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Geschichte: Eine Straße in Lanke - Bogensee (Nr. 29) PDF Drucken
Nikolai-Ostrowski-Straße nikolai-ostrowski-str
Diese Straße findet man in der Wohnsiedlung Bogensee. Hier leben etwa 160 Personen. Nur drei Mietparteien wohnen dort schon über 20 Jahre, stammen also noch aus der Zeit, als nebenan die FDJ-Jugendhochschule Bogensee war.
Warum ziehen heute noch immer Leute dorthin, wo sich Füchse und Hasen „Gute Nacht“ sagen? Eben deswegen, wegen der abgeschiedenen Ruhe und – was man nicht unterschätzen darf – der niedrigen Mieten wegen.
Hätte man zu Zeiten der DDR gefragt. „Wer war Nikolai Ostrowski?“, wäre man sicher scheel angeguckt oder milde belächelt worden. „Männeken, Sie sind wohl nicht von hier?“
Woher sollen aber nach zwei Jahrzehnten die vielen Zugereisten aus dem Westen und die jungen Leute von heute wissen, um wen es geht?
Nikolai Alexejewitsch Ostrowski (1904-1936) war ein ukrainischer Revolutionär und sowjetischer Schriftsteller. Schon früh sympathisierte der junge Ostrowski mit der Revolution.
Nach der deutschen Okkupation und während des Bürgerkriegs ging er als Freiwilliger an die Front und kämpfte in Budjonnys Reiterarmee. 1920 wurde Ostrowski schwer verwundet. Er erblindete auf einem Auge und wurde demobilisiert. Seit Ende 1926 war Ostrowski ans Bett gefesselt und auf beiden Augen blind. Er begann mit dem Diktieren von Büchern und dem Studium des Marxismus. 1932 erschien sein erster und bekanntester, großteils autobiografischer Roman „Wie der Stahl gehärtet wurde“.
1935 erhielt Ostrowski den Leninorden. Ostrowski starb 1936 mit nur 32 Jahren.
Sein dreiteiliger Roman „Die Sturmgeborenen“ blieb bis auf den ersten Teil unvollendet.
 „Das Wertvollste, was der Mensch besitzt, ist das Leben. Es wird ihm nur einmal gegeben…“ – dieses Lebensbekenntnis stammt aus dem Roman „Wie der Stahl gehärtet wurde“. Der Held der Geschichte, Pawel Kortschagin, war allen jungen Leuten, die im deutschen Staat östlich der Elbe zur Schule gingen, vertraut. Das Buch war das, was man heute einen Bestseller nennt.
Gerade junge Leser beeindruckten die Erlebnisse des Romanhelden in den Wirren des russischen Bürgerkriegs. Pawel Kortschagin, nicht viel älter als sie selbst, war ein Idol. Viele wollten so werden wie er: konsequent, mutig und wissend, dass jede Mühe sich lohnt, wenn sie für eine gute Sache gegeben wird.
Das o.g. Zitat war auch Schulaufsatz-Thema und willkommenes Motto für Eintragungen in bedeutende Bücher.
Daher ist den meisten Älteren der Text noch heute vertraut.
Klaus Flemming
Letzte Aktualisierung ( Montag, 29. März 2010 )
 
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