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Wohnen im Grünen am Wandlitzsee (Nr. 29) PDF Drucken
Senioren hoffen und harren… Altersgerechter Wohnraum oder Residenzen für Betuchte?
Am 13. Mai 2006 lud die Aktionsgemeinschaft ViWa (Visonen für Wandlitz) zu einem Info-Nachmittag. Unter den 100-jährigen Buchen trafen sich etwa 40 Interessierte. Nicht
nur Bürgermeister Tiepelmann war da, auch Vertreter des Naturparks Barnim, des Ortsbeirats, der Unteren Naturschutzbehörde, der mögliche künftige Bauträger..., sondern vor allem Senioren, die mit Interesse hörten, was geschehen soll.
Viele der Älteren verbanden damit insgeheim den Wunsch, später einmal die Senioren-Wohnanlage als Feierabend-Sitz nutzen zu können.
Ein paar Monate später hatte die Gemeindevertretung Wandlitz am 15. September 2006 für das „Planvorhaben Kirchstr. 11“ die Auflassung gegeben und stimmte dem ‚Städtebaulichen Vertrag’ mit dem Investor zu. Das sollte heißen: Die Gemeinde Wandlitz begleitet alle Schritte wohlwollend.
Fast vier Jahre sind seitdem vergangen. Still ruht der See.
Doch im Hintergrund – und meist hinter geschlossenen Vorhängen – gab es reges Treiben, die damalige Konzeption zum Vorteil eines größeren Profits und zum Nachteil des sozialen Zwecks zu ändern.
Von einer anfänglich reinen Wohnanlage für Senioren rückte man wieder ab.
Bauunternehmer Burghardt Schröder, der einen Erbbaupachtvertrag auf 60 Jahre mit der Gemeinde Wandlitz hat, kam jüngst auf eine neue Wendung. Er behauptet, es gäbe eine fehlende Nachfrage nach Pflegeplätzen.…
So kommt er nun auf das Konzept einer Wohnbebauung, wo die Etagen jungen und alten Menschen offen stehen und in Teilen auch verkauft werden sollten.
Daher weht also der Wind. Senioren-Residenzen zur Vermarktung an Besser-Verdienende. Werden das die alten Leute aus Wandlitz und Umgebung sein, deren Hoffnungen sich 2006 auf einen bezahlbaren, altersgerechten Wohnraum in heimatlicher Umgebung richteten? Sicher nicht.
Und die Gemeinde Wandlitz? Sie glaubte wohl, der Markt wird es schon richten.
Wenn die Gemeinde wirklich einen sozialen Zweck verfolgen will, darf sie die Chose nicht laufen lassen, sondern muss Rahmenbedingungen setzen und auch kontrollieren, dass sie eingehalten werden.
Das vom Investor Burghardt Schröder vorgelegte, veränderte Konzept wurde im Dezember 2009 vom Ortsbeirat Wandlitz, dem Bau- und dem Hauptausschuss einstimmig abgelehnt.
Schröder aber will eine Änderung des Nutzungskonzepts durch die Gemeinde Wandlitz erreichen. Und statt offen zu sein für das Informationsbedürfnis der Abgeordneten, betreibt man im Hintergrund um Bürgermeister Tiepelmann Geheimnis-Tuerei und verweigert Akteneinsicht.
Diese Geheimniskrämerei weckt den Verdacht, es würde seit langem gemauschelt, um die soziale Konzeption von damals aufzuweichen und eine Nutzungsänderung den Abgeordneten doch noch schmackhaft zu machen.
Hat man das wirklich nötig?
Inzwischen läuft die Zeit davon. Laut Vertrag muss Schröder im Jahr 2011 mit den Bauarbeiten begonnen haben. Allein die Planungen brauchen ein Jahr. Deshalb erwartet er von der Gemeinde ein Entgegenkommen. Anderenfalls droht der Rückzug der Gemeinde Wandlitz aus dem Erbbaupachtvertrag – und damit auch ein längerer Rechtsstreit.
Alle an dem Fall Interessierten und Zuständigen können nicht sagen, sie hätten von nichts gewusst. Wer die Berichterstattung zur Problematik in unserem Blatt schon nicht verfolgte, hätte wenigstens durch Artikel in der MOZ vom 13. Januar (Seniorenresidenz auf der Kippe) und 20. März 2010 wissen können, wo der Hase im Pfeffer liegt.
Damit der lobenswerte soziale Zweck von damals nicht völlig aus dem Gesichtsfeld gerät, sollten sich hiesige Gremien stark machen und ihre demokratische Verantwortung wahrnehmen.
Der Weckruf geht an den Sozial-Ausschuss, den Bau-Ausschuss, den Seniorenrat, die Fraktion DIE LINKE und andere…, für die Interessen der Alten von Wandlitz und Umgebung zu fechten!
Klaus Flemming
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 28. März 2010 )
 
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