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Eine Reise zu Freunden (Nr. 30) PDF Drucken
Zu Gast in der französischen Partnerstadt La Ferrière
Im Juni 2009 feierte der Chor „Jubilate“ aus Wandlitz seinen zehnten Geburtstag. Eine Abordnung des Chores „Le Crescendo“ aus La Ferrière war unter den Gratulanten. Im Mai diesen Jahres fuhren
der Chor „Jubilate“, der Chor des Gymnasiums „Wa-Canto“, Vertreter des Wandlitzer Bouleclubs und ebenso der Wandlitzer Ortsvorsteher Ingo Musewald sowie der Leiter der Arbeitsgruppe Städtepartnerschaft Ralf Becker nach La Ferrière. Anlass war ein seit langer Zeit geplantes gemeinsames Konzert der Chöre beider Orte. Solche Konzerte haben bereits eine gute Tradition.
Viele Wandlitzer wissen, dass Besuche solcher Art auf der Grundlage einer seit 13 Jahren existierenden Städtepartnerschaft basieren. Aber nicht alle Wandlitzer wissen, wie es zu dieser Partnerschaft kam und warum die Franzosen den Chor Jubilate liebevoll ihr „Patenkind“ nennen.
Kurz nach der Wende wandte sich die damalige Gemeinde Wandlitz nach Brüssel mit der Bitte um Unterstützung bei der Suche nach einer Partnergemeinde. Der Zufall wollte es, dass zum gleichen Zeitpunkt eine Anfrage von La Ferrière vorlag. Man prüfte in Brüssel die Voraussetzungen und kam zu dem Schluss, dass diese beiden Gemeinden wohl gut zueinander passen könnten und vermittelte
rathaus-webbeide. Nun muss man wissen, dass La Ferrière bereits eine Partnerschaft nach Quebec in Kanada hatte, die durch die weite Entfernung nur wenig mit Leben erfüllt wurde. Da Wandlitz aber auch 1.500 Kilometer entfernt liegt, war man skeptisch. Ein erstes Treffen wurde vereinbart und es war „Liebe auf den ersten Blick“. So unterzeichneten die Bürgermeister Yves Auvinet und Ingo Musewald 1997 den Vertrag über die Städtepartnerschaft zwischen beiden Gemeinden.
Seit dieser Zeit besteht zwischen den Orten ein reger Kontakt auf fast allen Ebenen: Kommunalgemeinde, Kirchengemeinden, Schule, Chöre, Blasorchester, Sportverein sowie enge persönliche Freundschaften.
La Ferrière liegt mitten in der Vendée und hat ungefähr 5.000 Einwohner. Ein Ort, der mit der Größe von Wandlitz vergleichbar zu sein scheint. Aber es gibt auch Unterschiede, die auf die Menschen beider Orte eine gewisse Anziehung ausüben. Die Seenlandschaft um Wandlitz und die großen Waldflächen haben es den Menschen aus La Ferrière angetan. Leider findet man in La Ferrière kaum einen Baum am Straßenrand, aber in den Gärten dahinter grünt es umso mehr. Seit dem zehnten Jahrestag der Unterzeichnung der Städtepartnerschaft gibt es hinter dem Rathaus einen „Wandlitzer
w.grten-webGarten“ mit sanften Grünflächen, einem sorgfältig angelegten Kräutergarten, einem Teich und interessanten Baumarten.
Bis zur Atlantikküste sind es zirka 50 Kilometer. Die meisten Einwohner arbeiten in der zehn Kilometer entfernten größeren Stadt La Roche-Syr-Yon in den dort typischen kleinen und mittelständischen Unternehmen.
In den 70-er Jahren siedelten sich in La Ferrière vor allem junge Menschen mit ihren Familien an. Zwischen ihnen gab es aufgrund des gleichen Alters weitgehende Interessenübereinstimmungen und dadurch auch einen guten Zusammenhalt. Der Chor „Le Crescendo“ sowie der Sportverband spielten dabei eine wichtige Rolle. Fast kann man sagen, dass die Einwohner in La Ferrière wie eine große Familie zusammengewachsen sind, was auch am herzlichen und persönlichen Verhältnis zu ihrem Bürgermeister für den Außenstehenden erkennbar ist.
Der Bürgermeister – von allen nur Yves genannt – ist ehrenamtlich
yves-web als Chorleiter des Chores „Le Crescendo“ tätig. Somit lag es nahe, nach der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages Wandlitz mit dem Chor „Le Crescendo“ zu besuchen. Aber in Wandlitz gab es damals noch keinen Chor und somit kein „Gegenüber“. Damit dieser Besuch möglich wurde, gründete die damalige Pastorin Cornelia von Uckro zu Beginn des Jahres 1999 kurz entschlossen einen „Chor für La Ferrière“ und ermunterte sangeslustige Wandlitzer und Einwohner der Region zum Mitsingen. Fünf Monate später konnte zum Besuch der Franzosen bereits in der Wandlitzer Kirche das erste gemeinsame Konzert aufgeführt werden.
Dieses war für alle ein unvergessliches Ereignis und es stand fest: Der Chor macht weiter.
Ein knappes Jahr später ist aus dem „Chor für La Ferrière“ ein eingetragener Verein geworden, der als Chor „Jubilate“ aus der kulturellen Landschaft von Wandlitz und Umgebung nicht mehr wegzudenken ist und so zum Patenkind von „Le Crescendo“ avancierte. Übrigens – im kommenden Jahr feiert der Chor seinen 40. Geburtstag.
Zurück zu La Ferrière im Jahr 2010. Für das Treffen war wie immer ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet worden. Neben vielen Begegnungen, Gesprächen und ausgiebigen Mahlzeiten in den Gastfamilien gab es einen Ausflugstag mit zwei Zielen.
Ein Teil der Gruppe fuhr an den Atlantik auf die Insel Noirmoutier. Das Besondere dieser Insel ist sowohl die historische Salzgewinnung aus dem Meer als auch eine historische Landverbindung. Bei Ebbe ist diese Straße begeh- und befahrbar, bei Flut ist sie vollständig
jubilate-webüberspült. Einige Rettungstürme bieten Zuflucht für den Notfall.
Die anderen Teilnehmer besichtigten den Park „Puy du Fou“, der auf einem Territorium von ungefähr 40 Hektar verschiedene Spektakel bietet. Er ist der bedeutendste und beliebteste Erlebnispark Frankreichs. Von hier aus beginnt jährlich die Tour de France.
In zahlreichen Freilichttheatern wird der Zuschauer auf eine Zeitreise in die verschiedensten Epochen entführt, verbunden mit grandiosen Vorführungen, in denen nicht nur Schauspieler in historischen Gewändern auftreten, sondern auch viele Tiere unter Aufbietung modernster Technik wirkungsvoll den Besuchern vorgeführt werden.
So erlebt man z. B. den Einfall der Wikinger in die Vendée, die Legende des St. Philibert und eine atemberaubende Flugschau von 80 Raubvögeln unterschiedlichster Größe, eingebettet in eine Geschichte aus dem 12. Jahrhundert.
Den Höhepunkt der Begegnung bildete das zweistündige Konzert aller drei Chöre. Die Chöre traten einzeln und gemeinsam auf und boten ein umfangreiches, abwechslungsvolles und mitreißendes Programm. Das Finale bildete wie immer die Hymne der Partnerschaft „Mille colombes“.
Am Abend wurde das große Abschlussfest mit Dankes- und Grußworten, ausführlichem Festessen und einer fröhlichen Tanzgesellschaft bis weit in die Nacht gefeiert.
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Die Abfahrt des Busses nach Wandlitz bildete den Abschluss des Festes, am nächsten Tag startete mittags dann der Bus zum Flughafen nach Paris.
Es waren wundervolle Tage mit vielen Eindrücken. Aber das Unvergesslichste war die Gastfreundschaft und Herzlichkeit, mit der wir in den Familien empfangen wurden. Wir kamen nicht zu „Fremden“, sondern fühlten uns schnell „wie zu Hause“. Besonders wohltuend war die Offenheit und Natürlichkeit, die uns immer wieder entgegengebracht wurde. Wir hatten den Eindruck, dass ganz La Ferrière eine große Familie ist. Manchmal kann man es dankbar spüren, wie diese Partnerschaft auch auf die Wandlitzer abgefärbt hat. Möge sich dieses immer weiter entwickeln. Die nächste Gelegenheit dazu wird sich 2012 ergeben. Ingo Musewald lud 120 Bürger aus La Ferrière zum 15jährigen Jubiläum der Partnerschaft 2012 nach Wandlitz ein, was mit großem Applaus und Dank angenommen wurde. Wir freuen uns auf das Wiedersehen und sagen:
Au revoir La Ferrière.
Christa Schumann
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 2. Juni 2010 )
 
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