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Ein Wandlitzer erobert Peking (Nr. 14) PDF Drucken
Wenn am 08. August 2008 die Olympischen Sommerspiele eröffnet werden, will auch Horst Geiseler vor Ort sein: Mit dem ersten Wildrestaurant in Peking. Über dieses Vorhaben sprach mit ihm Horst Schumann.
Vor einiger Zeit hatte Horst Geiseler, Wirt des Jägerheimes Ützdorf, Gäste aus China. Chinesen sind sehr traditionsbewusst. Als sie erfuhren, dass die Gaststätte bereits seit 1897 existiert, wurde gemeinsam eine Idee geboren: Eine traditionsreiche Gaststätte mit Wildgerichten in Peking! In der 15-Millionen-Stadt gibt es so etwas bisher nicht. Wildtiere gibt es auch in China: Hirsche, Wildschafe, Wasservögel. Eine professionelle Bejagung wie in Deutschland findet man dort jedoch nicht. Meist sind es Ausländer, die auf Jagd gehen. Die Einheimischen jagen Tiere nur zum eigenen Verzehr. Am Anfang muss man wohl Wildfleisch aus Sibirien beschaffen.
Im Juli war Horst Geiseler das erste Mal für ein paar Tage in Peking. Er
es_muss_nicht_immer_wild_sein schaute sich das Objekt an und sprach mit künftigen Geschäftspartnern. Ohne sie könnte man ein solches Vorhaben nicht realisieren. Behilflich sind Deutsche, die bereits vor Ort tätig sind. So hatte sich ein ehemaliger Mitarbeiter der DDR-Botschaft im Zuge der Wende entschieden, in Peking zu bleiben und dort ein Restaurant zu eröffnen. Seine Erfahrungen und Vorortkenntnisse sind für Horst Geiseler von großem Nutzen. Die Gaststätte liegt 20 Autominuten vom künftigen Olympischen Dorf entfernt in einem Hotel- und Apartment-Gebiet. Die im Bau befindliche Magnetschwebebahn wird eine gute Anbindung zu den anderen Stadtteilen herstellen. In der Gaststätte befindet sich bereits eine eigene Bierbrauanlage. Später soll noch eine Fleischerei hinzukommen, um das Wildfleisch vor Ort verarbeiten und auch Wurstwaren anbieten zu können.
In Peking gibt es eine Unmenge ausländischer Restaurants: Koreaner, Inder, Italiener, Kanadier und auch ein Paulaner ist erfolgreich vor Ort. Deshalb hat Horst Geiseler keine Bange, dass sein Projekt nicht klappen könnte. Zuvor muss jedoch eine Menge bedacht werden. Steuern werden auch in China fällig. Sinnigerweise ist die Kasse im Restaurant gleich mit dem Computer im Finanzamt verbunden. Zwei Mitarbeiter sind ausschließlich für die Finanzabrechnung erforderlich. Ansonsten ist das Genehmigungsverfahren deutlich unkomplizierter und schneller als in Deutschland. Hauptsache, man hat das nötige Geld und kann die erforderlichen Voraussetzungen nachweisen. Die Stromabrechnung ist ganz einfach: Man kauft sich eine Prepaidkarte und steckt sie in den Zähler. Ist die Karte alle, gibt es keinen Strom mehr.
Von seinem Besuch in Peking war Horst Geiseler durchweg begeistert. Zum einen war alles neu und aufregend. Aber auch die Menschen haben ihn beeindruckt. Überall spricht man englisch. Es gibt für jeden Geldbeutel etwas: von ganz billig bis exklusiv. Bier wird in 0,6- Liter-Flaschen verkauft zu umgerechnet 35 Cent. Man kann aber auch in entsprechenden Gastsstätten vier Euro dafür hinblättern. In Peking spürt man regelrecht den Pulsschlag der Zeit. Überall arbeiten emsig Menschen beim Anlegen von Grünanlagen, Sauberhalten von Straßen. Alles wird mit Hand erledigt. Und jeden Tag verändert sich das Umfeld.
Horst Geiseler freut sich schon auf seine nächste Reise im November. Wird es das Jägerheim dann nicht mehr geben? Nein, das bleibt. Auch, wenn der Wirt dann nicht mehr immer hier sein wird.
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 5. Oktober 2007 )
 
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