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Wer ist schuld? (Nr. 28) PDF Drucken
Gerade einmal jeder fünfte Wahlberechtigte beteiligte sich am 24. Januar an der Stichwahl für den neuen Landrat im Barnim. Es trat ein, was viele zuvor befürchtet hatten:
Kein Kandidat erhielt die erforderliche Mindestzahl an Stimmen. Nun muss der Posten deutschlandweit ausgeschrieben werden, und das wird dauern.
Woran lag es eigentlich, dass so wenige zur Wahl gingen? Na klar, das Wetter war schuld. Die Regierungen von Land und Bund haben den Landräten zu wenige Befugnisse übertragen, es herrschen Politikverdrossenheit und Wahlmüdigkeit. Viele Bürger wüssten auch gar nicht, welche Bedeutung ein Landrat überhaupt hat. Da kommen wir der Sache schon näher. Woher sollten sie das auch wissen? Die meisten Menschen haben den Landrat in den Medien bei demonstrativen Gesten zu Gesicht bekommen, als er irgendeine Straße einweihte oder einen Fördermittelbescheid übergab. Und das auch nur kurz vor der Wahl. Ansonsten sehen sich die Bürger mit der Verwaltung konfrontiert, die irgendeine Verordnung durchsetzen will oder soll. Die Menschen werden zu wenig einbezogen, wenn es um Lösungen von Problemen oder Projekten geht. Oft wird vom grünen Tisch aus entschieden. Und wer dann mit der Entscheidung unzufrieden ist oder eine andere Meinung vertritt, der hat nur wenig zu lachen. Vielfach geht es um scheinbar kleine Dinge, die aber haben für den Betroffenen immense Bedeutung. Sie können im vorliegenden Heft einige solcher Beispiele nachlesen, so wie bereits in früheren Ausgaben. Es ist stets das gleiche Problem: Verwaltungsmitarbeiter und Kommunalpolitiker sprechen nicht mit den Menschen vor Ort. Sie entscheiden von ihrem Elfenbeinturm aus und wissen oft gar nicht, worüber. Man kann den nun durch die Kreistage zu wählenden künftigen Landräten nur ans Herz legen, diese Form des Umganges mit den Bürgern konsequent zu überprüfen und zu ändern. Das trifft natürlich auch auf alle anderen Kommunalpolitiker zu.
Letzte Aktualisierung ( Samstag, 6. März 2010 )
 
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