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Wird Schönwalde im Walde schöner? (Nr. 19) PDF Drucken
Neue Hoffnung für Schloss Dammsmühle dsc01708_2
 
Die Schlossstraße, ein schmales Asphaltband durch unberührten Wald, wurde in den letzten zehn Jahren nur selten genutzt. Sie führt zu einem Gebiet, das im Dornröschenschlaf verwilderte und verkam.
Jetzt gibt es Hoffnung für Schloss Dammsmühle.
Eine zehnköpfige Gruppe von Architekten und Ingenieuren, meist aus Niedersachsen und Berlin, hat die Management GmbH gegründet, um das Schloss, seinen Teich und den angrenzenden Mühlenbecker See zu einer Erholungswelt besonderer Art zu gestalten. Sie soll für zwei Millionen Menschen aus dem Umfeld zur touristischen Attraktion werden. Damit das eintritt, werden derzeit intensive Gespräche mit den Behörden geführt und diese verlaufen „in einer hervorragenden Zusammenarbeit“, sagt Management-Geschäftsführer Gerd Matern. „Wir ziehen an einem Strang, auch wenn es noch einige kritische Punkte gibt.“ Dazu gehört zum Beispiel die entzückende Insel im Schlossteich, die baurechtlich quasi nicht existiert. Aber auf ihr möchten die Investoren einen Biergarten errichten. Im Projekt findet sich normal Erfreuliches, wie eine Schlosskonditorei in der ehemaligen Orangerie oder zwei Badestellen am Mühlenbecker See mit Bootsverleih und Freizeiteinrichtungen. Aber es findet sich auch Ungewöhnliches. Mongolische Jurten z.B., in denen naturwissenschaftlich- handwerkliche Ausstellungen platziert werden sollen. Ungewöhlich auch, dass die landschaftliche Pflege des 20 Hektar großen Geländes in einem Integrationsvorhaben von behinderten Menschen realisiert werden soll. Diese könnten auch in einem Gartenbaubetrieb einen Obst-, Pflanzen- und Kräutergarten bewirtschaften. Eine schwimmende Pagode soll, wie früher, den Schlossteich schmücken. dsc01642_2
Das Schloss selbst, denkmalgeschützt, soll in erster Linie ein Hotel beherbergen, das vor allem als Tagungsort dient. Mit dem Flair alter Schönheit und unberührter Natur wollen die Investoren Firmen anlocken, damit diese z.B. ihre Managementschulungen mit geistiger und körperlicher Ertüchtigung in der Ruhe des Schlosses durchführen.
Da jeder zu dem Objekt Zugang erhalten soll - es ist auf den täglichen Besuch von 2.000 Menschen ausgelegt - wird es im historischen Schlossambiente auch ein attraktives Restaurant geben. Noch in diesem Jahr, entsprechende Genehmigungen vorausgesetzt, könnte die Schlossgastronomie beginnen.
Die Management GmbH rechnet mit einer dreijährigen Bauzeit, bis sich Schloss Dammsmühle wieder in alter Schönheit präsentiert. Allein die Arbeiten im Schlosspark, mit mehreren mobilen Versorgungsständen und einer Fischräucherei, sollen zwei Jahre dauern. Begonnen haben sie schon. Die Restaurierungs- und Neubaukosten werden mit bis zu 12 Millionen Euro veranschlagt. Allerdings ist diese Summe noch nicht bereitgestellt. Die GmbH braucht erste Erfolge, um Banken zu überzeugen. „Doch das Rad lässt sich nicht mehr zurückdrehen“, ist sich der Management-Chef sicher. „Die Fertigstellung kann sich verzögern, mehr nicht“. Schön wäre es.

Was sagt die Bürgermeisterin von Schönwalde zu diesem Vorhaben?
HK-J: Frau Brandt, Schloss Dammsmühle scheint zu neuem Leben zu erwachen. Sehen Sie das positiv?
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Ja
HK-J: Warum?
Weil es vor dem Ruin gerettet und endlich renoviert wird und weil es vor allem dann wieder der Öffentlichkeit zugänglich ist.
HK-J: Haben Sie das Gefühl, dass die Investoren ernsthaft an dieses Konzept herangehen?
Ja, das Gefühl haben wir. Es werden bereits Leute einbezogen, die in Schönwalde zu Hause sind, sie wurden eingestellt, um die Schlossumgebung wieder schön werden zu lassen.
HK-J: Das Schloss gibt also heute schon Arbeit?
Genau
HK-J: In welchem Umfang könnte das sein?
Das ist schwer vorherzusagen. Wenn alle Vorhaben der Investoren realisiert werden ist naheliegend, dass die dafür notwendigen Arbeitskräfte aus der unmittelbaren Umgebung gesucht werden. Weiter weiß ich bereits, dass sich Schönwalder Unternehmen an den Aufbauarbeiten beteiligen. Das Landhaus Phoenix will beispielsweise den Biergarten auf der Schlossinsel betreiben.
HK-J: Kann dieses fertig gestellte Schloss wirklich regionale Bedeutung erlangen?

Ich denke ja, denn wir sind das südliche Tor des Barnims mit hervorragenden öffentlichen Anbindungen. Selbst als das Schloss in einem bedauernswerten Zustand war, kamen Besucher aus Berlin. Die werden sich dann vervielfachen. Das Schloss mit seinem Park und seinem Naturschutzgebiet kann eine gute Verknüpfung zum Naturpark Barnim darstellen. Und es ist ohne Auto erreichbar. Das ist bei den Benzinpreisen nicht unwichtig.
HK-J: Das Konzept kostet Millionen, was davon trägt die Gemeinde?
Nichts, gar nichts.
HK-J: Was gewinnt die Gemeinde?
Ein wunderschönes Areal.
HK-J: Und Steueraufkommen.
Das ist richtig, daran habe ich jetzt nicht gedacht.
HK-J: Haben Sie als Gemeinde Einfluss genommen auf die Schlossentwicklung?
Wir waren und sind immer mit dem Eigentümer im Gespräch. Es gab Zeiten, da haben wir uns gemeinsam richtig Sorgen um die Zukunft von Dammsmühle machen müssen.
HK-J: Aber der Gemeinde gehört nichts von Dammsmühle?
Doch, die Wege sind Gemeindeeigentum und die geben wir auch nicht her. Die garantieren einen gewissen Einfluss und wir wollen das Schloss für alle und jeden. Erfreulicherweise will das auch der Investor.
HK-J: Vielen Dank Frau Brandt und der SPD-Spitzenkandidatin einen guten Kommunalwahlkampf
Lutz Renner
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 1. August 2008 )
 
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