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Wer hat sich das wohl ausgedacht?
Auf der Basdorfer Straße in Stolzenhagen wurde einst zur Sommerzeit in Höhe der seenahen Gaststätte „Café am Steinberg“ die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h festgelegt.
Im Spätherbst wurde das Schild wieder entfernt. Eines Tages aber wurde für einen Straßen-Teilabschnitt (ungefähr ab Wensickendorfer Straße bis zum Ende der bewaldeten Strecke) generell die Tempo-Zone 30 eingeführt und Straßenschwellen über eine Strecke von mindestens 1 km eingebaut, die man höchstens mit 10 km/h passieren kann. Wem ist diese „verkehrsberuhigende“ Maßnahme zu verdanken? Es kann ja wohl nur im Interesse eines Einzelnen oder einiger Weniger geschehen zu sein. Denn: Eine über das ortsübliche Maß hinausgehende Gefährdung durch den Straßenverkehr in diesem Bereich ist doch wahrlich nicht gegeben. Der größte Teil der Strecke ist nur auf einer Seite bebaut. Schule, Kindergarten gibt es hier nicht, überhaupt nur gelegentlich mal Fußgänger. Also weder eine hohe Verkehrsdichte, noch Kreuzungsverkehr, noch sonst ein erhöhtes Risiko, das die Einführung einer Tempo-30-Zone und erst recht das Anbringen der Schwellen rechtfertigen könnte. So ist der Schwelleneinbau rechtlich zumindest bedenklich, wenn nicht gar unzulässig, denn um vom Regelfall der innerorts geltenden Geschwindigkeit von 50 km/h (§ 3 StVO) abzuweichen, bedarf es des konkreten, nicht pauschalen (!) Nachweises einer Gefährdung in diesem Straßenabschnitt. Wie haben unsere Gemeindeverwalter diesen Nachweis wohl erbracht? Oder haben sie sich ihr eigenes Ortsrecht geschaffen? Nicht erklärbar ist auch,weshalb im unmittelbaren Ortskern von Stolzenhagen, der eine dichtere Besiedlung und zwei Kreuzungen aufweist, das normale Tempolimit der Straßenverkehrsordnung gilt, nämlich 50 km/h. Überhaupt scheinen manche Leute zu seltsam undurchsichtigen Entschlüssen zu neigen. Wer setzt da eigentlich die Prioritäten? Wer kümmert sich um die seit Jahren bestehende viel zu schmale Asphaltierung der Wensickendorfer Straße mit der hohen Kante zum Sandstreifen, was eine erhebliche Gefährdung bedeutet, weil dadurch die Lenkung beeinträchtigt wird – der ADAC kann da nur den Kopf schütteln. Manchmal gewinnt man den Eindruck, dass politisch Aktive eher dazu neigen, etwas für sich persönlich zu tun, womöglich sich auch ein Denkmal zu setzen, als sich um die wirklichen Bedürfnisse der Bevölkerung zu kümmern.
Brigitte Kunath, Stolzenhagen
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 8. April 2007 )
 
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