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Eine Schönwalder Erfolgsgeschichte (Nr. 18) PDF Drucken
Wer auf der B109 von Basdorf kommend in Schönwalde einfährt, wird linkerhand gleich neben zwei Billigketten, eine tiefe Baugrube bemerken.
Hier errichtet das größte Unternehmen unserer Gemeinde, die Schnorrenberg GmbH, für 1,3 Millionen Euro ihr neues Lager und Verwaltungsgebäude.
Auf insgesamt 9.000 Quadratmetern wird sich dann dieses hochspezialisierte Unternehmen erstrecken. Mitte Juli soll für das einstöckige Gebäude Richtfest sein und ab Oktober werden sich die Arbeitsbedingungen der 145 Mitarbeiter weiter deutlich verbessern.
Denn im neuen Gebäude sollen alle Verwaltungsmitarbeiter, 60.000 Ersatzteile und rund 250.000 Rechnungen ihr neues Domizil finden.
Die Noch-Baugrube belegt, dass das Unternehmen seine Erfolgsspur immer weiter verfolgt. Firmengründer Arno Schnorrenberg hatte 1984 in der DDR angefangen, medizinische Geräte zu reparieren und vergrößerte sein Unternehmen bis zur Wende auf 20 Mitarbeiter.
Denn die damaligen Verantwortlichen hatten schnell begriffen, welche ungeheure Kosteneinsparung durch eine qualifizierte Reparatur möglich ist.
Der Berliner Senat begriff das 1994 nicht, und so landete Arno Schnorrenberg mit all seinen Mitarbeitern und der entsprechenden Gewerbesteuer in Schönwalde.
Heute reparieren an der dortigen Hauptstraße 145 Mitarbeiter in sechs Bereichen feinste Geräte, chirurgische Scheren und Messer, Antriebssysteme für die Mikrochirurgie, Endoskope und vieles mehr.
Insgesamt sind es 235.000 Instrumente, die jährlich in Schönwalde wieder einsatzfähig gemacht werden. Kunden sind Kliniken in ganz Deutschland, aber auch verstärkt aus Österreich und der Schweiz.
Mit seinem Geschäftsmodell trägt das mittelständische Unternehmen vorbildlich zur Kostenreduzierung im Gesundheitswesen bei. Denn die Reparatur vieler Geräte kostet etwa ein Zehntel des Neupreises. Rund 2.000 unterschiedliche Instrumente werden von den Schönwaldern repariert.
Natürlich sehen die Gerätehersteller diese Konkurrenz ungern. Denn Schnorrenbergs Spezialisten reparieren über 90 Prozent der eingereichten Geräte, während die Hersteller nur auf acht Prozent kommen.
Entsprechend spüren die Schönwalder auch deren passiven Widerstand. Unterlagen für neue Instrumente erhalten die Chirurgie- und Feinmechaniker prinzipiell nicht. Aber das hält sie nicht auf, die Schönwalder Spezialisten liefern trotzdem Qualität. Die Zahl der berechtigten wie unberechtigten Reklamationen beläuft sich auf nicht einmal 1,3 Prozent. Kein Wunder, dass die Schnorrenberg Chirurgiemechanik Jahr für Jahr die Qualitätszertifizierung nach ISO 13485 erhält.
Damit das weiter so bleibt, bildet die Firma derzeit elf Lehrlinge aus, die auch im süddeutschen Tuttlingen geschult werden müssen. Allein diese Außenausbildung kostet das Unternehmen jährlich 121.000 Euro zusätzlich. Aber das kann es sich leisten, denn noch immer wurde der Plan, jährlich einen Gewinn von bis zu zwölf Prozent nach Steuern zu erwirtschaften, erreicht.
Über diesen finanziellen Erfolg hat Arno Schnorrenberg, der Mitglied unseres Wandlitzer Bürgervereins ist, nicht vergessen, welche Probleme unsere Welt hat. Seit Jahren hilft er auf eigene Kosten mit medizinischen Geräten in Kuba, Nikaragua und anderswo. Aber das ist eine andere Geschichte und die wird in der nächsten Ausgabe erzählt.
Lutz Renner
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 4. Juni 2008 )
 
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