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Mini-Implantat hilft Totalprothese
Sie lesen richtig. Doch der Reihe nach. Im Heft 2/2005 haben wir uns vorgestellt und uns seinerzeit vorgenommenen: Hin und wieder melden wir uns aus der „Zahn-Eulenpraxis“ in Zühlsdorf.
Natürlich vor allem dann, wenn es etwas Neues oder neues Altes gibt, was für Sie von Nutzen sein könnte. Hier ist so etwas – das Mini-Implantat. „Implantat“ hat sich herumgesprochen und die großen Zeitungen sind voll davon. Doch wir halten es hier mal mit den Intentionen des Bürgerblattes. Vieles blüht im Verborgenen und das hat oft seine besonderen Reize. Um es gleich vorwegzunehmen, Mini, das bedeutet im Bezug auf Implantat nicht Minimallösung oder gar Billiglösung. Mini bezieht sich nur auf die Breite des Anwendungsgebietes. Das es dann am Ende auch preiswerter als ein Nicht-Mini-Implantat ist, das ist glücklicherweise ein wohl nicht unangenehmer Nebeneffekt. Und auch wenn das Mini-Implantat etwas Neues ist, es ist im Grunde allerdings etwas neues Altes, dann sollten Sie sich keine Sorgen machen, einer eventuellen zahnärztlichen Experimentierwut in der Eulenpraxis zum Opfer zu fallen. Auch wenn unser Praxisteam zugegebenermaßen, zahnmedizinisch gesehen stets ganz vorne mitspielen will und das auch erfolgreich schafft, so werden wir auch künftig vor allem Ihr Wohl im Auge behalten.
Herr K. aus Zühlsdorf kann dies bestätigen. Er ist Leser im Einzugsbereich des Bürgerblattes und einer von vielen, die die Operation hinter sich und die Mini-Implantate im Mund haben. Er darf sich nun auf Weihnachten sowieso und Dank fester sitzender Totalprothese auch auf manch feste (Fest-)Speisen freuen. Doch nun wirklich der Reihe nach. Herr K. (und aus Datenschutzgründen belassen wir es dabei, wollen ihm aber an dieser Stelle für die Möglichkeit danken, seine persönliche Behandlung und Erlebnisse in diesem Artikel schildern zu dürfen), ein 78-jähriger Patient, besucht seit langem unsere Praxis und ist mit einem teleskopierenden Ersatz im Unterkiefer sowie einer totalen Prothese im Oberkiefer versorgt. Es zeigen sich weder Druckstellen noch andere Unannehmlichkeiten für den Patienten. Allerdings empfindet er die auftretenden seitlichen Verschiebungen der Prothese bei stärkerem Kaudruck und abziehende Kräfte bei klebrigen Speisen als störend. Und damit ist er sicher nicht allein. In solchen Fällen kann das Mini-Implantat nun Abhilfe schaffen. Es werden Mini-Implantate gesetzt und anschließend erfolgt die Verankerung der Prothesen über ein spezielles sehr graziles Kugelkopfsystem. Dadurch ist es möglich, eine Implantation auch bei bestehenden Prothesen durchzuführen. Die Operationszeit und der Eingriff selbst sind vergleichsweise minimal (zirka 30 bis 45 min.). Nach zehn Tagen können die Nahtentfernung und letzte Korrekturen an der Prothese erfolgen. Während der Einheilung wird die Prothese an den entsprechenden Stellen hohl geschliffen und mit weichbleibendem Kunststoff unterfüttert. Der Patient erhält so eine deutliche Verbesserung des Tragekomforts und somit schon in dieser Phase einen ersten Eindruck vom späteren Ergebnis. Fazit: Die Verwendung von Mini-Implantaten ist vor allem für jene Patienten von großem Nutzen, bei denen eine herkömmliche Implantation ohne Knochenaufbau nicht möglich erscheint, beziehungsweise bei Patienten mit erschwerter Fingerfertigkeit, da hier ein geringerer Reinigungsaufwand besteht. Es sei ausdrücklich angemerkt: das gilt nicht für Herrn K., seine Finger sind hervorragend beweglich. Als Faustregel kann grundsätzlich das Überschreiten des 70. Lebensjahres gelten. Auch wirtschaftliche Gründe können Entscheidungskriterium sein, denn die Kosten sind aufgrund des minimierten Material und Laboranteils und der kurzen Behandlungszeit für den Patienten vergleichsweise gering. Für die Versorgung des Unterkiefers sollten minimal vier, im Oberkiefer jedoch mindestens sechs Mini-Implantate zur Verankerung gesetzt werden. Eine geringere Anzahl kann vor allem während der Einheilzeit zu vorzeitigen Verlusten dieser kleinen Implantate führen. Das hat sich auch bei Herrn K. bestätigt. Der Patient empfand nach der Fertigstellung eine deutliche Festigkeitssteigerung der Konstruktion und erscheint in der Praxis zum halbjährlichen Recall. Vielleicht können wir später auch noch seine prothesenbedingte Gaumenbedeckung verkleinern oder gar entfernen. Schauen wir mal...
Dr. Uwe Deutrich
Letzte Aktualisierung ( Samstag, 2. Dezember 2006 )
 
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