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Prof. Dr. Oskar Hauser (Nr. 3) PDF Drucken
Prof. Dr. Oskar Hauser
Zum Tod des Vaters der Arbeiter- und Bauernfakultäten

Sein Wirken in der Hochschullandschaft der DDR war von legendärer Bedeutung.
Er verstarb am 27. September 2005 in Wandlitz, kurz vor seinem 85. Geburtstag.
Als Prorektor für Naturwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin war er der Prorektor für die Hochschulreform im naturwissenschaftlichen Bereich und setzte sich in diesem Rahmen für die engere Bindung von Wissenschaft und Praxis, für Betriebspraktika der Studenten, für Sonderstudienpläne für studierende Frauen und vor allem für junge Mütter ein.
Am 18.Oktober 2005 wurde Oskar Hauser auf dem Friedhof Pankow im Ehrenhain der Antifaschisten beigesetzt. Die bewegende Gedenkrede hielt Prof. Dr. sc. Heinrich Fink, von 1990 bis 1992 Rektor der Humboldt- Universität Berlin. Eine Passage aus der Rede lautet:
„Im Januar 1946 war dann die Eröffnung (der Humboldt-Universität; d.Verf.) hinter Pappfenstern und angelehnten Türen. Studenten brachten Briketts mit, und es ging los! Oskar Hauser begann mit dem Studium der Physik und legte im Januar 1951 sein Diplom ab. Das Credo seines Vaters „Bildung für alle“ setzte Oskar Hauser dann auch staatlich strukturiert um. Er hatte Genossen und Kameraden, die kein Abitur hatten, aber durchaus die geistigen Voraussetzungen zum Studium mitbrachten. Er wollte für sie den Zugang zur Universität. Sie sollten das Abitur nachholen, was neben der täglichen Arbeit sehr mühsam war. Das beste Beispiel war für ihn seine eigene Frau Irene. So schlug Oskar auf der ersten Kulturkonferenz der KPD im Februar 1946 als Vorsitzender der Studentischen Arbeitsgemeinschaft in Berlin vor, für Arbeiter- und Bauernkinder, die bisher nicht die Möglichkeit hatten, Abitur zu machen, Vorstudienanstalten zur Erlangung der Hochschulreife einzurichten. So entstand durch Oskar Hausers Initiativen die Arbeiter- und Bauernfakultät. Viele der DDR-Eliten sind daraus hervorgegangen. Bedeutende Wissenschaftler und Künstler verdanken Oskar Hauser ihren Weg zur Universität. Er begründete seinen Vorschlag so: Brechung des Bildungsprivilegs.“
Sicher leben in den Orten der Gemeinde Wandlitz Bürger, die Arbeiter- und Bauernfakultäten der DDR absolviert haben. Nicht nur für sie, sondern auch für viele andere – Studenten, Absolventen, Promovenden, Doktoranden, Wissenschaftler, Genossen und Freunde – mag sein langes verdienstvolles Wirken aus Anlass seines Todes einen Moment des Erinnerns, des Dankes und der Würdigung wert sein.
Herbert Willner, Wandlitz
Letzte Aktualisierung ( Montag, 24. September 2007 )
 
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