Startseite arrow Gemeinde Wandlitz arrow Kommunalpolitik arrow Der NWA und kein (gutes) Ende? (Nr. 85)
Der NWA und kein (gutes) Ende? (Nr. 85) PDF Drucken
Die Ferienzeit ist für viele Menschen die schönste Zeit im Jahr.
Für die einen, weil sie sich eine verdiente Erholung von Alltag und Arbeit gönnen können, für manche Politiker und verantwortliche Funktionsträger gibt es oft noch andere Gründe. Zu denen scheint auch der Verbandsvorsteher des NWA Matthias Kunde zu
gehören.
Da der Bürger, auch als Steuer- und Gebührenzahler bezeichnet, in der Ferne weilt, kann der Verantwortungsträger daheim in aller Ruhe einige Wahrheiten auf den Tisch bringen, die ansonsten möglicherweise zu Unverständnis und Empörung geführt hätten.
Aber der Reihe nach, worum geht es?
Als die Gemeindevertreterin Monika Braune (heute BVB/ FREIE WÄHLER Wandlitz) im Herbst 2018 als Mitglied in die Verbandsversammlung des NWA gewählt wurde, stellte Sie im Jahresbericht zum Wirtschaftsjahr 2017 einige Ungereimtheiten fest, die sie in elf Fragepunkten zusammenfasste und einige Zweifel an der seit Jahren behaupteten Meinung, dass es sich beim NWA um ein gesundes und auch für die Zukunft gut aufgestelltes Unternehmen handeln würde, aufkommen ließen.
Es stellte sich heraus, dass der Verband in den Jahren 2016 und 2017 ein Defizit von 184.000 bzw. 227.473,91 Euro erwirtschaftet hatte und dieses sich erst ändern wird, wenn der jetzige Anschlussgrad von 76,1 Prozent auf 90 Prozent erhöht wird. Davon sieht sich das Unternehmen aber noch weit entfernt*.
Aus welchem Grund der Verbandsvorsteher jetzt mit einer neuen Hiobsbotschaft in die geruhsame Ferienidylle platzt, entzieht sich meiner Kenntnis. Eventuell hat es mit dem veränderten Verhältnis in der Verbandsversammlung nach den Wahlen zu tun? Man weiß es nicht.
Der Fakt, den er erstaunlicherweise meines Wissens nicht der Verbandsversammlung sondern der Märkischen Oderzeitung mitteilte (Ausgabe vom 29./30. Juni 2019, Seite 17) ist schon etwas gewöhnungsbedürftig.
Dort wurde Matthias Kunde mit der Information wiedergegeben, dass zwei Drittel des Trinkwasserversorgungsnetzes unterdimensioniert sind und nicht den Anforderungen an einen ganzjährig störungsfreien Betrieb entsprechen.
Die Kosten für die dafür notwendigen Investitionen werden von ihm auf 20 bis 30 Millionen Euro geschätzt.
Aber woher soll das Geld kommen? Laut Kunde kann das nur über die Gebühren finanziert werden. Das heißt natürlich: Über erhöhte Gebühren.
Da darf man sich doch auch schon mal die Frage stellen, seit wann haben der Verbandsvorsteher und sein Stellvertreter das gewusst und warum so lange als Geheimnis bewahrt?
Sind in die genannten notwendigen Investitionen die zirka acht Millionen Euro eingetriebenen Altanschließergebühren bereits eingeflossen oder wo sind diese geblieben?
Was wurde uns noch verschwiegen und mit welchen Überraschungen haben wir noch zu rechnen?
Wie will der Verband den wachsenden Anforderungen an die Infrastruktur der sich entwickelnden Gemeinde Wandlitz gerecht werden?
War der Verbandsvorsteher so sehr mit der Führung von juristischen Auseinandersetzungen mit seinen Kunden beschäftigt, dass er darüber hinaus keine Zeit mehr fand, um sich mit den technischen Anforderungen an seine Behörde zu beschäftigen?
An dieser Stelle sei darauf verwiesen, dass durch die Gemeindevertreterin Monika Braune bereits im Jahr 2018 ein Beschlussantrag zur Entwicklung des NWA eingebracht wurde, der nach monatelanger Diskussion am 21. Februar 2019 durch die Gemeindevertretung angenommen wurde.
Wenn ich mir diesen Beschluss, den ich voll unterstütze, heute ansehe, sollte dieser dringend um einige Punkte ergänzt werden. Es geht dabei um die Einbeziehung sachkundiger Bürger in die Arbeit des Vorstandes des NWA. Es stellt sich auch die Frage, ob der Vorsitzende der Verbandsversammlung eigentlich seinen Aufgaben gerecht wird.
Wolf-Gunter Zätzsch
 
< zurück   weiter >
Copyright © 2018 Barnimer Brgerverlag Horst Schumann | Diese Website verwendet COOKIES - mehr Infos hier