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Professor Dr. Dr. h. c. Arnold Graffi (Nr. 5) PDF Drucken
Professor Dr. Dr. h. c. Arnold Graffi
Er wohnte gleich nebenan, in Wandlitz, am Rahmer See
- er war einer von uns
Professor Dr. Dr. h. c. Arnold Graffi. 19. Juni 1910, Bistritz ( Rumänien ) – 30. Januar 2006, Berlin.
Seine Aquarelle von Motiven des Rahmer See und der Umgebung legen für die Nachwelt Zeugnis, Graffi war hier zu Hause. Wenn seine Familie die Eugenstraße herunter kam, sah man zuerst einen Dackel, der seinen Herrn an kurzer Leine führte, (Graffi hatte in allen Beziehungen ein enormes Schrittmaß), seine schöne Frau kam einige Meter später. Sie konnte jeweils aufschließen, wenn er mit einem Nachbarn schon im Gespräch war oder ein neues Motiv besichtigte.
Die Natur hatte Graffi mit mehreren Gaben versehen, ein warmherziges Naturell, ein scharfer, analytischer Verstand, ein ausgeprägtes musikalisches Talent, mit einem beeindruckenden Klavierspiel und in den letzten Jahren mit eigenen Kompositionen, sowie sensibel gestaltete Landschaftsbilder, waren Ausdruck einer universellen Persönlichkeit. Graffi hatte ein ausgefülltes Leben, das Schicksal hat ihm auch viel Zeit dafür gegeben. Ansonsten hätte er neben der Ausübung seiner vielen Talente nicht auch noch etwas Zeit für die Medizin gehabt. Prof. Graffi war einer der Wegbereiter der experimentellen Krebsforschung des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Seine Entdeckungen bis 1975 haben maßgeblich zum Verständnis der Krebsentstehung durch chemische Stoffe und Viren beigetragen. Er war Direktor des Instituts für Experimentelle Krebsforschung.
Arnold Graffi erhielt zahlreiche Ehrungen. Er wurde in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt. Er war Träger der Cothenius-Medaille, des Paul- Ehrlich-Preises, der Helmholtz-Medaille. 1955 und 1980 erhielt er den Nationalpreis der DDR für Wissenschaft und Technik und 1995 das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Der Campus Berlin-Buch ehrte ihn zu seinen Lebzeiten mit der Aufstellung seiner Porträtbüste und der Benennung eines Gebäudes des Biotechnologieparks. Es war eine Bereicherung, Graffi gekannt zu haben.
Dr. Horst Möbius, Wandlitz
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 25. September 2007 )
 
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