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„Haus am Wandlitzsee“ (Nr. 84) PDF Drucken
Ein kleines Jubiläum
Im Juli dieses Jahres feiert das „Haus am Wandlitzsee“ sein fünfjähriges Jubiläum. Die beste Gelegenheit, noch einmal auf die vergangenen Jahre zurück zu blicken:
Unsere Tante Inge bezog im Oktober 2014 ihr Zimmer im „Haus am Wandlitzsee“. Weil fast erblindet, lebte sie bereits auf eigenen Wunsch zehn Jahre in einer
Seniorenresidenz in der Nähe von Lübeck. Nach einem Schlaganfall war ein betreutes Wohnen nicht mehr möglich. Im Oktober 2014 konnte sich Tante Inge kaum verständlich machen, konnte nicht laufen und den rechten Arm nicht nutzen. Wir entschieden uns, sie in unsere Nähe zu holen und konnten sie im „Haus am Wandlitzsee“ unterbringen.
Trotz ihres fortgeschrittenen Alters (sie wird in diesem Jahr 93) und wider allen Erwartungen hat sich ihr Zustand gebessert. Sie kann sich wieder artikulieren und Wünsche äußern, den Rollstuhl nutzen wir nur noch für Spazierfahrten im Ort, ansonsten ist sie mit ihrem Rollator in der Einrichtung mobil. Sicher ist bei ihr nicht jeder Tag gleich gut, es gibt ihrerseits immer wieder Aktionen, die uns den Kopf schütteln lassen und das Pflegepersonal herausfordern. Selbst für uns Angehörige gibt es Situationen, bei denen wir völlig überfordert sind und bei denen wir die Geduld des Personals nur bewundern können.
Wir besuchen Tante Inge oft, aber dass sie doch solche Fortschritte gemacht hat, haben wir dem Personal im „Haus am Wandlitzsee“ zu verdanken. Es ist immer jemand für sie da, sorgt dafür, dass sie ausreichend trinkt und isst, verabreicht die Medikamente und kontrolliert die Einnahme, kümmert sich, wenn wieder einmal ein Malheur passiert ist. Die Einrichtung stellt einen Raum für einen Friseur zur Verfügung, der wöchentlich kommt und auch von Tante Inge regelmäßig und gern in Anspruch genommen wird. Es werden täglich Beschäftigungen angeboten, auch wenn gerade die Demenzkranken an diesen nur begrenzt teilnehmen und das Interesse an diesen Beschäftigungen schon nach Minuten nachlässt. Es finden Veranstaltungen statt, Fasching, Weihnachtsfeier, Auftritte von Kinderchören und Kindertanzgruppen, kleine Konzerte und Ähnliches. Die Einrichtung organisiert für die Bewohner die Teilnahme am Museums- oder Erntefest im Dorf Wandlitz. Auch wenn wir unsere Angehörigen zu Hause betreuen würden, wir könnten ihnen weder 24 Stunden Aufmerksamkeit am Tag schenken noch so viel Abwechslung bieten.
Die Bewohner werden angehalten, sich gegenseitig zu helfen. Weil die Anzahl der Rollstuhlfahrer in letzter Zeit stark zugenommen hat, nimmt Tante Inge die Mahlzeiten nicht mehr auf ihrer Etage, sondern im zentralen Speiseraum ein. Dabei wird sie liebevoll sowohl vom Pflegepersonal aber auch von den Mitbewohnern betreut. Erst hatten wir Bedenken wegen dieser Neuerung, heute können wir sagen, ihr tut die Begegnung mit den anderen Bewohnern gut. Für Tante Inge hat sich der Horizont etwas erweitert, die helfenden Mitbewohner haben Verantwortung übernommen und freuen sich über jeden Fortschritt den ihr „Schützling“ macht.
Wenn wir Tante Inge besuchen, bringen wir sie auch zum Abendbrot in den Speisesaal. Über das Essen hat sie noch nie geschimpft. Viele Sorten Wurst und Käse, verschiedene Brotsorten, Obst, Tomaten, Gurken sind jeden Tag da. Dazu wird mal eine Suppe, mal Eiersalat, mal Fisch usw. gereicht. Sicher ist auch das eine oder andere dabei, das nicht die Begeisterung aller findet. Aber das ist zu Hause bei uns oder in einem Hotel auch nicht anders. Wie heißt es so schön: „Es allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.“
Unser Fazit ist: Tante Inge ist im „Haus am Wandlitzsee“ sehr gut aufgehoben. Wir könnten all das, was das Personal und die Einrichtungsleitung leisten zu Hause nur mit ganz großen persönlichen Einschränkungen absichern. Wir müssten wahrscheinlich unsere Berufstätigkeit aufgeben, eigene Einkäufe, Arztbesuche und Ähnliches müssten aufwendig organisiert werden, damit der Angehörige während dieser Zeit nicht allein ist. Und, wir Angehörige sind sicher alle ungefähr im gleichen Alter, wir alle haben Enkelkinder, die unsere Zuwendung für einen guten Start ins Leben brauchen, auch diese Generation dürfen wir nicht vergessen. Und vergessen wir auch nicht, wir Angehörige sind auch nicht mehr die Jüngsten, auch wir haben bereits gesundheitliche Einschränkungen. Körperlich würde uns die Pflege unserer Angehörigen oft überfordern.
In diesem Sinne wollen wir, Bewohner und Angehörige, uns bei Personal und Einrichtungsleitung, aber auch bei den vielen freiwilligen ehrenamtlichen Helfern, ganz herzlich für das Engagement und die Fürsorge, die alle bei der Betreuung und Pflege unserer Angehörigen zeigen, bedanken. Auch wenn es ab und an mal Missverständnisse und Probleme gibt, uns wird von dieser Pflegeeinrichtung eine große Last genommen. Wir sollten unsere Dankbarkeit der Einrichtung gegenüber zeigen, indem wir diese so gut wir können unterstützen.
Evelyn Wernicke
Haus am Wandlitzsee, Prenzlauer Chaussee 148, Wandlitz
 
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