für den Umweltschutz und den Erhalt der Natur ein. So ist es dem gesamten Team vom Gasthaus ein wichtiges Anliegen, den Gorinsee und seine Umgebung sauber zu halten. Wie verletzlich und instabil die Natur sein kann, sieht man gerade am Gorinsee. Da er keinen Zufluss hat, lebt er vom Grundwasser und vom seitlichen Schichtwasser. In den 90-er Jahren drohte der See zu versanden. Da die Melioration nun wieder durchgeführt und vom Wasserwerk Trinkwasser in den See geleitet wird, konnte er sich erholen. Unabhängig davon lässt Denise Worde an heißen Sommerwochenenden zusätzlich Toiletten aufstellen. Auch Müllbehälter stellt sie zur Verfügung. Trotzdem sieht die Uferzone am Abend einfach gruselig aus. Die Mannschaft räumt auf, obwohl es nicht zu ihrer Verantwortung gehört. Also ein großes Lob an Frau Worde und ihr Team.
Wolfgang Kirschner
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 29. Juli 2018 )
 
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