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Kita-Gebühren erwürgen den guten Zweck?
"Mehr Kinder braucht das Land!" Darüber besteht Konsens auch im Barnimer Land. Anscheinend ist man sich aber immer noch nicht darüber im Klaren, 
dass der erhoffte Kindersegen erst dann eintrifft, wenn entsprechende Rahmenbedingungen den Kinderwunsch fördern und nicht behindern. Zu solchen Rahmenbedingungen gehört u.a. die Weitsicht, dass die Betreuung der Kinder eine existentielle, gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und dass Familien finanziell eher entlastet statt belastet werden sollten. Nur mit Unverständnis konnte man deshalb auf die Gebührenbescheide reagieren, die Anfang des Jahres bei den Eltern der Großgemeinde Wandlitz für die Betreuung ihrer Kinder in Kita und Hort ins Haus flatterten. Einige Eltern traf es mit einer Erhöhung ihrer Beiträge um bis zu 100% besonders hart. Grund dafür war die neue Kita-Satzung, die Ende letzten Jahres von der Gemeindevertretung verabschiedet und zu Beginn dieses Jahres bindend wurde. Nach einem Sturm der Entrüstung unter den Eltern war man sich in Gemeindevertretung und Verwaltung schnell darüber einig, dass man dies so nicht gewollt hat. Es wurde ein Arbeitskreis auf Wunsch und unter Beteiligung von Elternvertretern ins Leben gerufen, der sich letztendlich aber nur mit den Vorgaben der Gemeindeverwaltung auseinandersetzen durfte, da die durch die Elternvertreter schriftlich vorgelegten, detaillierten Vorschläge weitgehend unberücksichtigt blieben. Diese Vorschläge der Elternvertreter bedachten nicht nur die Interessen der Eltern, sondern gingen auch auf die finanzielle Situation der Gemeinde im Bereich der Kinderbetreuung ein, die sich in den nächsten Jahren zum Negativen hin entwickeln kann, wenn nicht effektiv eingespart wird. Hingewiesen wurde vehement auch darauf, dass eine Höherbelastung, wenn überhaupt notwendig, maßvoll und von allen Eltern gleichmäßig getragen werden muss und nicht eine extrem hohe Mehrbelastung von den Eltern übernommen wird, die begründet durch ihre Berufstätigkeit längere Betreuungszeiten in Anspruch nehmen müssen. Auch Warnungen, dass weitere Erhöhungen im ohnehin sehr teuren Hortbereich nicht zu Mehreinnahmen, sondern zu Abmeldungen der Kinder aus der Hortbetreuung führen würden, verhallten im Raum. Leider konnte sich die Gemeindevertretung mit der jetzt im Juni verabschiedeten neuen Kita-Satzung zu keiner wirklich optimalen Lösung entschließen. Insbesondere den Müttern mit mehr als einem Kind wird mit solch einer Satzung die Rückkehr in das Berufsleben eher verstellt, da aus finanzieller Sicht in den meisten Fällen dann kein Anreiz mehr besteht. Ärgerlich bei der gesamten Auseinandersetzung war, dass viel über Gebührenerhöhung und wenig über Kostensenkung gesprochen wurde. Lichtblick bleibt, dass die Zustimmung der Gemeindevertreter zur revidierten Kita-Satzung von der Weiterarbeit eines Arbeitskreises insbesondere zum Kostenthema abhängig gemacht wurde. Hoffen wir, dass Sparpotentiale sichtbar und die nötigen Schritte unternommen werden, damit die Gemeindefinanzen spürbar, längerfristig und nicht durch noch höhere Elternbeiträge entlastet werden! Dana Lafuente Stolzenhagen -  Kommentar zum Arbeitskreis Kita-Satzung der Gemeinde Wandlitz
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 13. August 2006 )
 
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