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Schloss Dammsmühle: Alles auf Anfang (Nr. 30) PDF Drucken
„Kreditklemme“ zwingt Betreiber in die Knie. Die Folgen: Vandalismus und die Vermüllung des Geländes
Es wäre so schön gewesen: Ein attraktiver Schlossbau am See mit Gastronomie, Freilichtkonzerten, Pferdekutschen und Reiterei, Eis am Stiel und Zuckerwatte, mit Ruderkähnen, Anglern und Badenden…
die und auch mit Möglichkeiten zur Therapie von Krankheiten. Tiere, Wald und Seen bieten beste Voraussetzungen. Interessenten für diese Art der zusätzlichen Nutzung gab es bereits.
Und dann die Nachricht, die wie eine Bombe einschlug: Die Betreibergesellschaft ist pleite und meldet ihren Konkurs an. Da waren also alle Bemühungen der letzten zwei Jahre umsonst?
Mit Freude hatten alle mitbekommen, wie das Areal aufgeräumt und Wege hergerichtet wurden. Alte Sofas, Sessel, Fahrräder, Kühlschränke, Waschmaschinen und altes Mobiliar, das im Laufe der Jahre von gewissenlosen Mitbürgern im See versenkt worden war, wurden gehoben und abtransportiert. Die Arbeiter auf dem Gelände gaben das gute Gefühl: Es geht voran. Bald wird ein schöner Schlosspark zu Erholung, produktivem Müßiggang und Amüsement einladen. Die Betreiber bemühten sich derweil an Wochenenden, mit Veranstaltungen das verschüttete Bedürfnis nach Trubel und Biergarten-Gemütlichkeit wieder zu wecken…
Das ist nun vorerst vorbei. Die „Kreditklemme“ der Banken zwang Betreibergesellschaft und ihren Vorsitzenden Mattern aus Hannover zur Aufgabe. Nach den bösen Erfahrungen ihrer selbst verschuldeten Bankenkrise, sind die Geldinstitute besonders zurückhaltend. Sie ziehen lieber Kredite zurück, wenn sich kein sofortiger Profit erzielen lässt. Ehe etwas an der gefährdeten Bausubstanz getan werden konnte, trat die Kreditklemme in Kraft.
Auf dem nun wieder „herrenlosen“ Gelände entwickeln jetzt ganz andere Leute ihre schmutzigen Aktivitäten. Bei Tag und Nacht werden Hausmüll, Bauschutt, auch Sondermüll in blauen Säcken (Dachpappen, Asbest, Glasfaser-Dämmstoffe…) in die Landschaft gekippt.
Die offenbar ortskundigen Umwelt-Verschmutzer fahren über Schleichwege bis zum Schloss heran, entledigen sich ihrer Fracht und nehmen gleich mit, was nicht niet- und nagelfest ist.
Schönwaldes Ortsvorsteherin Maria Brandt, die mit großer Sorge von diesen Zuständen weiß, ist entsetzt: „Was für Menschen sind das, die so etwas machen?“
Das Gelände sicher abzusperren ist unmöglich. Maria Brandt sieht mit Schrecken den Vandalismus und die Vermüllung des Geländes.

Wie soll es nun weitergehen?
Der Eigentümer des Schlosses, der selbst ein Opfer der Bankenkrise ist, lässt optimistisch wissen, dass er bald neues Geld beschaffen kann. Dann soll alles zügig vorangehen. Man bleibt bei der Absicht, das Schloss denkmalwürdig wieder herzurichten mit Gastronomie, einem Hochzeitszimmer und mancherlei schöner Ausstattung. Und dazu ein gepflegter Landschaftsgarten für jedermann. So, wie oben beschrieben.
Inzwischen hat Betreiber Mattern mit dem Bauamtsleiter der Gemeinde Wandlitz und einigen wichtigen Herren des Bauordnungsamtes Eberswalde die Aussichten eruiert, wie und wo man für die Erhaltung der Bausubstanz des Schlosses Fördermittel von Land, Bund und EU erhalten kann. Die neuen Planungen für die Rettung von Schloss und Park werden vorbereitet.
Hoffen wir also das Beste.
Klaus Flemming
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 1. Juni 2010 )
 
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