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Vorwärts zu neuen Erkenntnissen (Nr. 84) PDF Drucken
Auf der Suche nach Möglichkeiten zur Verbesserung der Umwelt
Angeblich ist eine neue EU–Richtlinie in Vorbereitung, die zum Ziel hat, CO2-Feuerlöscher zu verbieten, um den „menschengemachten“ Kohlenstoffdioxid-Ausstoß innerhalb der EU weiter zu verringern.
CO2 ist ein hochwirksames Mittel in Handfeuerlöschern, mit dem Entstehungsbrände wirksam bekämpft werden können. Durch
den Löschvorgang verdrängt das konzentrierte Kohlenstoffdioxid den Sauerstoff am Brandherd und erstickt so das Feuer beinahe schlagartig.
Daneben gibt es noch fahrbare und stationäre CO2-Löschanlagen. Letztere fluten zum Schutz von Silos oder Lagerhallen für brennbare Flüssigkeiten den kompletten Raum mit Kohlenstoffdioxid. Auch in Fabriken und Schiffsmaschinenräumen kommen die hochpotenten CO2-Löschanlagen zum Einsatz. Dass alle oder wenigstens viele Anlagen gleichzeitig zum Einsatz kommen, ist sehr unwahrscheinlich.
In Deutschland werden jedes Jahr etwa 200.000 Handfeuerlöscher mit CO2–Befüllung an Privatpersonen verkauft. In Privathaushalten kommen die CO2-Handfeuerlöscher meist beim Brand von elektrischen Geräten zum Einsatz. Einer der großen Vorteile dieses Gases ist die rückstandsfreie Löschung, denn oft ist nach einem Brand der Wasserschaden größer als der eigentliche Brandschaden. Und während beim Einsatz von Pulverfeuerlöschern anschließend die komplette Wohnungseinrichtung kontaminiert ist und entsorgt werden muss, entweicht das Kohlenstoffdioxid rückstandsfrei in die Atmosphäre. Das rief den EU-Umweltkommissar Karmenu Vella auf den Plan. Die Europäische Kommission will nun mit einem Verbot von CO2 basierenden Löschgeräten dem angeblichen „Klimakiller“ zu Leibe rücken.
Vorgesehen ist, dass am dem 1. Januar 2020 die 2kg- und ab dem 1. Januar 2021 die 5kg-Handfeuerlöscher mit CO2-Befüllung verboten werden. Danach kommen die größeren Löschanlagen dran. Wie aus dem Bundesumweltministerium verlautete, will man die Richtlinie dergestalt in nationales Recht umsetzen, dass die Besitzer solcher Löscher diese als Sondermüll auf eigene Kosten entsorgen müssen. Ein Verstoß gegen diese Bestimmung, also der Besitz solcher Geräte nach dem jeweiligen Stichtag, soll als Ordnungswidrigkeit nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz mit einem Bußgeld belegt werden.
Geplant ist dabei, den Aufgabenbereich der Schornsteinfeger künftig zu erweitern. Neben der regelmäßigen Überprüfung der Heizanlagen sollen die Kaminkehrer nach 2021 auch auf den illegalen Besitz von CO2-Löschern achten und Verstöße zur Anzeige bringen. Zusätzlich will das Umweltministerium in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium „Aufklärung“ an den Schulen über die Klimaschädlichkeit der CO2-Handfeuerlöscher betreiben.
Angesichts solcher Aktivitäten überlegen Politiker des Brandenburger Landtages, wie auch sie mehr für den Umweltschutz tun könnten. Die SPD-Landtagsabgeordnete Klara Geywitz stellte dazu eine Anfrage an das Umweltministerium. Sie sorgt sich um den Ausstoß von Schadstoffen durch die Verwendung von Kaminen und anderen Holzheizungen. Die Antwort kennt sie bereits: Kaminfeuer ist auf jeden Fall umweltschädlich. In Brandenburg gibt es 42.500 Heizkessel, die mit Holz und Kohle beheizt werden. Dazu kommen 340.000 Anlagen zur Befeuerung mit Holz. Dadurch entstünden große Mengen an Feinstaub, die die Umwelt belasten könnten. Genauere Werte liegen aber dafür nicht vor. Offenbar ist das mehr ein Empfinden.
Es gibt folglich noch viel zu tun beim Kampf für eine bessere Umwelt. Zuerst sollten aber die Politiker nicht nachlassen beim Aufspüren schädlicher Ursachen. Da lässt sich bestimmt noch manches finden. Und so werden künftig Schornsteinfeger durch unsere Keller kriechend nach Feuerlöschern suchen und den Ausstoß von Staub aus unseren Kaminen messen. Wir werden das bezahlen und dabei ein freudiges Gefühl entwickeln, wieder einmal etwas für die Zukunft unserer Kinder getan zu haben. Zum Lachen ist das bald nicht mehr.
Doch noch einmal zurück zu den Feuerlöschern. Wie oft haben Sie eigentlich so ein Ding schon benutzt? Und wie oft haben Sie schon Sekt getrunken? Da ist übrigens auch CO2 drin, genau wie im Bier, in den Limonaden, in Wasser mit Sprudel. Das CO2 entweicht aus den Flaschen oder, falls runtergeschluckt, aus unseren Bäuchen. Höchste Zeit also, über die Zukunft dieser Getränke nachzudenken. Wenn da nicht die Sektsteuer wäre. Eingeführt 1902 durch den Deutschen Reichstag zur Finanzierung der kaiserlichen Kriegsflotte wird diese Verbrauchersteuer bis heute mit wenigen Unterbrechungen erhoben. Im Jahre 2017 kamen so 383,7 Millionen Euro in den Staatshaushalt. Die kaiserliche Kriegsflotte gibt es seit 100 Jahren nicht mehr, die Steuer schon. Wer will die jetzt abschaffen? Eine Petition erbrachte dafür keine Mehrheit. Dafür denkt man auf Bundesebene über eine CO2-Steuer nach. Die käme dann möglicherweise noch obendrauf. Kann ja auch nicht sein, dass jeder „Plebejer“ Sekt schlürft. Der soll lieber was für die Umwelt tun. Es gibt also noch viel zu tun beim Thema „Klimaschutz“.
Horst Schumann
Quellen: Dr. Hans-Joachim Zielinski, 25980 Sylt / MOZ – Gudrun Janicke
 
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