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„Weiberfastnacht“ (Nr. 83) PDF Drucken
Nein, mit Karneval hatte die Zusammenkunft mit der Bürgermeisterin Jana Radant am 27. Februar im Ratssaal nichts zu tun. Das Thema lautete „Frauen an die Macht“ und es ging um mehr Mitarbeit der Frauen in der Politik. Und die sollte nicht auf einen lustigen Abend beschränkt bleiben.
Gekommen waren fast 20 Interessierte. Die
Frauen waren in der Überzahl, trotzdem nahmen immerhin sechs Männer teil. Die politische Herkunft war breit gestreut.
Jana Radant gab zunächst einen Überblick über die Entwicklung des Frauenwahlrechts in Deutschland bis hin zur Präsenz von Frauen in der Kommunalpolitik. Tatsache ist: Nur ein Drittel der Gemeinevertreter sind Frauen. Und im Landkreis Barnim gibt es nur eine Bürgermeisterin, nämlich sie selbst. Diese Situation findet man auf allen Ebenen und bei allen Parteien mehr oder weniger wieder.
Es geht darum, die Entwicklung der Gemeinde selbst mitzugestalten und nicht nur zu meckern. Monika Braune ist bereits 26 Jahre kommunalpolitisch tätig und wird erneut zur Wahl antreten (BVB / Freie Wähler). Sie machte deutlich, an welchen Themen sie aktiv mitgewirkt hat und dass man durchaus etwas bewirken kann. Das gelingt vielleicht hier bei uns besser als in der Großstadt.
Britta Müller (SPD) unterstützte diesen Gedanken. Sie ist seit 2005 Mitglied der SPD. Sie kam über den Sport zur Politik. Heute ist sie Landtagsabgeordnete. Aber auch in diesem Gremium stellen Frauen noch eine Minderheit dar. Da hilft auch das neue Gleichstellungsgesetz allein nicht viel. Frauen müssen besser motiviert werden, sich politisch zu engagieren. Und es geht nicht nur um die Gleichstellung von Frauen und Männern, sondern auch um die von Jugendlichen und Älteren, von Ost- und Westdeutschen.
Hans-Jürgen Klemm ergänzte dazu, dass letztlich auch Fachleute an die Spitze müssen. Man kann Frauen nicht nur deshalb Aufgaben übertragen, um eine Quote zu erfüllen. Die Bedingungen müssen stimmen, damit Frauen aktiver werden können. In der DDR gab es für Frauen jeden Monat einen Haushaltstag. Es müssen Bedingungen in unserer Gesellschaft geschaffen werden, die es Frauen auch ermöglichen, sich mehr einzubringen.
Überhaupt war die Diskussion sehr angeregt. Einige berichteten über ihre Erfahrungen, politische Arbeit, Kinder und Familie unter einen Hut zu bringen, wie z.B. Gabriele Bohnebuck (Die Linke). Nadine Nauen sprach über ihre Vorstellungen für eine politisch aktive Arbeit. Sie tritt für die BVB/Freie Wähler erstmalig zur Wahl an.
Die Veranstaltung im Vorfeld der Kommunalwahlen 2019 machte deutlich, dass Frauen durchaus sehr daran interessiert sind, sich kommunalpolitisch zu betätigen. Das ist allerdings nicht nur eine Frage des Wollens, sondern auch der Bedingungen. Wir sind gut beraten, zielgerichtet und aktiv die Frauen in unserer Gemeinde für eine Mitarbeit in den Ortsbeiräten und der Gemeindevertretung anzusprechen. Das ist schon deshalb erforderlich, weil Frauen oftmals andere Vorstellungen davon haben, wie Politik funktionieren soll. Mit dieser Feststellung sprach Bürgermeisterin Jana Radant eine bedeutsame Frage an.
Christa Schumann
 
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